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Alpen-Erlebnisse beim Luftsportverein Sauerland - Ein anderer Ausblick als im Sauerland - der Lac de serre Poncon. Foto: Hubert Nägele


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Neuenrade/Märkischer Kreis. Segelflieger-Urlaub in den französischen Alpen, das ist beim Luftsportverein Sauerland (LSV) eine Selbstverständlichkeit. Seit Jahrzehnten. Die Reisen sorgen regelmäßig für Begeisterung. Besonders bei denen, die zum ersten Mal dabei sind. In diesem Jahr war Leonhard Hägele einer von vier “Frankreich-Neulingen”: „Ich bin zuvor noch nie in den Bergen geflogen.“

Aufwinde und Panorama genießen

LSV-Erlebnis – den Bergen so nah – ein nicht alltägliches Bild für die Segelflieger aus dem Sauerland. Foto: Sven Friedriszik

Für die diesjährige Premiere sorgte sein Vater Hubert. Der weiß, dass Mittelgebirgs-Segelflieger in den Alpen etwas ganz Neues erleben: „Das ist etwas ganz anderes als hier im Sauerland. Die Berge liegen nicht unter dir, sondern du fliegst neben ihnen und nutzt, um an Höhe zu gewinnen, die Aufwinde, die dort entstehen.”
Genau  so war’s auch diesmal, erfuhr LSV-Jugendleiterin und “Pressefrau” Marie Kneer, als sie nach der Rückkehr die Frankreichreisenden 2019 interviewte. Die Region in Südfrankreich “eignet sich hervorragend, um an den Alpen die besonderen Aufwinde zu nutzen, die dort kräftiger sind”, als im Sauerland, erläutert die Garbeckerin. Insgesamt machten sich diesmal acht Piloten des Luftsportvereins auf den Weg ins Nachbarland.

Neben den Bergen fliegen “bringt auch ein höheres Risiko mit sich”, so Hubert Hägele. Er fügt hinzu: “Wenn man sich allerdings langsam heran tastet und auf die Anweisungen der Einheimischen hört, ist auch das kein Problem.“



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Auch eine gute Vorbereitung ist hilfreich. Dafür sorgt LSV-Ausbildungsleiter Ludwig Fellenberg. “Der hat uns allen bereits im Vorfeld eine theoretische Einweisung in Windsysteme, dortige Flugregeln, mögliche Felder zum Außenlanden und in die Gegebenheiten am Flugplatz gegeben”, berichtet Leonhard Nägele. Derart gut vorbereitet, gab es “ruhige Flüge in der Abendsonne vor schönstem Bergpanorama” (Foto).

Wer es noch ein wenig mehr genießen wollte, der klopfte beim LSV-Kameraden Martin Liefländer an. Der erfahrene Alpenflug-Pilot hatte in seinem Doppelsitzer noch einen freien Platz. “Gleich mehrere LSV-Flieger nutzen das, um weitere Erfahrungen zu sammeln”, verrät Marie Kneer.

“Flieger verstehen sich, egal wo man herkommt”

Die Sauerländer legten in Frankreich über verschiedenen Flugplätzen insgesamt 3858 Segelflug-Kilometer zurück. Sie erreichten dabei Höhen bis 4000 Meter. “Da sind dann auch Sauerstoffanlagen an Bord”, erläutert die LSV-Jugendleiterin, “damit die Piloten mit ausreichend frischem Sauerstoff versorgt werden.”
„Das ist etwas ganz anderes als in Deutschland. Hier fliegen wir meistens zwischen 800 und 2000 Metern. Es war einfach beeindruckend“, schwärmt auch Sven Friedriszik, der ebenfalls in Südfrankreich, am Flugplatz Ste. Croix, seinen Flieger-Urlaub verbrachte.

Nicht nur das Fliegen beschert in Südfrankreich Erlebnisse mit Vorfreude-Potenzial für künftige Reisen. Die Abendstunden wurden gerne bei einem „All you can eat” – natürlich in einer französischen  Raclette-Version – mit anderen Fliegern verbracht. Einer der vier “Frankreich-Neulinge” berichtet begeistert: „Da saßen wir dann alle zusammen, aus verschiedenen Ländern – das war eine herrliche Stimmung. Unter Fliegern versteht man sich immer sofort, egal wo man her kommt!“

Segelflugscheine EU-weit gültig

Über den Alpen – Der Blick zur Seite aus dem Doppelsitzer des Luftsportvereins Sauerland. Foto: Sven Friedriszik

Da wundert das gemeinsame Fazit der acht Piloten nicht: Wir kommen wieder! Leonhard Nägele: „Das Fliegen in Frankreich…war unglaublich bereichernd. Sowohl die fliegerischen Erfahrungen als auch die menschlichen Begegnungen machten den Urlaub so großartig! Ich freue mich schon auf das nächste Mal!“

Dass dann wieder neue Neulinge dabei sind, ist wahrscheinlich. Es hat auch ein wenig mit der EU zu tun. Es macht rein formal nämlich keinen zusätzlichen Aufwand, ob ich mit einem Segelflugzeug einen deutschen oder einen anderen Flugplatz in der Europäischen Union ansteuere. Marie Kneer: “Die Segelflugscheine sind EU-weit gültig.”

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