Die wichtigen Kennzahlen auf dem Plakat sehen gut aus. Roman Kappius (links) und Wolfgang Opitz sind mit dem Geschäftsjahr 2017 sehr zufrieden. Foto: Wolfgang Teipel

Meinerzhagen/Kierspe. Die Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen hat ein gutes Geschäftsjahr 2017 hingelegt. Alle Kennzahlen zeigen nach oben. „Die Rahmenbedingungen waren hervorragend“, sagt Vorstandsvorsitzender Wolfgang Opitz. Was ihm und vielen Anleger allerdings nicht behagt, ist die seit langem anhaltende Niedrigzinsphase. „Auf absehbare Zeit wird sich daran wohl auch nichts ändern“, schätzt er.

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Wie lief das Kreditgeschäft?

Dazu Wolfgang Opitz: „Nachdem einige Jahre lang vor allem die örtlichen Unternehmen große Investitionen vorgenommen haben, waren es 2017 unsere Privatkunden, die überdurchschnittliche hohe Kreditmittel nachgefragt haben. Unsere Neuausleihungen sind mit über 91,5 Millionen Euro wieder einmal auf einem sensationell hohen Niveau.“ 54 Prozent der neu bewilligten Darlehen seinen an Privatkunden ausgezahlt worden. Das Geld sei in der Regel für Immobilienfinanzierungen benötigt worden. „Selbstgenutzte und vermietete Immobilien stehen weiterhin ganz oben in der Gunst der Sparkassenkunden.“

Wo wird Kapital angelegt?

Weil die Zinsen so niedrig sind, parken viele Kunden auf Giro- oder Geldmarktkunden. „Häufig ein großer Fehler“, sagt Wolfgang Opitz. Wenn die Inflationsrate wie zurzeit über den Zinssätzen liege führe das zu schleichenden Entwertung des Geldes. Dabei gebe es für jeden Anlagetyp passende Alternativen. Ein Teil der Kunden sei bereits umgeschwenkt. 2017 seien für über 20 Millionen Euro neue festverzinsliche Anleihen und Investmentfonds erworben worden. Das war ein deutlicher Zuwachs von 50 Prozent. „Insgesamt erhöhte sich das Anlagevermögen bei der Sparkasse um rund 9,8 Millionen Euro auf jetzt über 450 Millionen Euro“, so Wolfgang Opitz.

Wie hat sich der Marktanteil der Sparkasse entwickelt?

2016 lag er nach Angaben von Wolfgang Opitz bei 56 Prozent. 2017 kamen 1300 neue Girokonten hinzu. „Diese Entwicklung ist ein Beleg dafür, dass Kunden gerne mit einem regionalen Kreditinstitut zusammenarbeiten möchten. Daher gehen wir davon aus, dass sich dies auch weiter positiv auf unseren Marktanteil auswirkt“, sagt der Vorstandsvorsitzende.

Wohin geht die Reise?

Das Banking hat sich in den vergangenen Jahren erheblich verändert. Die Technik ist weiter ausgereift und nach Auffassung des Sparkassenvorstands deutlich bequemer und kundenfreundlicher geworden. Vorstandsmitglied Roman Kappius erklärt: „Heute können unsere Kunden 24 Stunden am Tag und an sieben Tagen in der Woche ihre Bankgeschäfte erledigen. Ganz bequem von unterwegs aus mit dem Smartphone oder Tablet per Sparkassen-App, vom heimischen PC via Onlinebanking oder über unsere Selbstbedienungsgeräte.“ Die Nutzung mobiler Geräte steige seit Jahren.

Hat die klassische Filiale ausgedient?

Die Antwort des Sparkassenvorstandes ist eindeutig. Die klassische Filiale wird es weiter geben. „Wir halten es für elementar wichtig, dass unsere Kunden persönliche Ansprechpartner für Fragen und Informationen haben. Den Begriff Kundenservice definieren wir heute völlig anderes, als zum Beispiel vor 20 Jahren“, sagt Roman Kappius. Die Sparkasse habe die beiden Hauptstellen in Meinerzhagen und Kierspe zu Beratungscentern ausgebaut, Auch in den Geschäftsstellen in Valbert und Rönsahl finde weiter qualifizierte Beratung statt. An sechs weiteren Standorten seinen die Filialen mit umfangreicher Technik ausgestattet worden.

Ist die Digitalisierung eine Chance?

„Unsere Präsenz vor Ort wird durch ein umfangreiches Service- und Produktangebot auf unserer Internetseite und in den Sparkassen-Apps ergänzt“, erläutert Wolfgang Opitz.  Immer mehr Anliegen würden auch telefonisch abschließend bearbeitet. Deshalb sei in den vergangenen Jahren ein Telefonteam bankfachlich geschult und gezielt aufgebaut worden. „Jeder Kunde kann also wählen, wann er wie mit uns in Kontakt tritt. Wir empfinden die fortschreitende Digitalisierung daher als große Chance, uns immer weiter zu verbessern“, betont der Vorstandsvorsitzende.

Welche Neuerungen sind besonders beliebt?

„Allem voran erfreuen sich die Sparkassen-Apps großer Beliebtheit bei unseren Kunden aller Altersgruppen. Man trägt seine Filiale heute in der Hosentasche mit sich herum“, schmunzelt Roman Kappius. Auch das kontaktlose Bezahlen mit der normalen SparkassenCard oder der Sparkassen-Kreditkarte etabliere sich mit zunehmender Geschwindigkeit. Vor diesem Hintergrund arbeite das deutsche Bankenwesen daran, paydirekt, das neue Internetbezahlsystem der deutschen Banken und Sparkassen, stärker im Markt zu verankern.

 

 

 

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