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Foto: Schlütter

Plettenberg. Sie stehen für Gegensätze und doch für Gemeinsamkeit: die Black and White Showbrothers John und Don Combo alias Tlako Mokgadi und Bernd Böhne. Mit ihrem Programm begeisterten sie am Sonntag (14. Oktober) das Publikum im Ratssaal, wo sie auf Einladung der AG Integration gastierten. Mit einer Mischung aus Kabarett, Comedy und Livekonzert bescherten sie dem Publikum einen vergnüglichen Abend.

Der eine schwarz wie die Nacht, der andere weiß wie Nosferatu, vereint die beiden ihre gemeinsame Mutter. In jungen Jahren war Mama Combo „ein heißer Feger“, arbeitete als Empfangsdame am Bühneneingang der Westfalenhalle, war sexuell sehr aktiv und an ihr mussten alle vorbei, die größten Rock- und Pop- sowie Unterhaltungsstars der 1960er und 1970er Jahre: Beatles, Stones, Ray Charles, ABBA, Frank Sinatra, Bob Marley und wie sie alle hießen. Zu dieser illustren Riege müssen auch ihre Väter gehören, vermuten John und Don Combo. Doch mit dieser Auskunft hielt ihre Mama immer hinterm Berg: „Wenn ihr groß und stark seid, werde ich euch sagen, wer eure Väter sind.“

Dass sie Brüder sind, steht für sie außer Frage, sind sie doch im selben Kinderzimmer im Sauerland aufgewachsen. Obwohl sein klassischer Werdegang als Kind in der Provinz sich in nichts von anderen Kindern unterschied, sah sich John Combo schon früh mit dem alltäglichen Rassismus konfrontiert. Humorvoll bewerfen sich die Brüder mit den Schimpfnamen aus der Kindheit wie „Kalkleiste oder Kohlroulade“, den realen Hintergrund verspürt der Zuhörer trotz der Flapsigkeit.

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Foto: Schlütter

Schnell lernen die Combos, Musik ist Trumpf und die Mädels stehen drauf. So touren die Showbrothers in der Welt umher, einerseits, um die Zuhörer in ihren Bann zu ziehen, andererseits auf Spurensuche nach möglichen Vätern. Für Don steht fest: Papa was a Rolling Stone oder könnte es doch Frank Sinatra gewesen sein. Passend intoniert Don dazu mit Inbrunst den Sinatra-Song New York, New York.

James Brown oder Bob Marley, könnte einer dieser Stars Johns Erzeuger gewesen sein? John hofft zwar, bemerkt aber auch: „Ich seh doch eher aus wie Whoopi Goldberg.“ Das Publikum kichert, klatscht, tanzt mit. Heiße Rhythmen im Ratssaal lassen das Publikum bei jedem Lied mitfiebern, wer nun der Vater von Don bzw. John sein könnte.

Hot Chocolates „You sexy thing“ dient als Loblied auf die Mama Combo. Titel von den Blues Brothers, Elvis, Queen bis hin zu Heintje und dem Hit Sauerland von Zoff werden gesungen, bringen das Publikum in Schwung. Neben aller Heiterkeit flechten die Brüder immer wieder Nachdenkliches über Rassismus und Evolution ein. Sie prangern Waffenhändler und religiösen Wahnsinn an und stellen fest, dass „unsere Zivilistionsdecke ziemlich dünn ist“. Worauf es zurückgeht in der Menschheitsgeschichte, zurück zu den Urzeitmenschen, wo alles noch relativ frei war vom alltäglichen Irrsinn.

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Zum Ende feiern und tanzen Publikum und Musiker gemeinsam unbeschwert. So wie das Leben in einer Welt einfach sein sollte, gemeinsam. Davon träumt das Duo: „I have a dream“ und singen „Why can’t we live together?“.

Hoffnungen werden allerdings schon mal enttäuscht, so wie die Spekulationen der Brüder um berühmte Väter. Ein Brief der Mutter bringt ernüchternde Klarheit: Dons Vater ist ein Hausmeister aus Castrop-Rauxel, Johns Vater ein südafrikanischer Chauffeur.

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