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Muco-Geschäftsführer Dirk Middendorf (l.) stellte MdL Thorsten Schick und Agenturchefin Sandra Pawlas (2. v. l.) seinen Betrieb vor. Foto: Bernhard Schlütter


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Werdohl. Sehr gute Ausbildung, hervorragende Karrierechancen – diese Faktoren allein reichen nicht mehr aus, um junge Leute für die Ausbildung im Handwerk zu gewinnen. Diese Erfahrung teilte Dirk Middendorf, Geschäftsführer des Unternehmens Meschede & Co. GmbH Elektrotechnik (Muco), mit Sandra Pawlas, Leiterin der Arbeitsagentur Iserlohn, und Thorsten Schick, CDU-Landtagsabgeordneter, die den Werdohler Handwerksbetrieb besuchten, um sich vor Ort über die Ausbildungssituation speziell im Handwerk zu machen.

„Obwohl die Ausbildung im Handwerk gründlicher und vielfältiger ist, können wir nicht mit den Löhnen konkurrieren, die in der Industrie gezahlt werden“, stellt Dirk Middendorf fest. Das führe zum einen dazu, dass es schwierig sei, überhaupt Auszubildende zu bekommen, zum anderen, dass Leute nach der Ausbildung im Handwerk zu einem höher dotierten Job in der Industrie wechselten. Ein weiterer Grund für den Nachwuchsmangel nicht nur im Handwerk sei die Priorisierung des Abiturs.

Um als Ausbildungsbetrieb attraktiv für junge Leute zu sein, ergreift Dirk Middendorf daher zusätzliche Maßnahmen. Eine ehemalige Wohnung am Firmensitz Hasenhelle gestaltet er um zum Aufenthaltsbereich für seine Auszubildenden. „Hier können sie gemeinsam lernen, zum Beispiel Lehrvideos anschauen, von denen es heute sehr gute im Internet gibt“, erklärt der Muco-Geschäftsführer. „Man muss sich als Ausbildungsbetrieb abheben von den Mitbewerbern“, macht er deutlich, dass ein Wettbewerb um Nachwuchskräfte im Gange ist.



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Alternativwege zur Mitarbeitergewinnung

Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik sowie für Maschinen- und Antriebstechnik bildet Muco aus. Bei der Gewinnung von neuen Mitarbeitern beschreitet Dirk Middendorf auch Alternativwege. So pflegt er gute Kontakte zum Berufsbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft und hat auch mit Studienabbrechern gute Erfahrungen gemacht. „Ich habe selbst zunächst zwei Semester studiert, bevor ich gemerkt habe, dass das nicht das Richtige für mich war.“ Über die Stationen Meister und Betriebswirt hat er es zum Firmeninhaber gebracht. Gerade hat ein neuer Mitarbeiter über die von der Arbeitsagentur geförderte Einstiegsqualifizierung bei Muco angefangen, der als Flüchtling aus Syrien nach Deutschland gekommen ist.

Der Bau von Schaltschränken für Industriekunden stellt einen Schwerpunkt bei Muco dar. Foto: Bernhard Schlütter

36 festangestellte Mitarbeiter hat Muco. Dazu kommen derzeit sieben Leiharbeiter. „Wir sind auf Leiharbeit angeweisen“, spricht er gegen die Verteufelung von Personalvermittlern. „Wir brauchen die Leiharbeiter, um personelle Engpässe zu überbrücken, und haben dadurch auch schon einige neue Mitarbeiter gewonnen.“

Die Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur sei sehr gut, bescheinigte Dirk Middendorf Sandra Pawlas. Vor allem der seit einigen Jahren angebotene spezielle Arbeitgeberservice funktioniere bestens.

Dem Landtagsabgeordneten Thorsten Schick gab Dirk Middendorf zwei Wünsche mit nach Düsseldorf: Der Besuch z.B. einer Meisterschule sollte ähnlich wie ein Studium für die Absolventen kostenlos sein und der bürokratische Aufwand für die Betriebe sollte deutlich verringert werden.

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