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Restaurator Holger Lüders, Sarah Schöpp, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr bei ihm macht, und Kreishistorikerin Dr. Christiane Todrowski (von links) mit Teilen des Nachlasses. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Meinerzhagen/Märkischer Kreis. (pmk) Wertvolle Teile aus dem Besitz des 2014 verstorbenen Juristen, Historikers sowie ehemaligen Wirtschafts- und Finanzexperte der CDU/CSU-Bundesfraktion sind jetzt in den Besitz des Kreisarchivs übergegangen.

Die Geschichte der Grafschaft Mark interessierte den im Jahr 2014 verstorbenen Dr. Manfred Luda Zeit seines Lebens. Er war regelmäßig mit Aufsätzen in der Landeskundlichen Zeitschrift „Der Märker“ vertreten. 2006 ehrte der Kreis ihn deshalb mit einer Sonderausgabe anlässlich seines 85. Geburtstages. Jetzt gingen wertvolle Teile seines historischen Nachlasses in den Besitz des Kreisarchivs des Märkischen Kreises über.

Kreishistorikerin Dr. Christiane Todrowski: „Seinen umfangreichen historischen Nachlass hatte der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete schon vor Jahren dem Kreisarchiv übergeben und verfügt, dass nach dem Tod seiner Ehefrau Hannelore der Märkische Kreis auch historische Karten, Gemälde, Holz- und Kupferstiche aus seinem Wohnhaus erbt.“ Hannelore Luda verstarb am 21. März im Alter von 91 Jahren. Dr. Christiane Todrowski und Restaurator Holger Lüders haben die Erbschaft jetzt abgeholt.

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Dr. Manfred Luda (1921-2014) war Jurist, Historiker, Wirtschafts- und Finanzexperte der CDU/CSU-Bundesfraktion in den Jahren 1961 bis 1980. Er wirkte seinerzeit an der umstrittenen Umsatzsteuerreform mit. 1963 setzt er gegen alle Widerstände die Einführung der Mehrwertsteuer durch. Der Christdemokrat war auch kommunalpolitisch aktiv.

Hannelore und Dr. Manfred Luda. Foto: Archiv Märkischer Kreis

Er gehörte 1952/53 dem Rat der Stadt Lüdenscheid an und war dort Vorsitzender der CDU-Fraktion. Von 1956 bis 1964 hatte er die gleiche Position in der CDU-Fraktion im Kreistag inne. 1964 wurde er in den Rat der Stadt Meinerzhagen gewählt. Luda ist Mitgründer, erster Vorsitzender und Ehrenvorsitzender der CDU-Ortsunion in Meinerzhagen. „Dr. Manfred Luda verfasste auch mehrere Bücher“, erinnert Kreisarchivarin Dr. Christiane Todrowski an die literarische Hinterlassenschaft. „Einige Titel wurden vom Heimatbund Märkischer Kreis veröffentlicht.“

Und das sind einige Archivarien aus dem Nachlass von Dr. Manfred Luda:

Zwei Gemälde/Federzeichnungen von Heinz Wever (1890-1966).
Der Herscheider Maler und plattdeutsche Mundartdichter ist vor allem wegen seiner Motive aus dem Arbeitsleben des märkischen Sauerlandes und Portraits berühmt.

Kupferstich Johann Moritz von Nassau-Siegen
Fürst von Nassau-Siegen und Statthalter von Kleve-Mark (1604-1679)
Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg ernannte Johann Moritz 1647 zu seinem Statthalter für Kleve und Mark. In seiner 32-jährigen Amtszeit führte er eine Finanzreform durch und gründete die Universität Duisburg. Die selbstbewussten märkischen Stände konnte er niemals bändigen.

Kupferstich Georg Freiherr von Vincke
Der in Hagen geborene linksliberale Parlamentarier spielte bei der Gründung der ersten deutschen Nationalversammlung nach der Märzrevolution 1848 eine wichtige Rolle. Berühmt wurde er auch durch sein Duell mit dem späteren Reichskanzler Otto von Bismarck (bei dem beide unverletzt blieben).

Kupferstich Frankfurter Paulskirche
Tagungsort der Nationalversammlung.

Holzschnitt Agricola „Vom Bergwerk“ 1556
De re metallica libri XII (Vom Bergkwerck XII Bücher) ist ein 1556 in lateinischer Sprache er-schienenes Buch von Georgius Agricola (Georg Bauer) über die zur damaligen Zeit bekannten Bergbau- und Verhüttungsmethoden. Die darin enthaltenen Kupferstiche wurden auch als Einzelblätter verkauft und sind heute Raritäten.

Fünf topographische Karten von Matthäus Seutter (1678 – 1757)
Der Kartograf und Kupferstecher stellte repräsentative Karten mit üppig-barocken Kartuschen und allegorischen Szenerien her.

Topographische Karte des „Westfälischen Kreises“ von Antonio Zatta (1757-1797)
Italienischer Kartograf und Kupferstecher

Topographische Karte der Herzogtümer Jülich, Berg, Kleve und Limburg von Johann Baptist Homann (1664 – 1724).
Großformatige Landkarte mit einer hübschen, figürlichen Titelkartusche

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