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Halver. (ots) Eine Halvererin mittleren Alters ist auf einen Romance-Scammer hereingefallen und hat dabei Geld verloren. Wie die Polizei jmitteilt, hatte die Frau Mitte Juli über das soziale Netzwerk Facebook einen Mann kennengelernt. Zunächst lief der Kontakt über den Facebook-Messenger, dann ging es weiter über Hangout-Videochats. Der Mann schickte Bilder und behauptete, er sei Arzt im Militäreinsatz im Jemen und Millionär. Es kam wie immer bei solchen „romantischen Betrügereien“: Obwohl sich die beiden nie gesehen haben, machte er ihr einen Heiratsantrag, den sie annahm. Um nach Deutschland kommen zu können, brauche er Geld. Darauf transferierte die Frau mehrfach Geld über Geschenkkarten und leitete im Auftrag des Mannes Geld weiter auf ein Auslandskonto.

Mitarbeiter ihrer Bank kennen sich aber offenbar nicht nur mit Geld aus, sondern auch mit Romance-Scammern. Sie rieten ihr dringend zur Anzeige bei der Polizei. Die Frau folgte dem Rat ihrer Bank.

Moderne Heiratsschwindler brauchen ihre Opfer nicht zu küssen, warnt die Polizei. Die „romantischen Betrüger“ spielen aufs Übelste mit den Gefühlen ihrer Opfer. Die finden sie meist in sozialen Netzwerken oder bei Online-Partnervermittlungen. „Dein Profil gefällt mir“, so lautet einer der Standard-Anmach-Sprüche. Die richtigen Worte, vielleicht auch im Chat oder per Skype, reichen: Nach wenigen Wochen oder manchmal nur Tagen ist das Opfer um den Finger gewickelt.

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Weibliche Scammer verschicken schnell Fotos, in denen sie leicht bekleidet präsentieren. Männliche Scammer verwenden häufiger Fotos in Uniform. Allen gemein ist, dass sie sich aus unterschiedlichen Gründen im Ausland aufhalten: Der Vier-Sterne-General weilt im Auslands-Einsatz, der Geschäftsmann jettet um den Globus. Schnell sprechen sie vom Heiraten und fast genauso schnell von Geldproblemen.

Der Vier-Sterne-General möchte angeblich seine Abfindung steuerfrei nach Europa transferieren oder braucht eine Adresse in Deutschland zum Empfang von Paketen. Der Geschäftsmann erlebt einen Unfall, wird verhaftet oder braucht dringend Geld für die Operation der Kinder aus seiner ersten Ehe, …

Wie kann man sich schützen? Manchmal hilft es bereits, den Namen des Auserkorenen zu „googeln“ – insbesondere bei Kontakten ins Ausland. Oft machen sich die „Romance-Scammer“ nicht einmal die Mühe, ihren Namen zu variieren. Allein ein geschliffenes Deutsch bietet auch keine Gewähr, nicht an einen Betrüger zu geraten.

Spätestens, wenn der virtuelle Bekannte Geld will, sollten alle Alarmglocken schrillen. Dann sollte man alle Kontakte sofort abbrechen, Chat-Verläufe oder E-Mail-Verkehr sichern und Anzeige erstatten. (cris)

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