Die RaumZeitPiraten haben fantastische Maschinen entwickelt. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Die „Wunderkammer der Zukunft“ in den Städtischen Museen ist ein Ort, an dem viel über Zukunft gesprochen wird. Sie ist ein Platz zum Experimentieren mit Ideen und gleichzeitig ein Versuchsfeld, auf dem die Ausrichtung der neuen Dauerausstellung im Museum am Sauerfeld entwickelt werden soll. Die Aktionen werden für ein weiteres Jahr von der Kulturstiftung des Bundes gefördert. „Wir sind sehr froh über diese Anschlussfinanzierung“, sagt Museumsleiter Dr. Eckhard Trox und bekräftigt: „Die Wunderkammer soll ein integraler Bestandteil der neuen Dauerausstellung werden.“

120.000 Euro von der Kulturstiftung des Bundes

Für das laufende Jahr sind eine Reihe von Aktionen geplant. Sie sollen Zukunftsentwürfe aufgreifen und neue Denkanstöße liefern. Rund 120.000 Euro hat die Kulturstiftung des Bundes für das laufende Jahr bewilligt.

„In einem ersten Schritt werden wir sozusagen eine hybride Version des Museums liefern“, sagt Tom Groll vom Wunderkammer-Team. Eine Webseite soll Kunstfreunden ab dem 5. Juni zeigen, was im Museum passiert. Außerdem wird ein Instagram-Account eingerichtet. Neben dem digitalen Einblick wird später das Museum zum Ort der Interaktion. Voraussichtlich ab Juli will das Wunderkammer-Team Passanten über ein Schaufenster auf der Museumsfassade am Geschehen im Gebäude teilhaben lassen. „So strahlt das Museum dann in die Stadt hinaus“, sagt Tom Groll, der in der Region als Lichtkünstler bekannt ist.

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Futuristische und märchenhafte Welt

Die RaumZeitPiraten das sind Tobias Daemgen, Moritz Ellerich und Jan Daemgen. Foto: Wolfgang Teipel

Was wird zu sehen sein? Im ersten Schritt präsentieren die Wuppertaler RaumZeitPiraten ihre futuristische und zugleich märchenhafte Welt. Sie besteht aus selbstgebauten, optoakustischen Instrumenten, die untereinander agieren und auch auf Besucher reagieren können, beispielsweise über  Thermosensoren. So entwickeln sich äußerst diffizile Gebilde, die von Licht und Klang begleitet werden.

Museumsleiter Dr. Eckhard Trox ist fasziniert von der Arbeit der RaumZeitPiraten und bewundert insbesondere das spielerische Moment. „Im Spiel liegt die größte Chance, Kreativität zu entwickeln“, sagte der Museumsleiter beim Pressetermin. Das sei ganz im Sinne der Wunderkammer.

Seit 2007 loten Tobias Daemgen, Jan Ehlen und Moritz Ellerich in ihren Arbeiten spielerisch Verknüpfungen von Klang, Bild, Objekt sowie Raum und Zeit aus. Foto: Wolfgang Teipel

Anderer Blick auf Technik

Die RaumZeitPiraten sind ein Künstlerkollektiv, das seit 2007 zusammen arbeitet. Tobias Daemgen, Jan Ehlen und Moritz Ellerich loten in ihren Arbeiten spielerisch Verknüpfungen von Klang, Bild, Objekt sowie Raum und Zeit aus. Die drei Künstler wollen die Betrachter zu einem anderen Blick auf die Technik animieren. „Wenn wir Maschinen ein Eigenleben zutrauen, stellen wir andere Fragen“, erklärte Tobias Daemgen. Die Werke der RaumZeitPiraten sind seit einigen Jahren auch international gefragt.

Wenn es die Corona-Schutzbestimmungen zulassen, können Besucher ab dem 5. Juni auch eine neue Arbeit des polnischen Lichtkünstlers Robert Sochacki erleben. Außerdem wird im Foyer des Museums eine Filmdokumentation vorausgegangener Wunderkammer-Veranstaltungen zu sehen sein. Sie wurde von Kuno Seltmann produziert. Diese Dokumentation wird auch als Buch zu erhalten sein.

 

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