Plettenberg. Zum Welt-Lymph-Tag am Samstag, 6. März, macht die Lymphselbsthilfe e.V. auf die nach wie vor schwierige Versorgungslage von Patienten mit Lymphödemen aufmerksam. “Wir möchten ernst genommen werden”, betont Annette Dunker, Landessprecherin NRW der Lymphselbsthilfe und Leiterin der Plettenberger Ortsgruppe, mit Blick auf unwissende Ärzte und Therapeuten.

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NRW-Landessprecherin der Lymphselbsthilfe e.V., Annette Dunker aus Plettenberg Foto: privat

Lymphödeme müssen konsequent und dauerhaft mit komplexer physikalischer Entstauungstherapie (KPE) behandelt werden. Bei dieser Therapie benötigen die Patienten ein Leben lang ausreichend Manuelle Lymphdrainage (MLD) und die betroffenen Extremitäten müssen ständig bandagiert oder mit Kompressionsstrümpfen bekleidet sein.

„Bei unseren persönlichen Gesprächen am Kontakttelefon, in unseren Seminaren sowie in den vielen Mails und Briefen, die uns täglich erreichen, wird immer wieder deutlich, dass sich viele im Alltag nicht gut versorgt fühlen“, berichtet Susanne Helmbrecht, Bundesvorsitzende der Lymphselbsthilfe. Die Betroffenen beklagten, dass Ärzte und Therapeuten die Lymphologie nur nebenbei betreiben und sich nicht auskennen würden. Ein weiteres Problem seien lange Wartezeiten sowohl in den Fachkliniken als auch in der Ambulanz.

Die Pandemie und schlechte Bezahlung führten zu einer starken Reduzierung des Angebots. „Die Manuelle Lymphdrainage ist seit Jahren schlecht bezahlt, so verlieren wir Patienten immer wieder gute Therapeuten, die nur noch besser bezahlte Therapie anbieten, um mehr als das Minimum zu verdienen“, sagt Susanne Helmbrecht. Das Selbstmanagement und die Gesundheitskompetenz der Patienten müsse gestärkt werden, denn diese müssten 365 Tage im Jahr mit ihrer Krankheit zurechtkommen. Sie müssten wissen, wie eine optimale Behandlung aussehe, um eigene, gute Entscheidungen treffen zu können.

In immer mehr Teilen Deutschlands gibt es Selbsthilfegruppen, in denen sich Betroffene Hilfe holen können. Ziel der Treffen ist es, gute und schlechte Erfahrungen auszutauschen und die Lebensqualität aller zu verbessern. Ärzte, Therapeuten und Sanitätshäuser sind mit der so wichtigen Aufgabe der Aufklärung und Schulung oft überfordert, deshalb bietet die Lymphselbsthilfe Informationsbroschüren, (Online)-Seminare und Lymphselbsthilfetage zur Wissensvermittlung an.

Für den 19. Juni ist der nächste Lymphselbsthilfetag in Hamburg geplant. 2015 und 2019 fand diese Veranstaltung mit Teilnehmern aus dem kompletten Bundesgebiet in Plettenberg statt.

Weitere Veranstaltungen und Informationen unter www.lymphselbsthilfe.de

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