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Foto: Bernhard Schlütter


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Plettenberg. „In Plettenberg spielen wir am liebsten!“, behauptete Schauspielerin Christine Per noch unter dem Eindruck der Standing ovations, die sie und das komplette Ensemble des N.N. Theaters für ihre Aufführung von „Das kalte Herz“ am Donnerstag (8. August) erhielten. “Hier ist das Publikum von Anfang an mit allen Sinnen und dem Herzen dabei.”

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Seit vielen Jahren gastiert das N.N. Theater aus Köln im Rahmen des Kultursommers in der Vier-Täler-Stadt, meist auf dem Alten Markt unterm Stephansdachstuhl, im vergangenen Jahr in der Schützenhalle (wegen Unwetterwarnung) und diesmal im Rathausinnenhof. „Das ist ein schöner Spielort“, bescheinigte Irene Schwarz den Organisatoren von der Plettenberger KulTour GmbH. „Ihr habt hier sicher noch viele andere interessante Schauplätze, an denen wir gerne in den nächsten Jahren spielen würden.“

500 Sitzplätze hatten die Helfer von der KulTour GmbH und vom Baubetriebshof aufgebaut. Sie waren so ziemlich komplett besetzt. „Die ersten Leute haben sich ihre Plätze schon um 17.30 Uhr gesichert“, berichtete KulTour-Mitarbeiter Tobias Brömme. Mit einem Getränk und Burgern vom Foodtruck der Platten Bulette konnten sie sich die Wartezeit vertreiben.



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Wandelbares Bühnenbild

Mit wenigen Handgriffen wurde das Bühnenbild nach Bedarf verwandelt. Foto: Bernhard Schlütter

Das N.N. Theater hatte diesmal den Schwarzwald mit nach Plettenberg gebracht. Wieder einmal begeisterte das ebenso kreative wie einfache Bühnenbild. Eine Tanne ersetzte den kompletten Schwarzwald. Mit wenigen Handgriffen wurde aus dem Baumstamm je nach Bedarf ein Kohlenmeiler, eine Glasbläserei, die Dorfplatzkulisse mit Tanzboden davor oder die Wirtsstube.

Anknüpfungspunkte an die Gegenwart

„Das kalte Herz“ frei nach Wilhelm Hauff bietet dem N.N.-Ensemble viele Anknüpfungspunkte an die Gegenwart, die die Schauspieler genüsslich auskosteten. Peter Munk (Oliver Schnelker), ein junger Kohlenbrenner aus dem Schwarzwald, fühlt sich abgehängt. Er sehnt sich nach Geld, Tanz im Wirtshaus, Glück im Spiel und schönen Kleidern. Mit dem unheimlichen Holländer-Michel (Michl Thorbecke) geht er einen verhängnisvollen Handel ein: Er tauscht sein warmes, schlagendes Herz gegen einen Stein. Er erlebt eine steile Karriere als Glasmacher mit Ruhm, Reichtum und gesellschaftlichem Aufstieg. Sein Herz jedoch empfindet nur noch Kälte, Gram und Härte. Im Zorn über ihre Güte erschlägt er sogar die schöne Lisbeth (Christine Per), die ihn trotz allem liebt. Mithilfe der Schatzhauserin (Irene Schwarz) gelingt es ihm am Ende aber, sein Herz vom Holländer-Michel zurückzugewinnen.

Streben nach Mehr macht nicht glücklich

Was ist wichtig im Leben? Wie weit kann das Streben nach Mehr, mehr Profit, mehr Rendite eigentlich für eine ehrlich menschliche Zufriedenheit sorgen? „Wenn jeder an sich denkt, ist an jeden gedacht“, behauptet Peter Munk als skrupelloser Geschäftsmann. Am Ende weiß er es besser.

Die Schauspieler Oliver Schnelker, Christine Per, Michl Thorbecke, Irene Schwarz und Bernd Kaftan, der zudem auch für die musikalische und lautmalerische Begleitung sorgte, schlüpften immer wieder in neue Rollen. Ob als Schwarzwaldmusiker, als Flößer, Amtsmann oder alte Frau, ob als Waldgeist, Wirt oder als Kaufmann aus Köln und Amsterdam – ihre Wandelbarkeit ist beeindruckend. Und so gab es am Ende zu Recht Standing ovations und das Versprechen von Irene Schwarz: „Wir kommen gerne wieder!“

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