Die Malerin Ofra Ohana wird Werkstatt-Stipendiatin 2021. Bildschirmfoto: ofraohana.com

Plettenberg. Die Stipendiatin 2021 der Werkstatt Plettenberg heißt Ofra Ohana. Vorstand und Beirat haben sich für die Malerin entschieden, die nun im Mai das Stipendiatenhaus am Kirchplatz beziehen darf.

Erstmals wurde das Bewerbungsverfahren als virtuelle Bewerberausstellung durchgeführt. Diese ist weiterhin auf der Homepage der Werkstatt Plettenberg zu sehen.

Zur Wahl standen die drei Kandidatinnen Insa Schülting, Mona Pourebrahim und Ofra Ohana, für die sich Werkstatt-Vorstand und -Beirat schließlich entschieden haben. Die 36-jährige Malerin ist Absolventin der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und dortige Meisterschülerin. Ihre Vita umfasst außerdem ein Studium an der Hamidrasha School of Arts in Israel und die Mitgliedschaft in einer kollektiven Kunstgalerie in Tel Aviv.

Ofra Ohana Foto: privat

Zu ihrem künstlerischen Motiven schreibt Ofra Ohana: “In meinen letzten Werken konzentriere ich mich auf meine unmittelbare Umgebung. Ich male einfache Gegenstände wie Stillleben und Inneneinrichtungen aus meinem Arbeitsumfeld, dem Studio. Die Gemälde sind Tempera und Öl auf Leinwand und sind oft von großem Ausmaß. Sie sind aus vielen Schichten erstellt; oft ändert sich die Farbskala radikal im Laufe des Arbeitsprozesses. Die Subjekte sind einfach, fast banal wie die Kompositionen. In meinem Studio bin ich umgeben von den Alltagsgegenständen des Arbeitsraums, meinem Hund, meinen Freunden und meiner eigenen Figur, die im Spiegel reflektiert wird. Der Mikrokosmos, in dem ich meine Zeit verbringe, ist für mich ein Subjekt, das „gut genug“ ist, das meinen Gemälden unendlich als Inspiration dient. Es schafft genügend Raum für die Themen, die mich beim Malen beschäftigen, nämlich wie weit ich figuratives Malen in Richtung Abstraktion strecken kann, dabei trotzdem wahre Gegenstände darstelle.

„Schon im Frühstadium bekommen die Gemälde ihr eigenes Leben“

Durch die Wahl, einfache und traditionelle Gegenstände darzustellen, ist es mir möglich, mich mit dem zu beschäftigen, was mich im Prozess des Malens wirklich interessiert: die Beziehungen zwischen den Farben, die Oberfläche des Gemäldes und Texturen. Die Farben sind normalerweise kräftig und intensiv und weichen von der natürlichen Farbe der Gegenstände ab. Beim Malen erlaube ich es mir, das Bedürfnis, der Realität treu zu bleiben, zu verlassen. Dabei überlasse ich Farbe und Form, die persönliche Interpretation zu übernehmen. Schon im Frühstadium bekommen die Gemälde ihr eigenes Leben. Sie entwickeln sich in eine Farb- und Formenkomposition, die die in sich dargestellten Figuren und Perspektiven streckt, bis sie nah an der Abstraktion sind. Oft wird die Perspektive verändert und verzerrt, damit sie der Komposition besser entspricht. Das Gleiche gilt auch für Farben, die ich oft so verwende, um eine harmonischere oder interessantere Farbaufstellung oder eine gewisse Stimmung zu erreichen. In diesem Sinne betrachte ich diese Gemälde auch einfach als Farbkompositionen, die von der dargestellten Studioumgebung inspiriert sind. Diese Beziehung zwischen Figuration und dem Abstrakten ist ein starker Antrieb in meiner Arbeit. In diesen neuesten Werken werden die Kompositionen sogar stärker simplifiziert und die Farbfelder werden größer als sonst. Dabei wird die Konversation, die ich mit der Abstraktion führe, noch lauter.“

Mitgliederversammlung am 22. April

„Wir freuen uns sehr, die junge Künstlerin in unserem Stipendiatenhaus ab Mai begrüßen zu können“, sagt Werkstatt-Vorsitzender Hartmut Engelkemeier. Er weist auch auf die Mitgliederversammlung des Kunstfördervereins hin, die am Donnerstag, 22. April, um 19 Uhr im Ratssaal stattfindet. U.a. steht die Erhöhung des Mitgliedsbeitrags auf der Tagesordnung. Corona-bedingt dürfen bei der Sitzung höchstens 20 Personen anwesend sein.

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