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Zahlreiche Bürger/innen waren am Freitag zum Feuerwehrgerätehaus Holthausen gekommen. Foto: Bernhard Schlütter


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Plettenberg. Die Löschgruppe Holthausen bleibt – vorerst – weiter bestehen und Markus Bauckhage Chef der Plettenberger Feuerwehr. Das ist das Ergebnis von mehrstündigen Gesprächen unter Beteiligung von Vertretern aller Ratsfraktionen, der Feuerwehr und des Bürgermeisters am heutigen Sonntag (31. März) im Rathaus. Die für den morgigen Montag von Holthauser Bürger/innen geplante Solidaritätskundgebung vor dem Rathaus muss daher nicht stattfinden.

Über die Geschehnisse des heutigen Tages informiert Bürgermeister Ulrich Schulte in einer Pressemitteilung:

In den vergangenen Tagen wurde durch die Medien sehr intensiv und emotional der Rücktritt der gesamten Löschgruppe Holthausen diskutiert. Diese hatte gefordert, dass der Wehrleiter Markus Bauckhage zurücktritt.



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Abberufung des Wehrleiters nicht möglich

Auf den ersten Blick fällt die Entscheidung in dieser Sache einfach. Wenn auf der einen Seite 30 ehrenamtliche Feuerwehrleute stehen und auf der anderen Seite eine einzige Person, muss eigentlich die Einzelperson weichen. Wer sich aber im Feuerwehrwesen auskennt, wird erkennen, dass dies nicht so einfach ist. Der Wehrleiter ist die Person, die für den gesamten Brandschutz in einer Stadt zuständig ist. Ihm unterstehen in Plettenberg sieben Löschgruppen mit über 200 Personen. Er wird von allen Wehrleuten gewählt und vom Rat der Stadt Plettenberg in seinem Amt bestätigt. Nach erfolgreicher Bestätigung wird er dann vom Bürgermeister als Ehrenbeamter auf Zeit ernannt. Eine Abberufung des Wehrleiters oder ein erzwungener Rücktritt würde somit gegen die Wahlentscheidung der Freiwilligen Feuerwehr erfolgen.

Vor diesem Hintergrund haben die Fraktionen von SPD, CDU, FDP und PWG und der Bürgermeister am Sonntag in einer mehrstündigen Sitzung das Gespräch mit allen Löschgruppen gesucht. Da das Thema der Auflösung der Löschgruppe Holthausen zurzeit sehr emotional geführt wird und ein Streitgespräch, bei dem weiteres Porzellan zerschlagen wird, vermieden werden sollte, wurde das Gespräch mit der Löschgruppe Holthausen getrennt geführt.

Das Ergebnis

Im Ergebnis haben sich alle Fraktionen und der Bürgermeister dafür ausgesprochen, Markus Bauckhage nicht abzuberufen oder zum Rücktritt aufzufordern. Die von der Löschgruppe Holthausen angesprochenen Probleme werden aber nicht weggewischt und es wird nicht wieder zur Tagesordnung übergegangen. Es wird daran gearbeitet, Kommunikationsstrukturen und Einsatzkonzepte gemeinschaftlich zu analysieren und zu ändern. Hierfür soll vorbehaltlich eines entsprechenden Gremienbeschlusses auf Vorschlag der Löschgruppe Holthausen schnellstmöglich eine sogenannte Ombudsstelle eingerichtet werden, die der außergerichtlichen Streitbeilegung dient und alle beteiligten Prozesse aufrollt und beleuchtet.

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