Landrat Marco Voge kritisiert die Verzögerung der Sprengung der A45-Talbrücke Rahmede und die „fragwürdige Kommunikation“. Foto: Hannah Heyn / Märkischer Kreis

Märkischer Kreis. (pmk) Die Sprengung der A45-Talbrücke Rahmede wird sich „möglicherweise verschieben“ – und somit nicht mehr dieses Jahr erfolgen. Das hat das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) angekündigt. Der Märkische Kreis erfuhr davon aus der Presse. Landrat Marco Voge kritisiert die Verzögerung und die „fragwürdige Kommunikation“.

Die Sperrung der Autobahn 45 bei Lüdenscheid infolge der Schäden an der Talbrücke Rahmede ist eine Katastrophe für die Region. Darin sind sich alle einig. Nun hat das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) angekündigt, dass sich die Sprengung der Talbrücke „möglicherweise verschieben“ wird – und somit nicht mehr in diesem Jahr erfolgt. Wörtlich heißt es zur Begründung: „Das Vergabeverfahren zur Sprengung der Talbrücke dauert aufgrund der Klärung rechtlicher Fragestellungen noch an und konnte noch nicht mit der Vergabe des Abbruchs abgeschlossen werden. Der bisherige Zeitplan sieht eine Sprengung der Bestandsbrücke bis spätestens 18. Dezember vor. Dieser Termin wird sich möglicherweise verschieben.“

Die Ankündigung, dass die Sprengung der Brücke womöglich nicht mehr dieses Jahr erfolgt, bezeichnet Landrat Marco Voge als weitere Hiobsbotschaft für alle Menschen im Märkischen Kreis, die sich dringend einen Fortschritt, einen Zeitplan und eine Perspektive rund um die Erneuerung der Talbrücke wünschen. „Die Region wird alleine gelassen. Die berechtigten Sorgen und Nöte der Menschen kommen in Berlin scheinbar nicht an. Es tut sich zu wenig. Jetzt soll die Sprengung verschoben werden. Das ist ein weiterer Tiefschlag für die Bürgerinnen und Bürger, die zurecht auf ein positives Signal warten. Sie wollen endlich wissen, wie und wann es weitergeht. Es ist nicht zu erkennen, dass der Sprengung und dem Neubau der Talbrücke Rahmede höchste Priorität eingeräumt wird.“

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Der Bundesverkehrsminister hatte in der Vergangenheit mehrfach zugesagt, dass die Sprengung noch in diesem Jahr erfolgt. Voge: „An diesen Ankündigungen muss man sich dann auch messen lassen. Der Neubau der Talbrücke Rahmede und damit die Wiederherstellung der verkehrlichen Lebensader ist von nationalem Interesse und gesamtgesellschaftlicher Bedeutung. Es geht um die Zukunft der Stadt Lüdenscheid, des Märkischen Kreises und der gesamten Region Südwestfalen.“

Weiter Schulterschluss für die Region

Von der möglichen Verzögerung der Sprengung der A45-Talbrücke Rahmede erfuhr der Märkische Kreis aus Presseberichten. Landrat Marco Voge ist darüber verärgert: „Das ist ein seltsamer Weg. Wir erwarten eine transparente Kommunikation.“ Die Zusammenarbeit mit der Autobahn GmbH lobt der Landrat ausdrücklich. „Diesen engen und konstruktiven Austausch würden wir uns auch mit der Bundesebene wünschen. Die Situation zeigt, dass wir weiterhin einen engen Schulterschluss für die Region brauchen, um mit einer starken Stimme in Berlin gehört zu werden.“ Voge fordert deshalb weitere Spitzentreffen.