Die Linke will, dass die Stadt alle rechtlichen Möglichkeiten nutzt, das ehemalige Sinn-Leffers-Gebäude preisgünstig zu erwerben. Foto: Tach!/Archiv

Lüdenscheid. Die Partei Die Linke wendet sich entschieden gegen eine Stadtentwicklung, die „zum Spielball von kapitalkräftigen Investoren degradiert wird und wo die Bedürfnisse und die  Interessen der Bewohnerinnen und Bewohner keine Rolle spielen“. Deshalb begrüßt sie ausdrücklich die Vorlage 314/2021 der Verwaltung der Stadt Lüdenscheid, die dem Stadtplanungsausschuss und dem Rat vorschlägt, für den Gebäudekomplex Wilhelmstraße/Ecke Altenaer Straße (ehemaliges Sinn-Leffers Gebäude) ein Vorkaufsrecht an den entsprechenden Flächen zu beschließen.

In einer Pressemitteilung weist Die Linke auf die aus ihrer Sicht kritikwürdige Innenstadtgestaltung hin. Darin heißt es:

„Wem gehört die Stadt? Mit dieser Frage haben wir unser Programm zur Kommunalwahl überschrieben. Diese Frage beruht auf der jahrzehntelangen Erfahrung einer Stadtpolitik in Lüdenscheid, die sich darauf beschränkt, finanzkräftigen Investoren den roten Teppich auszurollen und möglichst alle Probleme aus dem Weg zu räumen, damit sie ihren lukrativen Geschäften nachgehen können.

Anzeige

Gewachsene Strukturen unterminiert

Man muss sich nur den jährlich erscheinenden Kalender der Stadtwerke anschauen, um zu erkennen, dass die historisch gewachsenen Stadtstrukturen unterminiert und dadurch der Charakter der Stadt zum Negativen verändert wurde.

Politische Fehlentscheidungen

Der weitgehende Abriss der Altstadt in den 1970er Jahren konnte nur eine beherzte Bürgerinitiative unter Führung des CDU- Kommunalpolitikers Hans-Joachim Hansen verhindern. Sauerlandcenter und Forum sind weitere Sünden der Vergangenheit und der Bunkercharakter des City-Centers, dem heutigen Sterncenter trug auch nicht zur architektonischen Attraktivität der Innenstadt bei. Die Schließung des Wellenbades, des überregional wahrgenommenen Jugendkulturzentrums Schillerbad und des städtischen Seniorentreffs gehören zu den politischen Fehlentscheidungen der Vergangenheit.

Von all dem unbeeindruckt, wird diese Politik von der Mehrheit der Ratsfraktionen fortgesetzt.

Aktive Rolle für Wohnstätten AG

Die Umsetzung des Neubauprojektes der Wiesenstraße wird wieder ausschließlich privaten Investoren überlassen. Unsere Forderung, dass die stadteigene Lüdenscheider Wohnstätten AG, in dieser zentralen Stadtgestaltung eine aktive Rolle, z. B. bei der Realisierung von Sozialwohnungen, übernimmt, blieb bisher ungehört. Gegen allen Widerstand werden entsprechend den Wünschen der Investoren zwei historisch attraktive Wohnhäuser in der Gersbeuler Straße abgerissen. Dass unser Antrag an die Stadt Lüdenscheid, diese wohngebietsprägenden Häuser unter Denkmalschutz zu stellen, von der unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt abgelehnt wurde, erfahren wir nicht von dieser Behörde, sondern von dem Investor.

Unsichere Profiterwartungen

Die Absicht der Kapitalgesellschaft Terragon, ein Filetstück der Lüdenscheider Innenstadt zu erwerben und dort eine Seniorenresidenz für Gutbetuchte zu bauen, ist gescheitert. Die Profiterwartungen für dieses Projekt sind zu unsicher. Darüber muss man froh sein, denn eine weitere Bauruine in der Innenstadt hätte langfristig gedroht. Die Verwaltung der Stadt Lüdenscheid hat alles auf die Realisierung dieses Projektes gesetzt. Der rote Teppich hat hier nicht ausgereicht.

Einen Plan B hat die Verwaltung erst gar nicht entwickelt.

DIE LINKE-Ratsfraktion ist der Auffassung, dass mit dieser angebotsorientierten Politik zur Förderung kapitalkräftiger Investoren in unserer Stadt Schluss gemacht werden muss.

Die Stadt muss wieder den Menschen gehören. Ihre Wünsche und Interessen an einer Gestaltung der Stadt müssen in den Mittelpunkt gerückt werden.

„Eigentum verpflichtet“ heißt es im Grundgesetz. Dem kommt der Besitzer P+C an der vorderen Wilhelmstraße seit Jahren nicht nach. Wir wollen, dass die Stadt alle rechtlichen Möglichkeiten nutzt, die Immobilie preisgünstig zu erwerben. Sie muss ihr Vorkaufsrecht in Anspruch nehmen.

Die Menschen in dieser Stadt müssen über die weitere Nutzung dieses Areals entscheiden können.

Ihnen muss die Stadt wieder gehören.“

 

 

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here