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Der FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler (3. von links) machte auf seiner Wasserstoff-Tour bei der Firma Brockhaus am Kahley in Plettenberg Station. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler tourte zehn Tage lang mit einem Wasserstoff-Auto durch Nordrhein-Westfalen. Am Samstag (29. August) machte er Station in Plettenberg. Auf dem Firmengelände der Brockhaus Lennetal GmbH am Kahley wurde er von Mitgliedern des FDP-Ortsverbands, Bürgermeister Ulrich Schulte und etlichen Bürgern empfangen, die die Gelegenheit nutzten, um sich über die Antriebstechnik mit Wasserstoff zu informieren.

20.000 Kilometer legte Schäffler auf seiner Wasserstoff-Tour zurück und stellte damit unter Beweis, dass diese Antriebsart im Vergleich zur E-Mobilität mit Batterie für längere Strecken geeignet ist. Der Tankvorgang beim Wasserstoff-Auto dauere nur wenige Minuten und im Winter sei Wasserstoff im Vergleich zur Batterie besser als Antriebsmedium geeignet, zählte er auf. Als Hemmnis nannte der Politiker das grobmaschige Netz von Wasserstofftankstellen in Deutschland.

Kommunen können Vorreiter sein

„Wir sollten nicht nur auf die Batterie setzen, sondern die Verkehrswende technologieoffen gestalten“, erklärte Schäffler den Beweggrund für seine Wasserstoff-Tour. Dabei könnten die Kommunen Vorreiter sein, in dem sie den Einsatz der Wasserstofftechnik z.B. für ihre Fuhrparks und den ÖPNV prüften. Auch die Errichtung von Power-to-Gas-Anlagen nannte der FDP-Bundestagsabgeordnete als eine konkrete Handlungsmöglichkeit für die Kommunen. Power-to-Gas-Anlagen können überschüssigen Strom aus Biogasanlagen mittels Elektrolyse in grünen Wasserstoff umwandeln, also Wasserstoff, der ausschließlich aus Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt wird. Auf diese Weise könnten Energieverluste vermieden werden und der Wasserstoff direkt vor Ort für Wasserstoff-Busse oder -LKW nutzbar gemacht werden.

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Schäffler bedauert, dass die deutschen Automobilhersteller das Thema Wasserstoff als Energiespeicher nicht verfolgten. Es gebe zurzeit keinen deutschen Hersteller von Wasserstoffautos. „Wir müssen hier aufpassen, dass wir international nicht den Anschluss verlieren“, mahnte Schäffler angesichts von Entwicklungen in anderen Ländern.

Brockhaus-Firmen arbeiten CO2-neutral

Gastgeber Caspar Brockhaus (2. von links) und die Plettenberger FDP empfingen Frank Schäffler am Kahley. Foto: Bernhard Schlütter

Gastgeber Caspar Brockhaus zeigte sich ebenfalls überzeugt davon, dass die batteriegetriebene E-Mobilität sich in Einsatzbereichen wie den Güterverkehr auf Straße und Schiene nicht durchsetzen werde. Er berichtete, dass die Brockhaus-Unternehmensgruppe mit ihren Geschäftsbereichen Umwelt und Messtechnik CO2-neutral arbeite. Die am Standort anfallenden CO2-Emissionen werden durch die Beteiligung am Ecomapuá Amazon REDD Project im brasilianischen Amazonasgebiet kompensiert. Dieses Projekt, an dem sich auch andere Unternehmen beteiligen können, umfasst eine Fläche von insgesamt 86.270 Hektar des Amazonas-Regenwaldes, die geschützt werden.

Darüber hinaus, so Caspar Brockhaus, würden für alle Mitarbeiter im Unternehmen der Leitsatz gelten: Jeder soll nach seinen Möglichkeiten zur Verwirklichung der Ziele und Grundsätze des Naturschutzes und der Landschaftspflege beitragen und sich so verhalten, dass Natur und Landschaften nicht mehr als nach den Umständen unvermeidbar beeinträchtigt werden.

INFO

Die Brockhaus-Unternehmensgruppe

  • Brockhaus ist als mittelständisches Familienunternehmen mit 180 Mitarbeitern und 75 Mio. Euro Umsatz in drei komplementären Geschäftsfeldern tätig.
  • Im Kaltwalzwerk bei Brockhaus Stahl wird Bandstahl für anspruchsvolle Anwendungen hergestellt. Die Kunden verarbeiten das Kaltband oder auch modifiziertes Spaltband zu Teilen, die überwiegend im Automobilbau verwendet werden.
  • Brockhaus Umwelt bietet Kunden aus der Öl- & Gas- sowie chemischen Industrie Full-Service Lösungen für deren Prozesse und Turnarounds (TAR). Aktivkohlefilter beseitigen z.B. Kohlenwasserstoffe aus der Abluft oder dem Abwasser. Im Recycling von metallischen Produktionsabfällen leistet Brockhaus Umwelt einen Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Wertschöpfungskette der Metallerzeugung.
  • Bei der Bestimmung magnetischer Werkstoffeigenschaften ist die Brockhaus Messtechnik weltweit anerkannter Spezialist für Mess- und Prüftechnik. Die Brockhaus-Technologien kommen zur Anwendung in der Forschung & Entwicklung, bei der Wareneingangskontrolle und der Qualitätssicherung.
  • www.brockhaus.com

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