Der Sammler Wolfgang Schumacher (links), Ursula Delhougne und Museumsleiter Dr. Eckhard Trox mit der letzten Schenkung, dem Porträt von Julius Lenzmann. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid.  Ein Porträt aus der Kaiserzeit: Auf dem großformatigen Gemälde ist Julius Lenzmann zu sehen. Er blickt den Betrachter ernst an. Der Mann scheint sich seiner Bedeutung bewusst zu sein. Der Jurist aus Hagen, eingeheiratet nach Lüdenscheid, ein linksliberaler Politiker und Reichstagsabgeordneter, hatte sich den eisernen Kanzler Otto von Bismarck als Feind auserkoren. Lenzmann wirkte auf der Berliner Bühne und war Stadtverordneter in Lüdenscheid. „Ein stadthistorisch bedeutendes Bild“, sagt Museumsleiter Dr. Eckhard Trox. Das Gemälde stammt aus den Beständen des Sammlers Wolfgang Schumacher. Jetzt gehört es zum Inventar des Museums. Wolfgang Schumacher hat sich von vielen Gegenständen getrennt, die er in 70 Jahren Sammelleidenschaft zusammengetragen hat. Das Lenzmann-Porträt gehört dazu.

Die „Lüdenscheidensien“

Wolfgang Schumacher und Dr. Eckard Trox nennen die Gegenstände aus der Schenkung Schumachers „Lüdenscheidensien“. Sie alle stehen im engen Zusammenhang mit Schumachers Heimatstadt.

Es sind Objekte, die in Lüdenscheider Familien Verwendung gefunden haben, die in Wort oder/und Bild auf Lüdenscheid hinweisen oder die in Lüdenscheid hergestellt worden sind. So wie die „Lampette“, eine Klapplampe aus den 1960er Jahren, hergestellt in den Lüdenscheider Eichhoff-Werken. Sie wird, wie andere Gegenstände aus der Schenkung Schumacher möglicherweise in die neue Dauerausstellung des Museums aufgenommen.

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Mehrere hundert Objekte

Museumsmitarbeiterin Ursula Delhounge hat die von Dr. Trox ausgewählten Gegenstände inventarisiert. „Das durchgehend fotografisch illustrierte Schenkungsverzeichnis umfasst etwa 100 Positionen“, berichtete sie zum symbolischen Abschluss der Schenkungsaktion. Unter diesen Positionen seien mehrere hundert Objekte zusammengefasst.

Schumachers Sammelleidenschaft entbrannte, als er gerade zwölf Jahre alt war. Und sie währt bis heute. Ein Glück für das Museum. „Gerade in Krisenzeiten wie diesen, in denen die Budgets knapper werden, sind Schenkungen wie diese für Häuser wie das Lüdenscheider Geschichtsmuseums eine besondere Bereicherung und sichern deren Zukunft“, betonte Museumsleiter Dr. Eckhard Trox.

Das Ölgemälde war, wie so häufig, ein Beifang von Schumachers Sammelleidenschaft. „Ich habe es per Zufall entdeckt“, berichtete Schumacher. „Mein Gedächtnis sagte mir: Den kennst Du doch.“ Schumacher recherchierte ein wenig. Später griff er dann zu.

Dieser Tornister ist 118 Jahre alt. Zunächst trug ihn Schumachers Mutter, später der Sammler selbst. Foto: Wolfgang Teipel

118 Jahre alter Tornister aus Familienbesitz

Bei einem weiteren Objekt der „Lüdenscheidensien“ musste er nicht lange forschen. Es handelt sich um einen Schulranzen aus Leder aus dem Jahr 1904 , mit dem sich seine Mutter, später sein Onkel und noch später er selbst auf den Weg in die ehemalige katholische Volksschule Overbergschule an der Weststraße gemacht haben.