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Das Ensemble von "S.O.S - Save our Souls". Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Verwirrend, verstörend und voller Fantasie: Der Literaturkurs Q1 der Adolf-Reichwein-Gesamtschule hat zum Abschluss des Schuljahres im Kulturhaus sein Theaterstück „S.O.S – Save our Souls“ präsentiert. So viel vorweg: Das Stück und die Akteure überraschten mit einer Aufführung, die gleichermaßen ungewöhnlich und neuartig und doch klassisch war.

Schiffbrüchige im Rettungsboot

Im Mittelpunkt standen sieben in ein Rettungsboot gepferchte Schiffbrüchige. Sie spielten zahlreiche Szenen durch, die von einem Chor im Halbrund um die Bühne mal ironisch, mal sarkastisch kommentiert wurden.

So viele Träume, so viel Ernüchterung

So viele Träume, so viel Ernüchterung: Da war die aufstrebende Schauspielerin, die sich nichts mehr wünscht, als dass ihr Hollywood zu Füßen liegt. Mit im Boot der eigensüchtige Schnösel, die naive Weltverbesserin, die unsterblich Verliebte, die ihren Jonathan verloren hat, der Sohn, der sich mit der Urne seines Vaters ins Rettungsboot geflüchtet hat und nicht zu vergessen der Matrose. Er hat alle Weltmeere bereist, kennt sich aus und kann doch den Gestrandeten nicht helfen. Mit seinem Kompass misst und misst er, dreht sich im Kreis und kann den Kurs des Rettungsbootes dennoch nicht bestimmen.



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Orientierungslose Gesellschaft

So entsteht das Abbild einer orientierungslosen Gesellschaft, die einen Weg aus dem Dilemma sucht, aber eigentlich doch nur ihren Träumen nachhängt. Ist das Rettungsboot vielleicht doch eher ein Narrenschiff?

Karte per Flaschenpost – Wohin wird sie die Schiffbrüchigen führen? Foto: Wolfgang Teipel

Das Ende ist eher überraschend. Die Hexen aus Shakespeares Drama „Macbeth“ greifen in die Handlung ein und versenden per Flaschenpost eine Karte. Sie führt die Bootsflüchtlinge zu einer Insel und mit dem Aufschrei „Wir retten Euch!“ stürzen die sieben Gestrandeten aus ihrem Rettungsboot.

Zusammenarbeit mit dem Kulturhaus

Applaus von Josette Ommer (rechts). Foto: Wolfgang Teipel

Leitung, Text und Regie lagen in den Händen der beiden Lehrerinnen Josette Ommer und Kirsten Michalzik. Darsteller im Rettungsboot waren Emma Wewers, Petros Gkentsios, Moritz Ortolf, Malte Pilsner, Marina Weiß, Chantal Panjuk und Ayleen Lang. Die Rolle des Chores, bekannt aus der klassischen griechischen Tragödie, übernahmen Rachel Jendryschik, Sara Zieglowski, Ann-Sophie Kemmerling, Finn Alb, Can Tut, Natalie Steiner und Lara Göhlert.

Josette Ommer, Kirsten Michalzik und die Schüler waren vom Spielort im oberen Foyer des Kulturhauses begeistert. „Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Kulturhauses war einfach klasse“, sagte Josette Ommer im Anschluss an die Vorstellung.

So tragen auch die Bemühungen von Kulturhaus-Intendantin Rebecca Egeling Früchte. Sie will junge Leute enger an ihre Spielstätte heranführen. Im März dieses Jahres wurde dazu unter anderem mit der Städtischen Adolf-Reichwein-Gesamtschule ein entsprechender Kooperationsvertrag geschlossen.

 

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