Die deutsch-türkische Schauspielerin liest aus dem Buch "Das Mädchen auf dem Eisfeld". Foto: günfer.de

Lüdenscheid. (PSL) Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November rückt die Stadt Lüdenscheid in diesem Jahr das Problem der sexualisierten Gewalt in den Fokus. Um Aufmerksamkeit für dieses sensible Thema zu schaffen und Hilfsangebote aufzuzeigen, lädt Franziska Eicker, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lüdenscheid, am Mittwoch, 30. November, zu einer Lesung im Kulturhaus ein.

Die Schauspielerin Günfer Çölgeçen wird ab 19 Uhr aus dem Buch „Das Mädchen auf dem Eisfeld“ von Adélaïde Bon lesen, musikalisch begleitet von Filip Alilovic. Die Lesung befasst sich thematisch mit dem Thema der sexualisierten Gewalt im Kindesalter. Ergänzend zum künstlerischen Teil des Abends informiert die Frauenberatungsstelle über die bestehenden Hilfestrukturen bei sexualisierter Gewalt. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Der Einlass beginnt um 18.30 Uhr. Es wird um Anmeldung bis zum 23. November per E-Mail an gleichstellungsbeauftrage@luedenscheid.de oder telefonisch unter 02351/171680 gebeten.

Gewalt in Partnerschaften hat zugenommen

„Der Bedarf an Aufklärung und an Informationen zu Hilfsangeboten ist weiterhin hoch“, sagt Gleichstellungsbeauftragte Franziska Eicker.  „Dass Frauen Gewalterfahrungen machen, ist leider keine Seltenheit.“ Das zeigt auch die zuletzt 2021 veröffentlichte Statistik zur Gewalt in Partnerschaften des Bundeskriminalamts (BKA). Für das Jahr 2020 meldete das BKA 146.655 Fälle von Gewalt in Partnerschaften – eine Steigerung von 4,9 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019. Mehr als 80 Prozent der Opfer sind weiblich. Die Dunkelziffer dürfte allerdings weit höher liegen. Gewalt in Partnerschaften sei noch immer ein Tabuthema, merkt Eicker an.

Anzeige

Seit 2002 Runder Tisch gegen häusliche Gewalt

Um dem Problem zu begegnen, haben sich im Märkischen Kreis viele Akteur*innen, wie etwa die Gleichstellungsstellen, die Polizei, die Frauenberatungsstelle, die Integrationsagentur, das Frauenhaus, der Kinderschutzbund sowie Vertreter*innen der Jugend- und Sozialämter zusammengeschlossen. Zusammen bilden sie seit 2002 die Runden Tische gegen Häusliche Gewalt im Märkischen Kreis.

Der Runde Tisch des südlichen Märkischen Kreises, zu dem auch Lüdenscheid gehört, hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich über die Erfahrungen der einzelnen Institutionen mit dem Gewaltschutzgesetz auszutauschen, die Öffentlichkeit für das Thema häusliche Gewalt zu sensibilisieren sowie gemeinsame Projekte und effektive Präventionsprogramme zu entwickeln. Zu diesem Zweck finden regelmäßig Treffen statt, in welchen unter anderem der Einfluss aktueller Entwicklungen, wie die Folgen der Pandemiemaßnahmen oder die Auswirkungen von Migration und Flucht, besprochen werden.

Bereits am 9. November haben die Runden Tische einen Fachtag zum Thema „Toxische Beziehungen. Psychische Gewalt in Partnerschaften“ organisiert. Die Veranstaltung fand digital statt und war gezielt an ein Fachpublikum gerichtet, das beruflich regelmäßig mit dem Thema in Berührung kommt.