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Über die 400-Meter-Strecke musste Dirk Maximowitz kämpfen.
Halver. (lghs) Mit 5403 Punkten und Platz 13 in der Altersklasse M50 beendete Dirk Maximowitz von der LG Halver-Schalksmühle am späten Freitagabend den Zehnkampf bei der Senioren-Europameisterschaft im italienischen Caorle. Damit gingen zwei ereignisreiche Tage mit Höhen und Tiefen zu Ende.
Gleich die erste Disziplin, der 100-Meter-Lauf, verlief für den Halveraner so gar nicht nach Plan. Nach verstolpertem Start kam er überhaupt nicht ins Rennen und musste sich mit 13,94 Sekunden begnügen. Das war zwar nur drei Hundertstel langsamer als bei seinem besten Lauf in diesem Jahr, aber insgeheim hatte Maximowitz auf eine Zeit zwischen 13,50 und 13,70 Sekunden gehofft.

Schwacher Auftakt

Er selbst hatte keine Erklärung für den schwachen Auftakt: “Ich weiß auch nicht, woran es gelegen hat. Die Trainingsleistungen hatten in den letzten beiden Wochen eigentlich deutlich bessere Zeiten erwarten lassen.” Ein Grund könnte die frischverlegte und damit sehr weiche Tartanbahn gewesen sein. “Aber das allein ist keine Ausrede”, so der Halveraner. Somit stand nach der ersten Disziplin nur der 18. Platz unter den 30 angetretenen Teilnehmern zu Buche.

Saisonbestleistung im Weitsprung

Dafür lief es dann in den folgenden Disziplinen immer besser. Im Weitsprung startete Maximowitz zunächst mit einem weiten, aber leider auch zwei Zentimeter übergetretenen Sprung. Ein Sicherheitssprung im zweiten Durchgang wurde mit 4,60 Meter gemessen, im dritten Durchgang konnte sich der LG-Sportwart dann auf die Saisonbestleistung von 4,84 Metern steigern. Im anschließenden Kugelstoßen startete Maximowitz mit einer weiteren Saisonbestleistung: Gleich im ersten Versuch stieß er die 6-kg-Kugel trotz nicht optimaler Technik auf 11,20 Meter. Da alle 30 Athleten auf einer Anlage stoßen mussten, gab es zwischen den Versuchen lange, nicht gerade förderliche Wartezeiten, so dass ihm keine weitere Steigerung mehr gelang.

Bei 1,51 Meter Höhe war Schluss

Auch beim Hochsprung stand nur eine Anlage zur Verfügung. Die ersten Sportler stiegen bei 1,21 Meter in den Wettkampf ein, und nach jeweils drei Zentimeter Steigerungen überquerte der Beste am Ende 1,72 Meter. Dirk Maximowitz hatte sich aufgrund der zu erwartenden Wartezeit nach dem Einspringen für eine Einstiegshöhe von 1,42 Meter entschieden, die er ebenso wie die folgenden 1,45 Meter im ersten Versuch überwand. Für 1,48 Meter benötigte er zwei Versuche, die 1,51 Meter schaffte er mit dem besten Sprung des Tages wieder im ersten Durchgang. Bei 1,54 Meter gelang dann leider kein optimaler Sprung mehr, doch auch die 1,51 Meter waren Saisonbestleistung.

Zwangspause vor dem 400-Meter-Lauf

Zum Abschluss des ersten Tages ging es dann noch auf die 400-Meter-Strecke. Eigentlich sollte der Start um 17 Uhr erfolgen. Da sich der Hochsprung aufgrund der schlechten Organisation aber bis 17.10 Uhr hinzog und um 17.30 Uhr die 100-Meter-Vorläufe aller weiblichen Klassen anberaumt waren, mussten die Zehnkämpfer nun ein Zwangspause einlegen und konnten ihre letzte Disziplin erst um 19.30 Uhr beginnen. Doch auch hier wollte Maximowitz die lange Pause nicht für die unerwartet schlechte Zeit gelten lassen. Mit 64,26 Sekunden verbesserte er sich gegenüber dem ersten Zehnkampf Anfang Juni zwar um 1,5 Sekunden, eigentlich hatte er aber aufgrund der Trainingsergebnisse auf eine Zeit zwischen 62 und 63 Sekunden gehofft. Am Ende des ersten Tages, bei dem mit knapp 30 Grad und Sonnenschein fast ideale Bedingungen geherrscht hatten, stand so Platz 14 zu Buche.

Gewitter und Regenschauer

Am Freitag, dem zweiten Wettkampf, spielte das Wetter dann überhaupt nicht mit. Schon in der Nacht hatte es begonnen zu regnen, und auch den ganzen Tag über sollte es immer wieder schauern und sogar gewittern.

In Caorle legte Dirk Maximowitz das schwächste Hürdenrennen seit Jahren auf die Bahn.

Bei den 100-Metern-Hürden zum Auftakt war es zumindest von oben trocken, und der Wind kam überwiegend von der Seite. Trotzdem lief Dirk Maximowitz das schlechteste Hürdenrennen sei Jahren, konnte nur bis zur dritten Hürden den optimalen Dreier-Rhythmus halten und musste schon dort auf einen Vierer-Rhythmus wechseln. So stoppte die Uhr erst nach 19,18 Sekunden – rund zwei Sekunden später als erhofft.

Achtbester Diskuswerfer von 30

Danach ging es zum Diskuswerfen. Auch hier warfen wieder alle 30 Athleten auf einer Anlage. Aufgrund einer Verletzung am linken Fußgelenk, die schon seit mehreren Wochen kein Diskustraining erlaubte, wollte der Halveraner alles in den ersten Wurf legen, um evtl. auf die beiden weiteren Versuche verzichten zu können. Der erste Wurf landete dann auch bei ca. 34 Metern – aber leider ca. 20 Zentimeter außerhalb des Sektors. Schon bei diesem einen Versuch hatten sich die Schmerzen im Fußgelenk wie erwartet verstärkt. Trotzdem gelangen dem heimischen Mehrkämpfer im zweiten Durchgang immerhin noch 32,89 Meter, womit er noch achterbester Diskuswerfer des Feldes war.

Stabhochsprung: Endstation bei 2,90 Meter

Dirk Maximowitz beim Diskuswerfen.

Um 12.45 Uhr sollte dann der Stabhochsprung beginnen. Um 13 Uhr waren die Athleten – wieder gemeinsam auf einer Anlage – fertig mit dem Einspringen, ehe ein Gewitter für die erste Unterbrechung sorgte. Nachdem das Gewitter wieder abgezogen war, ging es dann trotz anhaltenden Regens um 14 Uhr endlich los. 1,80 Meter war die erste Wettkampfhöhe für einige Athleten, danach ging es immer zehn Zentimeter höher. Da Maximowitz auf das Einspringen verzichtet hatte, um den linken Absprungfuß zu schonen, absolvierte er seinen ersten Versuch bereits bei 2,20 Meter. Als nächstes überwand er 2,50 Meter im ersten und 2,70 Meter im zweiten Versuch. Die 2,80 Meter schaffte er dann wieder im ersten Versuch, 2,90 Meter bedeuteten die Endstation. Anschließend zog sich der Wettkampf bis 20 Uhr (!) hin, ehe auch der letzte Athlet bei 3,70 Meter ausgeschieden war.



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Die ersten zehn Athleten hatten ihren Speerwurf inzwischen schon absolvieren können; die nächsten durften dann nicht mehr werfen, weil mittlerweile einige Hammerwerfer ihren Wettkampf begonnen hatten. Weil sich die beiden benachbarten Wurfsektoren kreuzten, konnte immer nur einer der beiden Wettkämpfe stattfinden.

Top-Leistung im Speerwurf

So mussten die restlichen Zehnkämpfer bis ca. 21 Uhr warten, ehe sie ihren Wettkampf bei weiterhin strömendem Regen fortsetzen konnten. Gleich im ersten Versuch warf der Halveraner den 700-Gramm-Speer auf 39,61 Meter, nur einen Meter unter Saisonbestleistung. Angesichts der widrigen Bedingungen zeigte er sich damit sehr zufrieden, zumal nur zwei andere Sportler (die späteren Gold- und Silbermedaillen-Gewinner) mit ca. 42 Metern etwas weiter warfen. Um 22 Uhr konnte dann auch der abschließende 1500-Meter-Lauf gestartet werden.

Druckvolles Laufen nicht möglich

Aufgrund der drei schlechten Ergebnisse in den vorherigen Laufdisziplinen gab es für Dirk Maximowitz keine Aussicht mehr auf eine gute Punktzahl, und auch das linke Fußgelenk ließ kein druckvolles Laufen mehr zu. So musste sich der Halveraner am Ende mit einer Zeit 6:13,04 Minuten begnügen, rund 15 Sekunden langsamer als beim Fünfkampf bei den Deutschen Meisterschaften. In der Endabrechnung sammelte er trotz allem noch knapp 60 Punkte mehr als bei seinem ersten Zehnkampf in diesem Jahr. Mit den angepeilten 5800 Punkten hätte er Platz 8 belegt, 6026 Punkte wären für Platz fünf notwendig gewesen.

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