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Florian Stein gewann verdient den letzten Poetry Slam vor der Sommerpause 2019. Fotos: Iris Kannenberg

Lüdenscheid. Alles richtig gemacht haben die WorldofWORDCRAFT (WoW)-Veranstalter am Samstag im Kulturhaus Lüdenscheid. Die vielen Besucher erwartete ein abwechslungsreicher Poetry Slam, eine durchweg gute Atmosphäre und ein Moderator, der zur Freude aller relaxt und gut gelaunt seine Slam Poeten zusammen mit dem Poetry-süchtigen Publikum durch den langen Abend führte.

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Rasant und professionell

Marian Heuser gut gelaunt und voll in Action.

Marian Heuser moderierte rasant und professionell durch sein Event, angetan mit seinem Lieblingsjacket und auch diesmal wieder gut “behütet”.

Der Hut steht ihm einfach gut, da kann man sagen, was man will. Ohne ihn wäre irgendwie komisch. Seinen Fans würde definitiv ein wichtiges und sehr vertrautes WoW-Utensil fehlen;)



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Der Slam Poet machte als Peter Panisch das sogenannte “Sacrifice” und lieferte mit seinem Text über Werbung und ihrer leider oft verdummenden Auswirkungen einen gelungenen Einstieg in das nachfolgende Programm.

Stimmiges Line-up

Das Line-Up an diesem Abend war rund, gut durchdacht und so gestaltet, dass wirklich für jeden etwas dabei war. Florian Wintels aus Bielefeld erkrankte kurzfristig. Für ihn sprang Malte Küppers (Duisburg) ein, der seine Sache richtig gut machte und nur knapp am zweiten Platz vorbeischrappte.

Rita Apel zeigte es den Youngstern und zog ganz locker an ihnen vorbei. Bis auf den zweiten Platz.

Zu ihm gesellten sich Florian Stein (Bochum), Rike Bauckhage (Greifswald), Luise Wolff (Düsseldorf), Alex Paul (Paderborn) und Rita Apel (Bremen).

Rita Apel, die Zweitplatzierte, war an diesem Abend die “Alterspräsidentin”.

Sie ist eine bereits pensionierte Lehrerin, die nichtsdestotrotz mit ihren intelligenten, trocken-witzigen Texten die “Youngsters” ganz locker in allen Punktewertung hinter sich ließ.

Eine schöne Leistung

Luise Wolff. Klug und selbstbewusst teilte sie ihr Herz mit dem Publikum.

Diese waren insbesondere vertreten durch die beiden Mädels Luise Wolff und Rike Bauckhage. Und die zwei schlugen sich ebenfalls gut.

Die gebürtige Plettenbergerin Luise ist mittlerweile schon fast ein alter Hase. Obwohl sie erst im letzten Jahr ihr Abitur machte, tritt sie bereits regelmäßig und routiniert auf den Poetry-Bühnen in NRW auf.

Bewundernswert ist dabei immer wieder ihr Mut, gesellschaftlich eher gern totgeschwiegene Themen poetisch aufzubereiten. Sie hat “Chuzpe” und einen ganz eigenen Style und wird es nicht nur als Slam Poetin noch weit bringen.

Die erst 18-jährige Greifswalderin Rike Bauckhage, die eigentlich aus Lüdenscheid kommt, folgte ihr dabei an diesem Abend auf zwei unterschiedlich bunten Socken auf dem Fuße nach. Sehr süß und sehr aufgeregt, rockte sie nichtsdestotrotz das Kulturhaus. Eine beachtenswerte Leistung.

Viel Potenzial

Alex Paul gab ein mutiges Statement ab zu Selbstwert und Selbstakzeptanz.

Slammer Alex Paul gab dem Publikum einen tiefen Einblick in seine Seele. Ein Einblick, mit dem sich besonders die Männer im Publikum identifiziert haben dürften.

Auch er ein junger Poet, in dem viel Potenzial steckt. Soviel Mut und Engagement in Einklang mit einem überzeugenden Auftreten kann daher auf Dauer nur belohnt werden.

Liebenswert vernerdet

Malte Küppers zeigte allen Anwesenden, dass man auch quasi von der “Ersatzbank” aus ohne Vorwarnung ins Spiel geschmissen, dem ausgefallenen “Spieler” durchaus das Wasser reichen kann. Er ist witzig, frech und dabei so liebenswert vernerdet, dass man ihm einfach nicht böse sein kann. Das wurde belohnt, er erreichte mit seinen Auftritten einen sehr guten dritten Platz.

Malte Küppers. Sehr frech und sehr witzig. Und dabei ganz genau auf dem Punkt.

Wer von ihm speziell gern mehr hören möchte: Er ist am 14.6. schon wieder in Lüdenscheid zu Gast. Unter dem Motto “Stubenhocker – zwei Sozialarbeiter versuchen kreativ zu sein” wird er mit Singer-/Songwriter Daniel Scharf in der Guten Stube Lüdenscheid auftreten.

Man darf nach diesem Abend im Kulturhaus durchaus gespannt sein, was die beiden dort bei dem “Versuch, kreativ zu sein” so alles anstellen werden …

And the winner is …

Florian Stein ist der Gewinner des letzten Poetry Slams vor der diesjährigen Sommerpause.

Sieger des Abends wurde verdient Florian Stein. Als Wortakrobat wie er im Buche steht, machte er sein Publikum schon beim Zuhören atemlos und brachte es völlig aus dem Häuschen.

Seine Punktewertung war sensationell. Hätte man mehr als zehn Punkte vergeben können, er hätte sie bekommen. Seine Texte sind witzig, kritisch und intellektuell anspruchsvoll, ohne dabei auch nur im geringsten platt zu wirken.

Erstaunlich, wie er Zwischenmenschliches und Katastrophales in Worte zu kleiden weiß, die das Eigentliche nie richtig aussprechen und doch 1:1 von jedem verstanden werden. Er freute sich sehr über den Gewinn der Goldenen Feder, die auch diesmal wieder von der Lüdenscheider Künstlerin Claudia Bäcker-Kirmse gestaltet wurde.

Jetzt erstmal Sommerpause

Rike rockt. Auch das Kulturhaus.

Dies war der vorerst letzte Poetry Slam vor der Sommerpause 2019.

Marian Heuser und sein Team haben tatsächlich alles gegeben, um diesen Abschied bis zum Herbst so schwer wie möglich zu machen. Das Publikum dankte es ihnen mit Standing Ovations und einer durchgehend echten Begeisterung für jeden einzelnen der Künstler.

WorldofWORDCRAFT ist eben immer für eine Überraschung gut und setzt gerne da, wo andere nach so einer harten Saison mit NRW-Meisterschaft und anderen größeren Herausforderungen schwächeln würden, einfach noch einmal einen oben drauf.

Im Herbst geht es weiter

Eine echt sympathische Truppe: Marian Heuser, Rita Apel, Malte Küppers, Luise Wolff, Florian Stein, Alex Paul und Rike Bauckhage (v.l.n.r.)

Im Herbst geht´s dann garantiert in neuer Frische weiter. Mit dem beliebten Science Slam, auf den sich besonders diejenigen freuen dürften, die die Relativitätstheorie und andere unverständliche Mysterien gern einmal aus erster Hand verständlich erklärt haben möchten. Aus dem Science Slam geht man nämlich nicht wieder raus ohne Bauchschmerzen vor Lachen. Und einem Hirn, das tatsächlich um vieles schlauer ist als vor Beginn der Veranstaltung.

Genaue Termine gibt´s dazu auf Facebook unter https://www.facebook.com/WoWordcraft/ oder im Internet auf Marians Webseite unter www.marian-heuser.de.

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