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Fairtrade
Geschafft: Lüdenscheid ist Fairtrade-Stadt: Das freut auch den Koordinierungskreis (Maria Neumann, Weltladen, Volker von Rüden, Agenda-Stelle der Stadt, Diane Bruners und Michael Lücker, Verbraucherberatung und Gunhild Wiechering, Weltladen) sowie Bürgermeister Dieter Dzewas. Foto: Marit Schulte

Lüdenscheid. „Global denken, lokal handeln“ – diesen Wahlspruch der Fairtrade Towns will Lüdenscheid in verstärktem Maße umsetzen. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg ist gemacht.  Am Dienstag, 23. Juni, hat der Verein TransFair e.V. die Stadt Lüdenscheid offiziell zur Fairtrade-Town ernannt. „Dieser Titel zeigt unseren Willen, zu einer nachhaltig handelnden Kommune zu werden“, sagte Bürgermeister Dieter Dzewas bei der offiziellen Präsentation der Urkunde. Auf eine feierliche Übergabe mussten die Stadt und der Kölner Verein TransFair wegen der Coronalage verzichten. Die Verleihung des Titels ging digital über die Bühne.

Monopole durchbrechen

Monopole durchbrechen und andere Handelswege suchen – das haben sich alle, die sich an der Fairtrade-Town-Bewegung beteiligen, auf die Fahne geschrieben. In Deutschland sind das immerhin bereits 685 Städte und Gemeinden. Sie haben sich verpflichtet, gegen die ausbeuterische Herstellung von Waren zu kämpfen.

Bereits im September 2019 hatte Lüdenscheid alle Kriterien zur Ernennung erfüllt. Dazu gehörte unter anderem der Nachweis über vorhandene Verkaufsstellen für fair gehandelte Produkte. Außerdem hat die Stadt anhand eines Ratsbeschlusses belegt, dass auch Politik und Verwaltung während ihrer Arbeit auf faire Produkte zurückgreifen.

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Weltladen erstellte einen Einkaufsführer

Im Rahmen der Bewerbung hat sich ein Koordinierungskreis gebildet, an dem unter anderem die Stadtverwaltung, der Weltladen Lüdenscheid, die Verbraucherzentrale, das Lüdenscheider Stadtmarketing und der Stadtjugendring beteiligt waren. Besonders der Weltladen hatte mit seiner Aufgabe, einen Einkaufsführer mit Verkaufsstellen für fair gehandelte Produkte zusammenzustellen, einen großen Anteil an der erfolgreichen Bewerbung. “Allein durch die Umfragen in den Läden, wurde bei einigen das Interesse geweckt, nachhaltige Produkte anzubieten”, freut sich Gunhild Wiechering vom Weltladen Lüdenscheid. Inzwischen bieten rund 40 Läden und Gastronomiebetriebe Waren mit dem FairTrade-Siegel an. Das ist deutlich mehr, als TransFair e. V. verlangt. Eine Stadt der Größenordnung Lüdenscheids muss mindestens 15 Geschäfte und acht Gaststätten nachweisen, die solche Produkte im Sortiment führen.

Zusammenarbeit mit Kitas und Bildungseinrichtungen

Bürgermeister Dieter Dzewas nennt Kitas und Schulen als entscheidende Multiplikatoren, wenn es darum geht, das Bewusstsein für fairen Handel nachhaltig zu stärken. “Die Zusammenarbeit mit Kitas, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen wie der Volkshochschule nimmt eine wichtige Funktion ein”, so Dzewas. Um Kindern und Jugendlichen fairen Handel näherzubringen, fanden deshalb zahlreiche Projekte statt, unter anderem im Weltladen Lüdenscheid.

Erneuerung nach zwei Jahren

Den aktuellen Stand der Stadt in Sachen fairer Handel gilt es laut Dieter Dzewas weiter auszubauen. Das Siegel “Fairtrade-Town” ist für zwei Jahre gültig. Danach ist eine erneute Zertifizierung notwendig. Diese Zeit solle nun genutzt werden, um den fairen Handel in Lüdenscheid noch weiter zu stärken. Einige konkrete Ideen sind bereits in Planung: So sollen zum Beispiel die Lüdenscheid-Artikel, die es im Bürgerforum des Rathauses zu erwerben gibt, auf fair gehandelte Produkte umgestellt werden.

Die Stadt Lüdenscheid setzt sich darüber hinaus im Rahmen des NRW-Projekts “Global Nachhaltige Kommune” für Nachhaltigkeit und Klimaschutz ein. Das Projekt läuft noch bis 2021 und steht unter dem Thema “Globale Verantwortung & eine Welt”.

Hintergrund: Fairer Handel verbessert die Einkommenssituation und sorgt für mehr finanzielle Stabilität für Kleinbauernfamilien. Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, die Mitglieder in Fairtrade-Kooperativen sind, verfügen über höhere und vor allem stabilere Einkommen. Dies führt zu einer erhöhten Spartätigkeit und ermöglicht Investitionen in Produktivität und Qualität, was sich wiederum positiv auf das Einkommen auswirkt. Der für viele Produkte festgelegte Mindestpreis und auch die Fairtrade-Prämie sind dabei wichtige Instrumente.

Was das allein für solche Kooperativen in Ghana bedeutet, verdeutlichte am Dienstag Michael Lücker von der Verbraucherberatung. „Für sie hat sich durch fairen Handel der Wert ihrer Schokolade verfünffacht“, sagte er.

Mehr zu Transfair e. V. unter https://www.fairtrade-deutschland.de/service/ueber-transfair-ev.html

 

 

 

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