Das Autohaus Piepenstock wird aus Kostengründen nicht an der Heedfelder Straße/Abzweig Oedenthaler Straße bauen. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Das Autohaus Piepenstock wird nicht an der Heedfelder Straße (Abzweig Oedenthaler Straße) bauen. Das teilt Geschäftsführer Dr. Michael Piepenstock mit. Als Grund für diese Entscheidung führt er nicht tragbare Kosten an.

Die Stadtverwaltung hatte im den Vorschlag unterbreitet, diese Fläche gegenüber McDonalds zu nutzen, nachdem der Rat der Stadt Lüdenscheid Mitte Dezember 2017 beschlossen hatte, das Vorkaufsrecht für das vom Autohaus Piepenstock im September 2017 gekaufte Grundstück an der Wiesenstraße“ auszuüben.

Mehrkosten von über zwei Millionen Euro

“Nach eingehenden Machbarkeitsuntersuchungen und Kostenkalkulationen, genauso wie an anderen Standorten (z.B. Rätherwiese, Talstr.), kommt das Areal aus wirtschaftlichen Gründen nicht in Frage”, schreibt Dr. Michael Piepenstock in seiner Pressemitteilung. Alleine die Mehrkosten für

  • die Grundstücksbegradigung/-terrassierung,
  • das Waldroden u. Aufforsten,
  • die Verbreiterung u. Begradigung der Oedenthaler Str.,
  • der Ausbau der Straßenkreuzung (Zufahrt) nebst Signalanlage u.v.m.,

würden Zusatzinvestitionen zur reinen Grundstücksvorbereitung von über zwei Millionen Euro verursachen.Ferner könne im Rahmen des Umwidmungsverfahrens durch massive Einsprüche der rund 500 Meter entfernt wohnenden Anrainer, Parteien und Umweltverbände das Genehmigungsverfahren über Jahre in die Länge gezogen werden und weitere kostenträchtige Emissions-, Artenschutzgutachten und Auflagen nach sich ziehen.

Übersteigt den Investitionsrahmen

“Da dies den geplanten Investitionsrahmen des Familienunternehmens übersteigen würde und die Automobilmarken zwar dezidierte Architektur- und Standortvorgaben machen, jedoch sich überhaupt nicht an den Kosten beteiligen, ist dieses Neubauvorhaben nicht umsetzbar”, betont Dr. Michael Piepenstock.

Zweifel am Sinn der Feuerwehr-Planungen

Nach wie vor stellt er die Planungen der Stadt in Frage. Sie sehen vor, an der Wiesenstraße eine neue Feuer- und Rettungswache zu errichten. Dr. Piepenstock schreibt: “In wieweit die hiesige Feuerwehr von derzeit etwa 5000 Quadratmeter auf dann etwa 22.500 Quadratmeter Grundstücksfläche erweitern muss, obwohl die bisher am Dukatenweg integrierte Kreisleitstelle (beansprucht ca. 750 Quadratmeter) in den kommenden drei bis fünf Jahren in einen Neubau für über 22 Millionen Euro zur Rosmart ausgelagert wird, ist in einer Stadt mit weiterhin rückläufigen Einwohnerzahlen fragwürdig. Ferner werden zwei bis drei neue Feuerwehr Gerätehäuser innerhalb der Stadtgrenzen gebaut. Möglicherweise hat man jedoch mit Anrainern bereits über die Vermietung oder den Verkauf von Freiflächen gesprochen?”

Mangelnde Kooperationsbereitschaft

Dr. Michael Piepenstock beklagt die mangelende Kooperationsbereitschaft der Stadt. So habe er bei der Stadtverwaltung, ob das Autohaus bis zum möglichen Neubaubeginn der Feuer- und Rettungswache in der Wiesenstraße in etwa sechs bis acht Jahren im oberen Grundstücksteil Fahrzeug-Abstellflächen und an der exponierten Altenaer Straße für eine Gebrauchtwagen-Freiausstellung Flächen anmieten könnten. Dies sei allerdings mit dem Hinweis auf notwendige Bodentragfähigkeits- und Emissionsuntersuchungen abgelehnt worden. Der Autohaus-Geschäftsführer dazu: “Ähnliches haben wir im Jahr 2016 bei einem ca. 1/3 so großen Grundstück in Siegen durchgeführt und dies hat cirka drei bis vier Wochen in Anspruch genommen und bekanntlich sind Autos mobil …!”

Dr. Michael Piepenstock verzichtet auf den Neubau des Autohauses im Oedenthal.

Die Stadt Lüdenscheid habe die seit Mitte Januar 2018 eigentlich anstehende Vertragsumschreibung nebst Bezahlung des Kaufpreises bisher nicht geleistet. “Dies hat für mich etwas mit Anstand und Vorbildfunktion zu tun! Begründet wird dies mit laufenden juristischen Auseinandersetzungen, obwohl ihr (Anmerkung der Red. der Stadt) dies im Vorhinein bekannt war. Dass die Firma Novelis vorab keine Bodenuntersuchungen, Tragfähigkeitsprüfungen u.ä. zulässt, dürfte sich von selber erklären!”

Werden weiter suchen

Der Autohändler ist jetzt “auf die viel proklamierte, tatkräftige Unterstützung bzw. Wirtschaftsförderung seitens der Verwaltung, Politik und dem Rat bei der weiteren Grundstückssuche”, gespannt. Bisher habe er nur erfahren, warum und wo es nicht genehm sei ein Autohaus zu bauen.

Zum Schluss der Mitteilung heißt es: “Wir werden weiterhin nach einem für unseren VW-Betrieb geeigneten Alternativgrundstück suchen und abwarten, was der Verwaltungsgerichtsprozess ergibt. Erfahrungsgemäß dauert so etwas leider vier bis sechs Jahre; vielleicht haben wir bis dahin auch das Interesse verloren oder die Hersteller bzw. der Markt haben es gerichtet …!”

 

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