Sandra Manß startet eine besondere Aktion für Autobesitzerinnen und -besitzer, deren Fahrzeuge bei der Flutkatastrophe abgesoffen sind. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Nach der Überschwemmungskatastrophe sind Massen von Autos Totalschaden. Die unglücklichen Besitzerinnen und Besitzer werden ihre Fahrzeuge bei Autoverwertungen und auf Schrottplätzen abliefern müssen. Für Sandra Manß von der Lüdenscheider AVL Autoverwertung ist das sonst Tagesgeschäft. In diesen Tagen und Wochen ist es das aber nicht.

Der 43-Jährigen Lüdenscheiderin geht das Schicksal aller Flutopfer zu Herzen. „Deshalb möchte ich allen Autobesitzerinnen und -besitzern, die sich jetzt zwangsläufig von ihrem Fahrzeug trennen müssen, eine kleine Freude machen“, sagt sie. „Mir ist es wichtig, dass den Menschen auf jede erdenkliche Art und Weise geholfen wird.“



Preis wird aufgestockt

Deshalb startet Sandra Manß eine ungewöhnliche Aktion. Sie wird für Autos, die während der Flutkatastrophe abgesoffen sind, den Preis nach Gutachten oder nach Gewicht aufstocken und 50 Euro über dem jeweiligen Schrottpreis zahlen. „Das ist eine kleine Spende, die den Opfern der Flutkatastrophe vielleicht ein wenig weiter hilft und ihnen eine kleine Freude macht“, sagt sie.

Gewisses Risiko

Dass sie dabei ins Risiko geht, ist ihr klar. „Das ist es mir wert“, bekräftigt Sandra Manß. Möglicherweise könne sie die Mehrausgaben ja kompensieren, indem sie einige Fahrzeuge für Car-Crasher zur Verfügung stellt. Die Betreiberin der AVL-Autoverwertung arbeitet seit einigen Jahren mit der Jochen Schweizer Gruppe zusammen, die Gutscheine für außergewöhnliche Erlebnisse anbietet, darunter auch Tickets für Menschen, die Spaß daran haben, mal ein Auto nach allen Regeln der Kunst zu zertrümmern.

Image verbessern

Sandra Manß möchte auch dazu beitragen, das Image der Schrottbranche zu verbessern. Nicht zuletzt deshalb veranstaltet sie auf dem Gelände an der Dammstraße Events wie beispielsweise das „Schrottreif“-Festival im Juli 2018 oder auch Lesungen.

Autoverwerterin heute in der “ZDF.Reportage”

Am Sonntag, 25. Juli, zeigt das ZDF um 17.55 Uhr in der Sendung „Schrott und Schätze – Feilschen, Verwerten, Entsorgen, wie sich Autoverwerter durch harte Zeiten kämpfen. Das Team der „ZDF.Reportage“ hat auch Sandra Manß besucht. Es präsentiert die Lüdenscheiderin als eine der wenigen Frauen in der Branche. Als gelernte Kfz-Mechatronikerin weiß Sandra Manß ganz genau, wovon sie redet und beim Umgang mit der Kundschaft macht der Geschäftsfrau keiner was vor. Auf ihrem „Schrottplatz der etwas anderen Art“ setzt die ehemalige SPD-Stadträtin ganz auf Stammkundschaft, Events, Zusammenhalt und Kundennähe.

Außerdem hat das ZDF für diese Reportage Thomas Kerstingjohänner (53) besucht. Sein Kapital ist das größte Fahrzeuglager Deutschlands. Dritter im Bunde ist Marius Pohl (28). Er sieht sich als Gegenentwurf zu den herkömmlichen Autoverwertern. Der Jungunternehmer setzt ganz auf den Schrottplatz 2.0. Nicht erst seit Corona ist hier alles digitalisiert, der Verkauf läuft über einen Onlineshop, über eine Million Autoteile sind dort aufgelistet.

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