Die Leistungsflieger des Luftsportvereins Sauerland haben sich für die kommende Saison viel vorgenommen. Foto: Marie Kneer

Neuenrade-Küntrop. Die Leistungsflieger des Luftsportvereins Sauerland (LSV) wollen ihr Vorjahresergebnis von rund 20000 Kilometern 2018 steigern. Da waren sich die Segelfliegerinnen und -flieger um Streckenflugreferent Matthias Schucka bei der Saisonplanung am 23. März einig. LSV-Pressebeauftragte Marie Kneer berichtet:

20 Pilotinnen und Piloten legten 2017 bei 95 Flügen 20.000 Kilometer zurück

Im Jahr 2017 legten 20 Pilotinnen und Piloten in 95 Flügen ca. 20.000 Kilometer im Segelflug zurück – erst einmal klingt das nach einer großen Zahl, doch die Flieger waren sich schnell einig: „Wir haben in vergangenen Jahren gezeigt, dass wir mehr schaffen können und das wollen wir in dieser Saison in Angriff nehmen!“, versprach Schucka.

Der Leistungssegelflug hat verschiedene Sparten, ein Großteil der Scheininhaber des Luftsportvereins konzentriert sich auf den Streckensegelflug. Dabei geht es darum große Strecken ohne Motorhilfe möglichst schnell zurück zu legen. Landes- und bundesweite Wertungen erfolgen in einem Onlineportal, worin die Piloten Loggeraufzeichnungen hochladen, die dann bewertet werden. Dabei findet unter anderem eine Ligawertung statt, an der die Sauerländer-Segelflieger in dieser Saison teilnehmen wollen. Geflogen wird in 19 Runden, die 19 Wochenenden entsprechen. Eine unbegrenzte Anzahl von Piloten kann dort mitfliegen, in die Wertung gehen die drei schnellsten Flüge pro Tag ein. „Keiner ist dabei gezwungen eine besonders weite Strecke oder besonders lange zu fliegen. Auch schnelle Flüge von ca. 2,5 Stunden, die vergleichsweise nah am Flugplatz stattfinden, können uns Punkte bringen“, erläutert Mirja Klicks, die selbst Mitglied der Bundeskommission Segelflug im Dachverband des Luftsportvereins, dem Deutschen Aeroclub, ist.

In der Landesliga den Nachwuchs ans Leistungsfliegen heran führen

Mit der aktiven Teilnahme an der Fliegerei in der Landesliga verspricht sich der Verein besonders Streckenflug-Neulinge ansprechen zu können, die sich zu Beginn Strecken zwischen 100 und 300 Kilometern vornehmen. Matthias Schucka freut sich auf dieses Vorhaben: „Durch das Landesliga-Fliegen erhoffen wir uns vor allem die Aktivität im Streckensegelflug zu erhöhen und unseren Nachwuchs an das Leistungsfliegen heranzuführen. Aber auch wir, die schon viel Erfahrung haben, freuen uns darauf, denn im Team macht das Fliegen dann noch mehr Freude!“

Der 17-jährige Neuenrader Jonas Schmidlin freut sich besonders auf das Fliegen in der Segelflug-Liga: „Dadurch haben auch wir als Nachwuchs-Flieger die Möglichkeit zum Erfolg beizutragen und Vieles zu lernen! Ich bin gespannt auf die vielen Flüge in diesem Jahr!“ Begleitet werden sollen die Streckenflug-Anfänger oder auch Wiedereinsteiger durch die Fluglehrer. „Unsere Ausbildungsflüge werden je nach Möglichkeit auch auf die Ligafliegerei ausgerichtet. Wir werden bei Streckenflügen ebenfalls darauf achten, die Bestimmungen für die Wertung einzuhalten“, kündigt Ausbildungsleiter Ludwig Fellenberg an. Lothar Müller steht als Trainer und Fluglehrer ebenfalls für Streckenflüge mit Schülern sowie frischen Scheininhabern zur Verfügung.

Mirja Klicks peilt weitere Geschwindigkeitsrekorde an

Nicht nur das Fliegen in der Landesliga steht in dieser Saison auf dem Programm, auch die Teilnahme an Wettbewerben steht im Fokus. Mirja Klicks wird an einem internationalen Wettbewerb, an einer Qualifikationsmeisterschaft für die allgemeine Deutsche Meisterschaft im kommenden Jahr, sowie an der Deutschen Meisterschaft der Frauen teilnehmen. Außerdem möchte sie versuchen, neben ihren zwei bereits bestehenden Geschwindigkeitsrekorden im Segelflug, weitere zu erreichen.

Matthias Schucka will Top Ten erreichen –
Sven Friedriszik hat Einsitzer-Wettbewerbspremiere

Matthias Schucka möchte bei einem Qualifikationswettbewerb für die Deutsche Meisterschaft die Top Ten erreichen und einen 850km-Dreiecksflug absolvieren. Sven Friedriszik, Stellvertretender der Segelfluggruppenleitung, nimmt in diesem Jahr ebenfalls an einem Wettbewerb teil. „Da es mein erster Wettbewerb im einsitzigen Segelflugzeug ist, möchte ich in erster Linie viele Erfahrungen sammeln und lehrreiche Flüge erleben. Mein Ziel in dieser Saison ist es, eine Dreiecksstrecke von 500km im Segelflugzeug zurückzulegen“, kündigt Friedriszik an.

Michael Spitzer tritt bei Kunstflug-WM an

Neben den Streckenfliegern wird Michael Spitzer sowohl an der Deutschen Meisterschaft als auch an der Weltmeisterschaft im Kunstflug teilnehmen. Dabei startet er in der sogenannten „unlimited class“, der Königsdisziplin im Segelkunstflug.

Sicherheit geht vor Ambition

„Wir haben viel vor in dieser Saison. Bei all diesen Zielen und den tollen Erlebnissen, die wir dabei haben werden, darf jedoch die Sicherheit nicht zu kurz kommen“, so Schucka weiter fort. Dazu hat er bei der Saisonplanung die Änderungen der Luftraumstruktur, vergleichbar mit Verkehrsregeln und Durchflugverboten für Flieger, vorgestellt und Konsequenzen, die sich daraus für mögliche Flüge ergeben, analysiert.

Friedriszik hielt eine Präsentation über sicheres Außenlanden. So nennen es die Segelflieger, wenn sich keine Thermik (Aufwinde) auf einer Strecke mehr finden lässt und sie auf einem Acker landen müssen, sollte kein Flugplatz in der Nähe sein. „Durch eine Außenlandung auf einem uns unbekannten Feld entsteht immer ein höheres Risiko, das jedoch durch entsprechende Vorbereitung verringert werden kann“, betonte der Neuenrader. Die versammelten 18 Pilotinnen und Piloten folgten aufmerksam und die Erfahreneren berichteten von eigenen Außenlande-Erlebnissen, von denen alle Teilnehmer lernen konnten.

Kaum ein Fliegertreffen ganz ohne Anekdoten….

Von der einen oder anderen Anekdote wurde dabei auch erzählt, sodass der Abend neben konzentrierter Planung, motivierendem Engagement und der Entschlossenheit zum „Durchstarten“ in der kommenden Saison auch viel Spaß mit sich brachte. Gelegenheit, ein klein wenig gemeinsam stolz zu sein, gab es auch: die Segelflugkommission des Landesverbandes NRW spendiert dem nordrhein-westfälischen Luftsportverein, der in einem Jahr die meisten Leistungsabzeichen eingereicht hat, ein spezielles Segelflug-Gerät. Matthias Schucka: „Bereits zum zweiten Mal konnten wir das Butterfly-Gerät gewinnen. Wir bauen es in unseren Einsitzer vom Typ LS4, sodass sich auch Streckenfluganfänger und bereits fortgeschrittene Segelflugschüler mit dem Gerät vertraut machen können.”

Links zum Thema

Online-Präsenz des LSV Sauerland

Bericht zur Jahreshauptversammlung des LSV Sauerland

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