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Plettenberg. Zur Rede von Bürgermeister Ulrich Schulte beim Neujahrsempfang der Stadt Plettenberg schreibt Hubert Nägele einen Leserbrief.

Leserbriefe geben die Meinung des Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu kürzen vor.

Mit meinem Leserbrief möchte ich die Ereignisse 2019 und den Neujahrsempfang der Stadt Plettenberg kommentieren. Ich bin weder Mitglied der Feuerwehr oder anderer beteiligten Parteien und betrachte das Ganze eher aus der Ferne. Unser Bürgermeister klammert während des Neujahrsempfanges ganz bewusst zwei Themen aus mit der Begründung, dass die Betroffenen anwesend seien.

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Das mag aus seiner Sicht logisch gewesen sein. Bedenkt man aber die Ereignisse zum Thema Freiwillige Feuerwehr kommen schon Fragezeichen zum Verhalten unseres Stadtoberhauptes auf. Man mag den Mitgliedern der Holthauser Freiwilligen Feuerwehr Fehler vorwerfen können in der Art und Weise wie sie ihre Probleme vorgetragen haben. Allerdings kann man von einem Stadtoberhaupt erwarten, dass es versucht, Lösungen zu finden und die Parteien zusammenbringt. Und zwar in solch einer Weise, dass dies nicht öffentlich geschieht und möglichst keine der Parteien das Gesicht verliert.

Hier hat unser Bürgermeister offensichtlich stark Partei gegen die Freiwillige Feuerwehr ergriffen. Und wenn es wahr ist, dass er seine Meinungsverschiedenheit mit einem der Beteiligten über Facebook austrägt (auch wenn dies wahrscheinlich nichts mit der Feuerwehrthematik zu tun hatte), dann frage ich mich nach der persönlichen Integrität unseres Bürgermeisters. Wenn es dann auch noch stimmen sollte, dass das Positionspapier der Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr an den Bürgermeister nicht mit den Beteiligten ausdiskutiert, sondern direkt an die Gegenpartei gegeben wurde, dann frage ich mich, ob diese Person an der richtigen Stelle eingesetzt ist. Dazu dann auch noch Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr vor Gericht zu ziehen, dann fehlt hier offensichtlich die Fähigkeit im Umgang mit Konflikten.

Dann brauchen wir uns auch nicht wundern, wenn Menschen unserer Stadt ihr Ehrenamt einfach hinschmeissen. Fast identisch die Vorgänge um das P-Weg Team, die ebenfalls ihren Job ehrenamtlich ausführen und ihren Job zunächst hingeschmissen haben.

Ich kann mich an keine Bürgermeister-Ära der letzten 15 Jahre erinnern, in der in solch kurzen Abständen solche Dinge passieren. Wir können alle froh sein, wenn es Menschen gibt, die sich ehrenamtlich betätigen. Bisher wurden solche Konflikte immer im persönlichen Gespräch ausgetragen. Insgesamt kann man unserem Bürgermeister fehlende Integrität und mangelndes Fingerspitzengefühl vorwerfen.

In einer weiteren Amtszeit wird man sicherlich gelernt haben, die kommunalpolitischen Gesetzlichkeiten einzuhalten, wenn sich Kaufhäuser hier niederlassen wollen, damit es keinen Stress mit den Nachbarstädten gibt oder daran zu denken, rechtzeitig verkaufsoffene Sonntage zu beantragen/genehmigen. Fingerspitzengefühl und persönliche Integrität dagegen hat man – oder eben auch nicht. Offensichtlich stehe ich mit meiner Meinung nicht alleine da, wie die Ausführungen von Herrn Viteritti vor einigen Tagen zeigen.

Für die anstehende Bürgermeister-Wahl freue ich mich, dass es mehrere Kandidaten gibt. Wir können uns nur wünschen, dass alle Kandidaten im Vorfeld in unseren Medien die gleichen Chancen und genug Raum für ihre Darstellung erhalten. Denn für die nächsten Jahre dürften einige kritische Themen auf uns zukommen, wie z.B. der Wandel in der Automobilindustrie, was einige lokale Betriebe u.U. betreffen könnte. Und dann brauchen wir eine Stadtverwaltung und Stadtoberhaupt, die mehr können als mit Facebook umgehen und ehrenamtliche Funktionsträger vor Gericht zu zerren.

Hubert Nägele, Plettenberg

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