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Galerieleiterin Dr. Susanne Conzen in der Gemälde-Installation von Estzher Zahel. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Am Freitag, 23. Oktober, wird in den Museen der Stadt Lüdenscheid die Auswahlausstellung Malerei der Märkischen Kulturkonferenz (MKK) eröffnet. Sie zeigt fünf Positionen zeitgenössischer MalerInnen und ist bis zum 14. Februar zu sehen.

Eine bzw. einer der fünf KünstlerInnen, die es in die Vorauswahl geschafft haben, wird das mit 12.000 Euro dotierte MKK-Stipendium für Bildende Kunst – in diesem Jahr ist es die Malerei – erhalten.

Bis zur Sitzung der Jury am 28. Oktober kann das Publikum über die Werke abstimmen. Das Votum wird wie eine zusätzliche Jury-Stimme gewertet.

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Insgesamt 30 Bewerbungen

In diesem Jahr wurden aus 30 Bewerbungen vier Frauen und ein Mann ausgewählt. Es handelt sich um Nachwuchskünstler, die ihre Ausbildung kürzlich abgeschlossen haben oder sich noch in der Ausbildung befinden. Sie sind von ihren Professorinnen und Professoren empfohlen worden.

MKK
Dieses Gemälde von Undur-Orgil Oyusuvd tritt aus der Wand hervor. Dr. Susanne Conzen verschlug das neun Meter lange Objekt zunächst die Sprache. Foto: Wolfgang Teipel

Der Beitrag von Oyusuvd Undur Orgil verschlug Galerieleiterin Dr. Susanne Conzen, die auch MKK-Geschäftsführerin und Mitglied der Jury ist, zunächst die Sprache. „Wie soll ich das unterbringen?“ Immerhin handelt es sich um ein neun Meter langes Gebilde aus Leinwand und Kunststofffolie, das die Zweidimensionalität der Malerei verlässt und sich mutig in den Raum reckt. Kombiniert ist es mit einigen kleineren Objekten. Das Problem wurde gelöst – nicht zuletzt deshalb, weil Oyusuvd Undur Orgil ihre Installation an vorhandene Räumlichkeiten anpassen kann.

Der Zauber entfaltet sich im Inneren

Die Bewerbung von Esther Zahel dagegen erscheint auf den ersten Blick eher wie eine Baustelle im Foyer des Museums. Der Zauber entwickelt sich, wenn man die etwas windschiefe Hütte betritt. Das Objekt besteht aus acht großen bemalten Platten. Sie stellen eine Wohnung dar. Aber Vorsicht. Esther Zahel spielt mit den Perspektiven. Deshalb kann es einem in ihren Räumen sogar leicht schummrig werden.

MKK
Ein Beispiel für die Arbeit von Judith Kaminski. Foto: Wolfgang Teipel

Valentino Magnolo arbeitet mit Bildern aus Überwachungskameras, verfremdet sie, baut Fotos antiker Statuen ein und überzieht die Bildern mit Rastern. Zusätzlich verwendet er Graffiti-Elemente.

Judith Kaminski verwendet gern florale Motive malt Blumen in Fotos von Vasen, die sie im Internet gefunden hat und dekoriert ihre Werke dann mit kräftigen Spuren aus Acryl. Die sich in den Fensterscheiben spiegelnden Bäume und Sträucher der Umgebung legen sich wie eine transparente Collage über die floralen Motive und bilden so ein Display mit doppelter Ebene.

Abstrakte Landschaftsmotive

Bleibt noch Alida A. Warzecha. Ihre Bilder beeindrucken durch die schiere Größe und geheimnisvolle Zeichen. Ihre abstrakten Landschaftsmotive stecken voller Emotionen.

„Aufgrund der aktuellen Corona-Lage ist kein offizielles Eröffnungsprogramm vorgesehen“, kündigt Galerieleiterin Dr. Susanne Conzen an. Der Ausstellungs-Auftakt ist als Open-House-Veranstaltung geplant. Die Besucher können von 18 bis 21 Uhr das Museum besuchen, Gespräche mit den Künstlern führen und ihre Stimme für einen Favoriten ihrer Wahl abgeben. Der Eintritt ist frei.

Mit “Paint the Wall” ein Malerei-Hotspot

Mit dem Beginn der MKK-Auswahlausstellung und dem Start der „Paint the Wall“-Aktion von Willi&Söhne wird Lüdenscheid in der nächsten Zeit zu einem Malerei-Hotspot in der Region. Da Elemente der Streetart eine gemeinsame Verbindung zwischen der Ausstellung im Museum und „Paint the Wall“ darstellen, haben Dr. Susanne Conzen und Willi&Söhne beschlossen, mit einem gemeinsamen Werbebanner aufzutreten.

Beispiel für eine Note-Hate-Wall. Foto: Tom Weecks

Ein weiteres Ergebnis der Vernetzung von Museum und Willi&Söhne ist eine Aktion, die auf den Start von „Paint the Wall“ folgt. Ort ist das historische Treppenhaus im Alten Rathaus. Hier wird der Lüdenscheider Thor Hartmann tellergroße Sticker gestalten, sie an den Wänden anbringen und Jugendliche auffordern, es ihm gleich zu tun. Die Vorlagen werden kostenlos zur Verfügung gestellt. So soll eine „No Hate Wall“ entstehen. Dieser Ableger der Streetart hat sich von Köln aus verbreitet und nennt sich „#nohatefamily“.

Individuelle Designs gegen Hass

Die Idee, sich mit dem Thema Hass künstlerisch auseinanderzusetzen, entstand im Oktober 2018 bei einem Gedankenaustausch der Kölner Künstler Planet_Selfie, Greentaxonomy, VCTRPLNT, Maidincologne, Adultremix, Cuts.and.pieces, Sweetsniniand 8arms2hug. Sie wollen mit der Aktion in den Sozialen Medien ein Zeichen gegen Hass setzen. Das Projekt wurde im November 2018 über Instagram angeschoben. Im Jahr April 2019 waren bereits über 1000 Künstler weltweit aktiv und setzten mit ihrem individuellen #nohatefamily Aufkleberdesign ein kreatives Zeichen gegen Hass und Intoleranz.

 

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