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Zur geänderten Zählweise der Corona-Toten in der Statistik schreibt Carsten Hellwig aus Plettenberg einen Leserbrief.

Das ist ein Auszug, den ich aus einem Radio MK-Bericht von Freitag letzter Woche raus kopiert habe:

Mehr Corona-Tote durch neue Zählweise
Veröffentlicht: Freitag, 17.04.2020 10:05



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Im ersten Augenblick hört es sich schlimm an: Die Zahl der Corona-Toten bei uns im Märkischen Kreis hat sich verdoppelt!

Offiziell sind es jetzt 12. Beim zweiten Blick relativiert sich diese Entwicklung. Das liegt nämlich hauptsächlich daran, dass die Statistik umgestellt wurde. Bisher hat der Kreis nämlich nur diejenigen als Corona-Tote geführt, bei denen das Virus tatsächlich auch die Haupt-Todesursache war. Die meisten anderen Behörden in Deutschland sprechen dagegen von Corona-Toten auch bei denjenigen, bei den das Virus nachgewiesen wurde – egal, ob der Mensch jetzt daran gestorben ist oder an einer anderen Krankheit. Deshalb hat jetzt auch der Märkische Kreis diese Zählweise übernommen. So können wir allerdings künftig nicht mehr sagen, ob jemand an oder mit Corona gestorben ist.

Ich finde es gefährlich, wenn Statistiken absichtlich verschlechtert werden. Mit der Angst der Menschen zu spielen, gefällt mir nicht. Es gibt keinen erklärbaren Grund, warum die Zählweise geändert worden ist.

Panikmache ist bei diesem Thema überhaupt nicht angebracht. Das Robert-Koch-Institut (RKI) tut hier niemandem einen Gefallen damit, die Zahlenwelt „anzupassen“. Damit möchte ich das Problem Corona auf gar keinen Fall verharmlosen. Aber diese Vorgehensweise ist nicht in Ordnung. Bei Corona geht es auch um berufliche Existenzen und um das Überleben von Unternehmen. Diese Explosion von Corona-Toten nach oben hin, wird sicherlich nicht zur Reduzierung der Beschränkungen sorgen, sondern das Gegenteil bewirken.

Carsten Hellwig, Plettenberg

Leserbriefe geben die Meinung der Verfasserin/des Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu kürzen vor.

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