v.l. Felix König, Björn Weiß, Dieter Hohaus, Bernd Benscheidt, Andreas Dietrich, Thorsten Kohlen, Mathias Wagner, Schülersprecher Roald Böttner.

Lüdenscheid. Bei sonnigem Wetter wurde am 6. Mai – 77 Jahre nach dem Endes des 2. Weltkriegs – an der Auffahrt zum Baukloh auf dem Gelände der Freien Christlichen Schule das „Denk‘ mal Frieden“ den Bürger*innen Lüdenscheids geschenkt.

Es zeigt die Umrisse der Lunge, auf der 234 Namen sowjetischer Kriegsgefangenen stehen, die an den Folgen von Unterernährung und Tbc starben. Die Opfer liegen zur Hälfte in zwei Massengräbern der Lüdenscheider Friedhöfe und zur zweiten Hälfte in Einzelgräbern mit Namen auf dem Nationalfriedhof der Niederlande.

Matthias Wagner blickte vor den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in die Geschichte zurück und warnte vor Nationalismus.

Matthias Wagner berichtete den anwesenden Lehrern, Schüler*innen, Gästen aus den Niederlanden, Mitgliedern des Ge-Denk-Zellen e.V. und der Friedensgruppe, wofür der aggressive Nationalsozialismus im 2. Weltkrieg verantwortlich war, dass Russen und Ukrainer damals gemeinsam zur Befreiung Deutschlands beigetragen haben und was heute zu tun ist, um den extremen Nationalismus zu überwinden.

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Anschließend sprach der stellvertretende Bürgermeister Björn Weiss über den Wert der Erinnerung und des Wissens über die NS-Diktatur für das demokratische Leben heute. Ihm folgte der Beitrag des stellvertretenden Schulleiters Thorsten Kohlen. Er wünschte, dass wir den Ort, an dem wir leben, dem Baukloh in Lüdenscheid, mit diesem Beitrag zur „Geschichte liebenswerter und lebenswerter, heller und hoffnungsvoller machen.“

Der Leiter des niederländischen Bildungszentrum am Ehrenfriedhof in Amersfoort, Remco Reiding, wies darauf hin, dass das Denkmal mehr sei, als ein Namensverzeichnis. Denn die erstmals veröffentlichten Namen hätten eine größere Bedeutung. Nun wüssten wir, dass Petr Kowal der Mann von Galina war und der Vater ihrer beiden Kinder, die ihn nie gesehen haben. Das Wissen über die zerstörten Lebensgeschichten könne zum Frieden beitragen.

Umrahmt wurden die kurzen Beiträge mit einem englischen, russischen und deutschen Lied zur Völkerverständigung und Liebe von Tlako Mokgadi. Während eines Liedes schraubten Schüler*innen die letzten Namensschilder an das Denkmal. Der Kunstlehrer und Künstler Andreas Dietrich wies auf die Formgebung des Denkmals als Atem- und Lebensorgan hin. Erstellt und gefertigt wurde das Denkmal in sehr guter Zusammenarbeit mit der Lüdenscheider Schlosserei König. Mit einem herzlichen Dankeschön an die vielen Beteiligten schloss Bernd Benscheidt die Schenkung des Denkmals an die Bürger*innen Lüdenscheids.

 

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