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Thomas Kutschaty (Mitte) stimmt den Argumenten aus Plettenberg und Werdohl für den Radweg-Lückenschluss nach dem Ortstermin in Teindeln voll und ganz zu. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg/Werdohl. „Wir wollen den Fahrradweg-Lückenschluss zwischen Plettenberg und Werdohl und wir wollen ihn jetzt schnell!“ Die SPD-Ortsvereine der beiden Nachbarstädte im Lennetal und der ADFC Märkischer Kreis machen Druck und sicherten sich beim Ortstermin in Teindeln am Dienstag (4. August) prominente Unterstützung von Thomas Kutschaty, Fraktionsvorsitzender der SPD im Landtag, und die heimische Landtagsabgeordnete Inge Blask.

Jürgen Henke Mitte) berichtete über die Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte. Seit 40 Jahren warten die Radfahrer im Lennetal auf den Lückenschluss zwischen Plettenberg und Werdohl. Foto: Bernhard Schlütter

Seit nunmehr fast 40 Jahren warten Plettenberger und Werdohler auf den Lückenschluss des Fahrradwegs zwischen ihren Städten. Jürgen Henke, SPD-Ratsmitglied aus Werdohl und gleichsam das Gesicht der Initiative für den Lückenschluss der Lenneroute, informierte Thomas Kutschaty detailliert über die Entwicklungen und Bemühungen der vergangenen Jahrzehnte.

Landesbehörden blockieren

Das Dilemma: Zwei Landesinstitutionen bevorzugen unterschiedliche Planungen und lehnen die jeweils andere ab. Straßen NRW möchte den Radweg auf dem Niveau der B 236 bauen und dafür eine Anschüttung auf der Lenneseite machen; die Bezirksregierung Arnsberg als obere Wasserbehörde spricht sich für den Radweg unten am Lenneufer aus. Für die letztere Variante haben sich auch die Städte Werdohl und Plettenberg in Resolutionen ausgesprochen, die die Stadträte jeweils einstimmig verabschiedeten. Der ADFC Märkischer Kreis fordere ebenfalls die Umsetzung auf Grundlage der Planung unten an der Lenne, machte Sebastian Rittner deutlich. Dies erfordere weniger Aufwand und sei schneller umzusetzen. „An den wenigen Tagen, an denen der Radweg durch Hochwasser überschwemmt würde, würde sowieso niemand mit dem Fahrrad fahren“, stellte Rittner fest. Sein Vorschlag an die Landesbehörden lautet: „Einfach machen!“

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Das Befahren des etwa 800 Meter langen Abschnitts auf der B 236 ist für Radfahrer sehr gefährlich. Foto: Bernhard Schlütter

„Morgen könnte es losgehen, wenn die beiden Landesbehörden sich einigen“, erklärte Plettenbergs Bürgermeister Ulrich Schulte. Der Werdohler Bürgermeisterkandidat der SPD, Andreas Späinghaus, fügte hinzu: „Wir werben seit einigen Jahren mit der Lenneroute für den Tourismus. Es steht sogar ein Investor für ein Fahrrad-Hotel bereit. Doch es fehlen kleine, aber entscheidende Stücke vor allem im Bereich von Plettenberg, Werdohl und Altena.“

„Das gehört zu den Absurditäten, die man nicht versteht“, kommentierte Thomas Kutschaty die geschilderte Sachlage. Er versprach: „Wir machen jetzt Dampf. Ich werde mit NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst sprechen.“ Notfalls werde er den CDU-Minister ins Lennetal schleppen, um die Situation deutlich zu machen.

Auf seiner Fahrt nach Teindeln hatte Thomas Kutschaty die durch zahlreiche Baustellen prekäre Verkehrssituation im Lennetal am eigenen Leibe erfahren. Durch Umleitungen und zwei Verkehrsunfälle auf seiner Strecke erreichte er den Termin in Teindeln mit etwa einer Stunde Verspätung.

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