Handwerk
Energieintensive Unternehmen wie Bäckereien, Konditoreien, Fleischereien, Galvaniken bzw. KFZ-Werkstätten etc haben aufgrund ihrer Fertigungsverfahren kaum weitere Einsparmöglichkeiten. Symbolfoto: David Julien/pixabay.com

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. Das märkische Handwerk schlägt angesichts explodierender Energiekosten Alarm. In einem offenen Briefe an alle Landtags- und Bundestagsabgeordneten aus dem Märkischen Kreis fordern die Spitzenvertreter des heimischen Handwerks schnelles Handeln in der Energiekrise. Hier der Brief im Wortlaut:

„Sehr geehrte Damen und Herren,
die aktuellen Energiepreise stellen eine existenzielle Gefährdung der Handwerksunternehmen des Märkischen Kreises dar. Die explodierende Kostenentwicklung, die sich erst am Anfang befindet, hat bereits jetzt in vielen Handwerksbetrieben das Maß wirtschaftlicher und finanzieller Belastbarkeit überschritten.
Viele der heimischen Handwerks und Familienbetriebe stehen mit dem Rücken zur Wand und ohne staatliche Hilfe werden sie diese Krise nicht bewältigen.

Dramatische Lage

In Anbetracht der dramatischen Lage brauchen wir schnell klare und verlässliche Entscheidungen der Politik, deren Inhalt und Geschwindigkeit nicht durch ministerielle Bürokratie und/oder parteipolitisches Agieren beeinträchtigt werden dürfen. Den Ankündigungen der Politik müssen schnellstmöglich Entscheidungen folgen. Sonst geht vielen Betrieben die Luft aus. Arbeitsplätze im Handwerk gehen unwiderruflich verloren!

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Handwerk: „Es gibt nicht nur den einen Weg“

Ob Sparen von Energien, Ausbau neuer Energien oder vorübergehendes Fortführen der vorhandenen Energiequellen, es gibt nicht den einen Weg und die eine Lösung, um gleichzeitig Bezahlbarkeit der Energie und Versorgungssicherheit mit Energie in unserem Land sicherzustellen. In diesem Kontext unabdingbar ist jedoch aus unserer Sicht eine Energiepreisdeckelung, die einen Grundverbrauch an Energie mit einem konstanten (Höchst)Preis versieht.

Schutz und Unterstützung durch den Staat

Schnelles Handeln ist gefordert; sonst stehen viele Betriebe vor dem Aus! Die Betriebe benötigen Schutz und Unterstützung durch den Staat, um nicht in Insolvenz zu geraten. Dies bezieht sich insbesondere auf die energieintensiven Unternehmen wie Bäckereien, Konditoreien, Fleischereien, Galvaniken bzw. KFZWerkstätten etc., die aufgrund ihrer Fertigungsverfahren kaum weitere Einsparmöglichkeiten haben.

Das Handwerk und der Mittelstand unserer Region sind bereits durch die Teilsperrung der A45 mit gravierenden und großen wirtschaftlichen Belastungen konfrontiert. Wir brauchen Hilfe aus Berlin, aus Düsseldorf und wenn möglich auch aus Brüssel. Unsere Region ist auf ein starkes Handwerk angewiesen. Wir vertreten rd. 4.500 Handwerksunternehmen mit über 30.000 Beschäftigten. Bitte helfen Sie uns!

Mit freundlichen Grüßen

Der offene Brief ist unterzeichnet von den Kreishandwerksmeistern Thomas F. Bock und Christian Will und weiteren Vertretern der Kreishandwerkerschaft.