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Plettenberg. Zur im Rat beschlossenen Einrichtung einer Ombudsstelle für die Plettenberger Feuerwehr und von der Stadt eingeleitete Disziplinarverfahren gegen Mitglieder der Löschgruppe Holthausen bezieht Ratsfrau Bärbel Keiderling in einem Leserbrief Stellung:

Plettenberg atmet auf: für die Löschgruppe der Feuerwehr in Holthausen wird eine Ombudsstelle eingerichtet. Das bedeutet, dass Außenstehende mit Sach- und Fachkenntnissen beauftragt werden, in Gespräche mit allen Beteiligten zu gehen und versuchen werden, die Sach- und Gemütslage zu klären. Der Rat hat diese Maßnahme einstimmig so beschlossen. Das lässt man sich auch etwas kosten: 10.000 Euro sind dafür veranschlagt worden.

Was diesem sinnvollen Vorgehen m.E. jedoch kontraproduktiv gegenüber steht, sind die Disziplinarverfahren, die der Bürgermeister gegen die sieben Sprecher der Löschgruppe Holthausen angestrengt hat. Sage und Schreibe: SIEBEN Disziplinarverfahren! Diese Sprecher hat die Löschgruppe selbst bestimmt und ausgewählt! Daraus folgt, dass die Disziplinarverfahren eine schallende Ohrfeige für die gesamte Gruppe sind und auch für das Ombudsverfahren nichts Gutes erwarten lassen. Die Botschaft dabei ist deutlich.



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Die Sprecher der Löschgruppe haben die Meinung ALLER vertreten. Sie werden nun nach schönster Mittelalter-Manier an den Pranger gestellt und ‚gehängt’. Eine Gruppe Ehrenamtlicher, die es auf sich nehmen, neben ihrem Berufsleben noch Feuerwehrleute zu sein, die seit Jahrzehnten mit einander verwachsen und vertraut sind, zusammen brenzlige Situationen durchgestanden haben und auch zusammen Feste gefeiert haben, werden das nicht vergessen. Das erwünschte Ombusverfahren beginnt unter denkbar schlechten Vorzeichen.

Was kann bei einem Disziplinarverfahren herauskommen? Es kann entschieden werden, dass die ehrenamtlichen Feuerwehrleute beurlaubt werden, das wäre dann der Pranger, oder sogar ausgeschlossen werden. Das könnte für Mitglieder einer Gruppe, der sie jahrzehntelang angehört haben, den Galgen bedeuten! Ich habe einige Zeit gebraucht, um mich in alle diese Vorgänge einzuarbeiten, da ich ja von der interfraktionellen Zusammenkunft nur aus der Presse erfahren habe. Ich war nicht dazu eingeladen. Ich bin auch keine Fachfrau für die Feuerwehr, aber hier ging es doch auch darum, wie man mit Ehrenamtlichen umgeht! Da kann man m. E. nicht nur Dienst nach Vorschrift machen. Die Verwaltung hat die Löschgruppe Holthausen jetzt gespalten, und das kann doch irgendwie nicht Sinn der Sache sein!

Ich kenne Disziplinarverfahren 1. nur für Hauptamtliche, also im Lohn und Brot stehende Arbeitnehmer und 2. nur bei wirklich schweren Verfehlungen oder Vergehen. Immerhin war ich selbst 10 Jahre in einer großen Verwaltung tätig und darf von daher schon von etwas Erfahrung mit diesen Dingen sprechen. Disziplinarverfahren gegen Ehrenamtliche – und das in einer Zeit, wo Parteien und Vereine es schwer haben, Nachwuchs zu finden oder überhaupt noch Leute für ihre gemeinnützigen Tätigkeiten interessieren zu können, wo Politiker wieder bedroht und Bürgermeister zum Rücktritt gemobbt werden? Ich kann das nicht nachvollziehen und distanziere mich entschieden von dieser Vorgehensweise! Man kann Disziplinarverfahren allerdings auch ganz einfach wieder zurückziehen.

Bärbel Keiderling, Stadträtin

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