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Zahlreiche aktive und inzwischen ausgetretene Feuerwehrmitglieder füllten die Zuhörerplätze im Ratssaal. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Zahlreiche Feuerwehrleute hatten zur Ratssitzung am Dienstag (3. März) auf den Besucherstühlen im Ratssaal Platz genommen. Sie interessierten sich für den Tagesordnungspunkt 4, in dem die Anfrage der CDU-Fraktion zu den Auswirkungen der Austritte aus der Löschgruppe Holthausen behandelt wurde. Auch einige der inzwischen ehemaligen Löschgruppenmitglieder verfolgten die Sitzung vor Ort.

Die CDU-Fraktion bezweifelt, dass mit der derzeitigen Personalstärke der Feuerwehr Holthausen der Schutz der Bevölkerung im Ortsteil sichergestellt werden kann. Sie fragte darüber hinaus, ob und welche Auswirkungen die Dezimierung der Löschgruppe auf den aktuellen Brandschutzbedarfsplan habe.

Unterstützung aus der Nachbarschaft

Stadtbrandmeister Markus Bauckhage (stehend) und der stellvertretende Kreisbrandmeister Jörg Döring (links) stellten fest, dass trotz des Austritts etlicher Mitglieder aus der Löschgruppe Holthausen der Brandschutz gewährleistet sei. Foto: Bernhard Schlütter

In der Ratssitzung stellten Wehrleiter Markus Bauckhage und der stellvertretende Kreisbrandmeister Jörg Döring die Situation aus Feuerwehrsicht dar. Bauckhage schilderte, dass die Löschgruppe Holthausen nach den Austritten noch 19 Mitglieder zähle. Tatsächlich sei zurzeit die nötige Anzahl von Gruppenführer/innen nicht gegeben. Hier sorgten aber sechs Mitglieder aus anderen Löschgruppen für Unterstützung der Holthauser. Ergänzend könnten die Löschgruppe Stadtmitte und die Feuerwehr Hüinghausen bei Einsätzen hinzugezogen werden.

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Jörg Döring stellte fest, dass der Brandschutz nach wie vor sichergestellt und eine Änderung des Brandschutzbedarfsplans nicht notwendig sei. Die Ausbildung der nötigen Führungskräfte solle durch die bevorzugte Zuteilung von Lehrgangsplätzen vorangetrieben werden.

Peter Tillmann (CDU) betonte, dass die Verantwortung für den Brandschutzbedarfsplan beim Rat liege. Er sieht eine erhebliche Abweichung von den im aktuellen Plan aufgeführten Personalzahlen und daher die Notwendigkeit der Anpassung. Ob ein entsprechender Antrag gestellt wird, soll nun in der CDU-Fraktion erörtert werden.

Einstimmiger Auftrag für Bürgermeister

Bürgermeister Ulrich Schulte nahm den Tagesordnungspunkt zum Anlass, um sich zu Vorwürfen seitens der CDU und des Rechtsanwalts von einigen Holthauser Löschgruppenmitgliedern wegen der angeordneten Disziplinarverfahren zu äußern. Die Disziplinarmaßnahmen seien in einer interfraktionellen Sitzung einstimmig beschlossen worden, also auch von der CDU. Es habe den Auftrag an den Bürgermeister gegeben, die Disziplinarverfahren mit dem Ziel der Entfernung aus dem Dienst zu führen. Es sei an der Zeit, das Thema zu beenden. „Was mir fehlt ist, dass niemand an die verbliebenen Löschgruppenmitglieder in Holthausen denkt, die ihren Dienst weiterhin leisten“, meinte Schulte und bekam dafür spontanen Applaus aus Reihen der Zuhörer.

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