Die Plettenberger Gesprächsrunde gegen häusliche Gewalt möchte für das Thema Gewalt gegen Frauen sensibilisieren. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. „Orange the World“ ist eine Kampagne der Organisation UN Women, die alljährlich zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November durchgeführt wird. Daran beteiligt sich in diesem Jahr auch die Plettenberger Gesprächsrunde gegen häusliche Gewalt. Am Freitag (19. November) waren Mitglieder der Gesprächsrunde auf dem Wochenmarkt und machten auf das Thema „Häusliche Gewalt“ aufmerksam.

Solidarität und Gewaltfreiheit

Die Farbe Orange steht für die Beendigung der geschlechtsspezifischen Gewalt. Am Stand der Plettenberger Gesprächsrunde konnten sich Interessierte orangefarbenes Transparentpapier mitnehmen, um zu Hause daraus Laternen zu basteln und selbst ein sichtbares Zeichen gegen die häusliche Gewalt zu setzen. „Wir möchten die Leute einbinden“, erklärt die städtische Gleichstellungsbeauftragte Mareike Masuch. Orangefarbenes Papier kann auch bei ihr im Rathaus (nach telefonischer Absprache) abgeholt werden. Vom 25. November bis zum 10. Dezember dem Tag der Menschenrechte, symbolisieren orange angestrahlte Gebäude und orange erleuchtete Fenster eine bessere und hellere Zukunft. Es ist ein Zeichen von Solidarität und Gewaltfreiheit.

Mareike Masuch und Claudia Petri, Psychologin der Beratungsstelle des Diakonischen Werks, freuen sich, dass in Plettenberg die Rathausfront und der Turm des Paul-Gerhardt-Hauses in der Bahnhofstraße angestrahlt werden. Zudem beleuchtet die KulTour GmbH ihre Schaufenster in der Innenstadt orange. Die Schülervertretung des Gertrud-Bäumer-Berufskollegs wird die Aktionstage zum Anlass nehmen und Erlöse einer Nikolaus-Aktion ans Frauenhaus Iserlohn weitergeben.

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Seit 2010 engagiert sich die Plettenberger Gesprächsrunde gegen häusliche Gewalt. Sie setzt sich aus Akteurinnen und Akteuren unterschiedlichster Institutionen zusammen, die Berührungspunkte zum Thema haben. Zweimal im Jahr laden Mareike Masuch und Claudia Petri ins Rathaus ein. Dort werden fachliche Fragen geklärt und Aktionen geplant, die das Thema häusliche Gewalt aus der Tabuzone holen.

Über 600 Strafanzeigen im MK

Laut einer Presseinfo der Stadt Iserlohn gab es 2020 über 600 Strafanzeigen wegen häuslicher Gewalt im Märkischen Kreis. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Opfer von Partnerschaftsgewalt sind über 80 Prozent Frauen; Kinder sind ebenfalls betroffen. Die Formen und das Ausmaß der Gewalt sind vielfältig und führen teilweise bis hin zu (versuchten) Tötungsdelikten.

„Uns ist wichtig, dass Betroffene wissen, wo sie Hilfe bekommen“, so Claudia Petri. Auch wer unsicher sei, solle das Gespräch suchen, empfiehlt sie, denn Gewalt könne viele Formen haben. „Wir sind für sie da und wollen möglichst helfen, bevor die Polizei kommen muss.“

Die Mitglieder der Gesprächsrunde Plettenberg würden sich über Fotos von orange beleuchteten Fenstern für eine Collage sehr freuen. Die Fotos werden im Mailpostfach m.masuch@plettenberg.de gesammelt.

Wichtige Hilfenummern für Plettenberg

  • Psychologische Beratungsstelle: 02391/9540-25
  • Gleichstellungsbeauftragte: 02391/923-336
  • Frauenberatungsstelle: 02351/860043
  • Kinderschutzzentrum: 02351/463915
  • Bundesweit steht das Hilfetelefon 08000 116 016 zur Verfügung. Es ist mehrsprachig und kostenfrei.
  • In Notfällen hilft die Polizei unter 110.

INFO: UN-Kampagne Orange the World

  • Die Kampagne „Orange the World“ wurde von UN Women ins Leben gerufen. Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen ist ein jährlich am 25. November stattfindender Gedenk- und Aktionstag zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt jeder Form gegenüber Frauen und Mädchen.
  • Jede dritte Frau hat in ihrem Leben geschlechtsbasierte Gewalt erlebt. In Krisenzeiten steigen die Zahlen, wie während der COVID-19-Pandemie und den jüngsten humanitären Krisen, Konflikten und Klimakatastrophen zu beobachten war. Ein neuer Bericht von UN Women, der sich auf Daten aus 13 Ländern stützt, zeigt, dass zwei von drei Frauen berichteten, dass sie oder eine Frau, die sie kennen, während der Pandemie eine Form von Gewalt erlebt haben und dass sie mit größerer Wahrscheinlichkeit von Ernährungsunsicherheit betroffen sind. Nur 1 von 10 Frauen gab an, dass die Opfer zur Polizei gehen würden. Schon vor der COVID-19-Pandemie litten weltweit 243 Millionen Frauen und Mädchen unter Partnerschaftsgewalt.
  • Es geht bei „Orange the World“ darum, auf dieses grassierende Problem aufmerksam zu machen und Farbe zu bekennen: Die UN Kampagne findet zwischen dem 25. November, dem „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ und dem 10. Dezember, dem „Internationalen Tag der Menschenrechte“, statt. Die Farbe Orange steht für die Beendigung der geschlechtsspezifischen Gewalt. Schon 1991 wurde die Kampagne vom Women’s Global Leadership Institute initiiert. Sie ist seit 2008 Teil der „UNiTE to End Violence against Women“ Kampagne Orange the World des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, die von UN Women durchgeführt wird. Quelle: www.unwomen.de

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