In Lüdenscheid hat Bürgermeister Sebastian Wagemeyer (links )bereits zahlreiche Gespräche mit Bürger (hier an der Lennestraße) geführt.. Foto: Sven Prillwitz/TACH!-Archiv

Lüdenscheid. (PSL) Die Vollsperrung der A45 bei Lüdenscheid führt seit rund zwei Wochen zu erheblichen Verkehrsbelastungen und langen Staus im Stadtgebiet. Am stärksten sind davon die Umleitungsstrecken betroffen – mit weitreichenden Folgen für die Menschen, die an diesen Straßen wohnen und arbeiten. Bürgermeister Sebastian Wagemeyer hat am Freitag, 17. Dezember, an der Lennestraße mit Betroffenen gesprochen und ihnen Unterstützung zugesichert.

Auch nachts hoher Lärmpegel

Lüften? Nahezu unmöglich bei der dauerhaft hohen Abgasbelastung. Schlafen? Extrem schwierig wegen des durchgehend, auch nachts hohen Lärmpegels. Zur Arbeit oder zum Einkaufen fahren oder wieder zurück nach Hause? Wahnsinnig zeitaufwendig – und mitunter nervenaufreibend, wenn die Straße gerade wieder mit Fahrzeugen verstopft sei und sich kaum eine Lücke finde, um sich in den Stau einzufädeln oder um einzuparken. „Die Lebensqualität leidet ganz erheblich unter diesen Massen an Fahrzeugen, die hier jetzt unterwegs sind“, fasste ein Anwohner die Situation der Menschen zusammen, die an der Lennestraße wohnen.

Kunden bleiben aus

Diejenigen, die hier arbeiten, leiden ebenfalls unter der Situation. Weil ihre Geschäfte und Lokale deutlich schlechter zu erreichen sind, warten sie deutlich länger auf Lieferungen. Gleichzeitig kommen weniger Kunden, was Umsatzeinbußen bedeutet. „Wir müssen uns selbst helfen, zum Beispiel mit Online-Aktionen“, sagte eine Händlerin. Dauerhaft sei das aber nicht möglich. Was Anwohner und Gewerbetreibende am meisten stört: der verstärkte Lkw-Verkehr, der „in diesem Ausmaß unerträglich“ sei.

Anzeige

„Wie kriegen wir die Lkw raus aus der Stadt?“

Die vielen Schwergewichte seien in der Tat ein „Riesenproblem“ – für den Verkehr, für die Lebenssituation vor Ort, aber perspektivisch auch für den Zustand der Straßen, sagte Bürgermeister Sebastian Wagemeyer. Zumal sich die immense Verkehrsbelastung auch auf Nebenstraßen und Wohngebiete negativ auswirke. „Deshalb lautet die wichtigste Frage jetzt: Wie kriegen wir die Lkw, die hier nur durchfahren, raus aus der Stadt?“ Antworten darauf könnten unter anderem Fahrverbote, die Einführung einer Maut mehr Kontrollen sowie Abgas- und Lärmmessungen sein.

Schadensersatzansprüche prüfen

„Wir werden den Finger immer wieder in die Wunde legen“, kündigte Wagemeyer an, die für Lüdenscheid zugesagte schnelle Hilfe von Bund und Land konsequent und immer wieder einfordern zu wollen. Dazu gehöre auch die Prüfung von Schadenersatzansprüchen für Anwohner, Unternehmen und Gewerbetreibende, für die die Vollsperrung der A45 eine dramatische und existenzbedrohende Katastrophe sei.

Hochdruck bei Planung und Neubau

Umso wichtiger sei es, dass die marode Talbrücke Rahmede schnellstmöglich verstärkt und damit zumindest wieder für Pkw befahrbar wird. Dass eine Lösung für die vielen Lkw gefunden wird. Noch wichtiger aber sei es, dass mit Hochdruck an der Planung und dem Bau einer neuen Brücke gearbeitet wird, betonte Wagemeyer. Das sei für die gesamte Region, für Lüdenscheid und die hier lebenden und arbeitenden Menschen von allerhöchster Wichtigkeit.

Darüber hinaus erklärte der Bürgermeister, dass die Stadtverwaltung ihrerseits nach Lösungen suche und zahlreiche Gespräche führe, um die Verkehrssituation zumindest weiter entschärfen zu können.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here