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Das Letmather Marienhospital soll Ende des Jahres geschlossen werden. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Märkischer Kreis. (pmk) Das Marienhospital Letmathe soll zum Ende des Jahres geschlossen werden. Das Haus mit seinen 90 Betten und rund 100 Beschäftigten gehört zu den Märkischen Kliniken. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden von den Märkischen Kliniken weiterbeschäftigt. Das teilt der Märkische Kreis mit.

Die wirtschaftliche Situation im Letmather Marienhospital habe sich dramatisch verschlechtert, heißt es in einer Pressemitteilung. Allein im Jahr 2018 habe der Verlust 1,18 Millionen Euro betragen. Für das laufende Geschäftsjahr rechne die Märkische Kliniken GmbH für das Marienhospital mit einem Verlust in Höhe von 1,8 Millionen Euro.

Weiter hohe Fehlbeträge erwartet

Für die Folgejahre werden Beträge von deutlich mehr als zwei Millionen Euro prognostiziert. Darüber hinaus stehen Investitionen für den Brandschutz in Höhe von 5,2 Millionen Euro an. Hinzu kommen rückläufige Behandlungsfälle, weil immer mehr Operationen oder Behandlungen ambulant erfolgen müssen. Gleichzeitig ist das Marienhospital vom Fachkräftemangel im Gesundheitswesen akut betroffen. Schon jetzt können beispielsweise zehn Stellen in der Pflege nicht besetzt werden, so dass zeitweise eine Station geschlossen werden musste.



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Kaum Chancen für kleine Häuser

Erschwerend hinzu kommt ferner, dass es im Umkreis von 21 Kilometern um das Marienhospital 16 Krankenhäuser gibt. Vor allem kleinere Häuser haben nur noch wenig Chancen zu überleben. Der Kreistag beschäftigt sich seiner Sitzung am 27. Juni mit der aktuellen Situation. Die Verwaltung hat in ihrer Sitzungsvorlage die Schließung des Krankenhauses zum 31. Dezember 2019 vorgeschlagen.

Hospiz, Seniorenzentrum und Dialyse nicht betroffen

Das Hospiz Mutter Teresa, das Seniorenzentrum Letmathe sowie die Ambulante Dialyse sind davon nicht betroffen. Das Marienhospital mit seinen 90 Planbetten gehört zum Klinikverbund, zudem ferner die Stadtklinik Werdohl sowie das Klinikum Lüdenscheid zählen. Derzeit arbeiten in Letmathe ca. 100 Vollzeitkräfte. Alle Beschäftigten bleiben Mitarbeiter der Märkischen Kliniken GmbH und werden weiterbeschäftigt.

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