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vossbeck-schulte besucht plettenberg
Die CDU-Bundestagsabgeordnete Christel Voßbeck-Kayser traf Plettenbergs Bürgermeister Ulrich Schulte zu einem Informationsaustausch. Foto: Bernhard Schlütter


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Plettenberg. Das Thema Flüchtlinge stand oben auf der Liste der Gesprächsthemen, die die Bundestagsabgeordnete Christel Voßbeck-Kayser (CDU) und Bürgermeister Ulrich Schulte heute (9. Februar) abarbeiteten und anschließend Medienvertreter darüber informierten. Als “Antrittsbesuch” bezeichnete Christel Voßbeck-Kayser dieses Treffen im Plettenberger Rathaus. “Ich möchte die Sicht der Leute vor Ort aufnehmen und in meine politische Arbeit in Berlin übertragen.” Schon am nächsten Sonntag ist die CDU-Parlamentarierin erneut in Plettenberg. Dann besucht sie die ehrenamtlichen Protagonisten von “Plettenberger helfen” und das Café International, das ab 15 Uhr im Dietrich-Bonhoeffer-Haus stattfindet.

Asylanten Wege in den Arbeitsmarkt und in die Ausbildung zu ermöglichen, sieht Christel Voßbeck-Kayser als wichtige Aufgabe von Politik und Wirtschaft an. Sie befürwortet, dass die Flüchtlinge während des Asylverfahrens Ein-Euro-Jobs, gemeinnützige Tätigkeiten und Praktika ausüben. Dafür würde die Bundesregierung Mittel für die Kommunen zur Verfügung stellen.

Für die Anleitung und Betreuung von Asylbewerbern z.B. in gemeinnützigen Ein-Euro-Jobs müssten nicht zwingend Sozialpädagogen eingesetzt werden. “Es gibt fitte und kompetente Rentner, die als Praktiker ihre Erfahrungen einbringen und weitergeben können”, setzt sie auf Ehrenamtliche. Eine sinnbringende Tätigkeit statt erzwungener Untätigkeit gebe den geflüchteten Menschen Selbstbewusstsein und trage zur besseren Integration bei, ist Christel Voßbeck-Kayser überzeugt. Sie berichtete von der aktuellen Initiative “Wege in Ausbildung für Flüchtlinge” von Bundesbildungsministerin, Arbeitsagentur und Deutschem Handwerk. Darüber hinaus hält sie die Anerkennung von Berufsabschlüssen ggf. mit Nachqualifizierung für sinnvoll.



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Verfahren beschleunigen und vereinfachen

Auch im Interesse der Kommunen sei es, die Asylverfahren zu beschleunigen, Fristen bei der Arbeitserlaubnis zu vereinfachen und vereinheitlichen sowie Flüchtlinge aus sog. “sicheren Staaten”, die keine Aussicht auf Asyl haben, bereits an den Grenzen festzustellen und zurückzuschicken. Anerkannte Asylanten müssten die gleichen Rechte und Pflichten haben wie jeder andere in Deutschland auch. Daher sei das Erlernen der deutschen Sprache unabdingliche Voraussetzung für einen dauerhaften Aufenthalt in Deutschland.

Ulrich Schulte gibt zu, dass es in Plettenberg anfangs “verpennt” worden sei, z.B. Berufsabschlüsse und Sprachkenntnisse der hier ankommenden Flüchtlinge zu erfassen. “Wir waren zu sehr damit beschäftigt, die große Zahl unterzubringen.” Die Erfassung werde aber jetzt durchgeführt.

Für die Zukunft steht Plettenberg, wie andere kleinere Städte auch, vor der Aufgabe, Wohnraum für die neuen Einwohner zu schaffen. Dabei wären eigentlich eine Menge Wohnungen in Plettenberg verfügbar, weiß Ulrich Schulte. “Aber darauf können wir nicht zugreifen, weil Häuser zum Teil im Eigentum von obskuren Wohnungsgesellschaften sind, die Leerstände schon so lange bestehen, das sie unbewohnbar geworden sind, oder die Eigentümer keine fremden Mieter haben wollen.”

Junge Leute mit Azubi-WG nach Plettenberg locken

Um neue Bürger/innen für die auf 26.000 Einwohner geschrumpfte Vier-Täler-Stadt und Fachkräftenachwuchs für die heimischen Unternehmen wird es im März am Runden Tisch Ausbildung gehen. Dann soll über die Umsetzung der Idee von Ratsherr Martin Seuthe (CDU) beraten werden: Für junge Leute in anderen Regionen werden Anreize gesetzt, nach Plettenberg zu ziehen und hier eine Ausbildung zu absolvieren. Neben den attraktiven Ausbildungsplätzen könnte z.B. kostengünstiges Wohnen in einer WG mit anderen Auszubildenden ein Anreiz sein. “Das ist eine gute Sache”, findet Christel Voßbeck-Kayser.

Die Bundestagsabgeordnete sagte Ulrich Schulte zu, ihn über für Plettenberg interessante Neuigkeiten und Programme aus Berlin immer aktuell zu informieren.

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