Mit der Inbetriebnahme eines eigenständigen 5G-Netzes wird der Märkische Kreis zur Modellregion

Die Zukunft des Mobilfunks hat einen Namen: 5G heißt die Technologie, die wegweisend sein soll für die Nutzung mobiler Endgeräte. Bisher kommen nur wenige Verbraucher in den Genuss des Mobilfunks in Echtzeit, denn die 5G-Technologie ist noch in der Entwicklung. Trotzdem haben einige Anbieter bereits Modellprojekte auf den Weg gebracht, die einen Blick in die nahe Zukunft werfen lassen. Mit der Inbetriebnahme des ersten Kernnetzes in 5G wird der Märkische Kreis zur Modellregion für ganz Europa.

Die Zukunft setzt auf 5G-Technologie

Die Mobilfunktechnologie befindet sich im ständigen Wandel. In den vergangenen Jahren hat es immer wieder gravierende Umbrüche gegeben, die nicht nur einen technologischen Fortschritt mit sich gebracht haben, sondern auch ein grundlegendes Umdenken im Hinblick auf Einsatzmöglichkeiten und Nutzerverhalten. Erst 2011 gelang der Wechsel von 3G zu 4G und damit zu einem heute breit ausgebauten LTE-Netz. Dieser Sprung brachte nicht nur die Möglichkeit mit sich, Videos und Bilder innerhalb kürzester Zeit zu verschicken und abzurufen, auch Mobilfunk-Sprachchats wurden erst im LTE-Netz sinnvoll möglich, weil sie digitalisiert werden konnten.

Mit der 5G-Technologie ist erneut ein Quantensprung gelungen, der den Mobilfunk in eine neue Zukunft führen wird. Doch was haben wir vom künftigen Mobilfunkstandard zu erwarten und welche Dienste und Anwendungsgebiete profitieren besonders von einem 5G-Netz?

Bei der Weiterentwicklung von LTE zu 5G wurden vor allem drei Kernbereiche zukunftsfähig gemacht:

  1. Enhanced Mobile Broadband (eMBB)

Dieser Bereich ist für Verbraucher im Privatbereich besonders interessant. Unter eMBB werden alle Dienste zusammengefasst, die besonders umfangreiche Datenübertragungsraten mit sich bringen. Dazu gehören insbesondere das Videostreaming und das Gaming, die in den letzten Jahren im Nutzerverhalten mit modernen Endgeräten einen immer größeren Stellenwert einnehmen. Streams über Videoplattformen wie YouTube und TikTok sind selbstverständlich geworden und auch die Gamingbranche wandert immer stärker in den mobilen Bereich ab.

Moderne Technologien wie Augmented und Virtual Reality machen den technologischen Fortschritt erforderlich. Videostreaming und Gaming wachsen immer weiter zusammen. So sind zum Beispiel komplexe MMORPG in ihrer mobilen Version nicht mehr ohne hochauflösende Videosequenzen denkbar. Ein weiteres Beispiel sind Online Casinos, die ebenfalls immer stärker auf grafische Höchstleistungen setzen und ihr Repertoire durch Streamingangebote erweitern. Die besten Online Casinos haben ihr Repertoire beispielsweise um einen Live Modus erweitert. Für all diese Erweiterungen im Streaming- und Gamingbereich müssen Mobilfunkanbieter entsprechend hohe Kapazitäten zur Verfügung stellen.

2. Massive Machine Type Communication (mMTC)

Hier geht es um eine stärkere digitale Vernetzung der Industrie. Schlagwörter, die bereits heute im industriellen Bereich Anwendung finden, sind Industrie 4.0 und Internet der Dinge (IoT). Dabei sollen aber nicht nur die Akteure der Industrie in den Fokus rücken, sondern auch der Verbraucher. Der Ausbau von mMTC wird die moderne Smarthome-Technologie weiter voranbringen. Energieeffizienz, zunehmende Digitalisierung von Ermittlung und Übertragung relevanter Daten und die Zuverlässigkeit von automatisierten und digitalisierten Prozessen sind Stichwörter, die auch im privaten Bereich einen Fortschritt bringen werden. Im Vergleich zum Streaming- und Gamingverbrauch sind die zu verarbeitenden Datenmengen im Bereich mMTC zwar gering, dafür muss das moderne 5G-Netz eine Vielzahl komplexer Einzelprozesse und sich überschneidender Übertragungen verarbeiten und zuverlässig belastbar sein können.

3. Ultra-Reliable and Low-Latency Communication (uRLLC)

Das 5G-Netz wird auch die bisherigen Schwachstellen in essentiellen Bereichen wie der Robotik, der Stabilität taktiler Netze, wie zum Beispiel in der medizinischen Überwachung von Vitalwerten und im Forschungsbereich Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation beseitigen können. In diesen Bereichen kommt es nicht auf die Übertragung großer Datenmengen an, dafür aber auf eine stabile und lückenlose Kommunikation zwischen Sender und Empfänger, die die Funktionalität wichtiger Technologien erst möglich macht. Hier wird die Echtzeit-Datenübertragung im 5G-Netz zur Grundlage neuer Entwicklungen.

(Quelle: https://www.5g-anbieter.info)

Vodafone schaltet 5G Standalone frei

Bereits im April rückte der Märkische Kreis in den Fokus der Berichterstattung über den neuen 5G-Standard. Am 22. April gab Mobilfunkanbieter Vodafone in einer Pressemitteilung bekannt, sein Kernnetz 5G Standalone freizuschalten. Damit machte Vodafone den Kreis zur Modellregion für den ersten Mobilfunk in Echtzeit in ganz Europa. Mit dem eigenständigen Kernnetz in 5G-Qualität wurde erstmals der neue Standard vom bisherigen LTE-Netz abgekoppelt und überträgt Daten seitdem unabhängig.

Damit kommen Privat- und Geschäftskunden im Märkischen Kreis mit ihrem Vodafone-Anschluss als erste Nutzer in Europa in den Genuss extrem hoher Bandbreiten und so geringer Latenzzeiten, dass eine Datenübertragung in Echtzeit möglich wird. Vodafone gibt dank der neuen Technologie für die Region Übertragungsverzögerungen von maximal 10 Millisekunden bekannt. Das Mobilfunknetz überträgt Datenpakete damit ebenso schnell wie das menschliche Nervensystem Reize überträgt. Das ist ein Quantensprung in der modernen Mobilfunktechnologie.

Herzstück dieser bahnbrechenden Technologie ist das leistungsstarke 5G-Rechenzentrum, das Vodafone in Frankfurt in Betrieb genommen hat. An das Rechenzentrum angeschlossen sind insgesamt 5 Antennen mit 5G-Leistung, die das 5G-Kernnetz zu einer eigenständigen Infrastruktur ausbauen. „Bislang haben wir die Power von 5G mit den bereits verfügbaren Bandbreiten aus dem LTE-Netz kombiniert. Jetzt entkoppeln wir 5G komplett vom LTE-Netz und starten als erster Anbieter in Europa eine komplett eigene 5G-Infrastruktur“, erklärt Vodafone Technik-Chef Gerhard Mack.

Bis 2023 sollen in ganz Deutschland insgesamt 5 Rechenzentren mit 5G-Leistung in Betrieb genommen werden. Rund 1.000 5G-Antennen sind deutschlandweit bereits betriebsbereit. Damit wird der Märkische Kreis zu einer wichtigen Modellregion, in der die neue Technologie im Live-Modus zeigen kann, wohin die Zukunft führt.

Mobilfunk in Echtzeit, hohe Reichweite und geringer Energieverbrauch

Für Nutzer lassen sich die Vorteile durch die neue und unabhängige 5G-Technologie in drei Stichworten zusammenfassen: Mobilfunk in Echtzeit, mehr Reichweite und geringerer Energieverbrauch.

Die Vernetzung der leistungsstarken 5G-Antennen mit dem eigenen 5G-Rechenzentrum vergrößert die Reichweite der 5G-Stationen um 20 Prozent. So entsteht eine selbstständige Infrastruktur, die ein größeres Gebiet mit Mobilfunk in Echtzeit versorgen kann.

Ein weiterer Vorteil ist der geringe Energieverbrauch im Kernnetz. Durch die Abkopplung des 5G-Netzes vom LTE-Netz müssen Smartphones sich nur noch in ein Netz einwählen und nicht mehr zeitgleich zwei Verbindungen aufrechterhalten. Das kann den Energieverbrauch des Gerätes um bis zu 20 Prozent reduzieren. Insbesondere für Vielstreamer werden moderne Smartphones damit wesentlich effizienter.

Positiver Nebeneffekt ist die Tatsache, dass die erhöhte Energieeffizienz auch dafür sorgt, dass Smartphones im eigenständigen 5G-Netz einen geringeren CO2-Ausstoß aufweisen und damit auch umweltschonender arbeiten.

Außerdem macht das eigenständige 5G-Netz das Surfen mit großen Bandbreiten von bis zu 700 Megabit pro Sekunde stabiler. Jetzt kann eine größere Anzahl an Endgeräten und Nutzern gleichzeitig auch große Datenmengen übertragen, ohne Schwankungen der Netzleistung hervorzurufen. Jede der leistungsstarken 5G-Antennen im Standalone-Netz versorgt bis zu einer Millionen Nutzer und Endgeräte pro Quadratkilometer mit dem 5G-Standard. Im Vergleich zu dem bisher verfügbaren 5G-Netz in Kombination mit dem LTE-Netz ist das die zehnfache Kapazität.

Vodafone-Kunden können neue Technologie bereits nutzen

Dass die moderne 5G-Technologie keine reine Zukunftsmusik mehr ist, haben einige Vodafone-Kunden bereits feststellen dürfen. Für sie steht das brandneue und leistungsstarke Netz schon seit ein paar Wochen zur Verfügung. Die Voraussetzung für die Nutzung des 5G-Netzes ist ein Endgerät, das die neue Technologie vollumfänglich unterstützt.

Für Smartphones mit den richtigen Voraussetzungen gibt es ein kostenloses und automatisches Firmware-Update. Vodafone-Kunden, die einen Postpaid-5G-Tarif haben, können seit April eine kostenfreie 5G Core Network Option zu ihrem Vertrag hinzubuchen, der ihnen die 5G-Technologie freischaltet. Damit wird aus der bisher noch vom LTE-Netz gestützten 5G-Verbindung die neue Standalone-Variante von Vodafone.

Auch gewerbliche Kunden wie Unternehmen, Vereine oder Telekommunikationsdienstleister können zeitnah auf das 5G-Netz zugreifen und damit ihre Arbeit um stabiles Network Slicing erweitern.

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