Simone Müsing, Regionalleiterin der Vonovia SE (li.), und Patricia White von der Abteilung Umwelt- und Klimaschutz der Stadt Iserlohn (re.) bei der offiziellen Übergabe der ersten gestifteten Fledermauskästen an die Stadt Iserlohn. Bild: Stadt Iserlohn

Iserlohn. Über das Thema Artenschutz kam es vor zwei Jahren zu ersten Überlegungen für gemeinsame Aktionen zwischen der Abteilung Umwelt- und Klimaschutz der Stadt Iserlohn und der Vonovia SE.

Das erste sehr erfolgreiche Projekt war die Vergabe handwerklich hochwertiger Meisen-Kästen an Kindergärten und Schulen im Stadtgebiet. Insgesamt wurden 50 Kästen im Auftrag der Vonovia, durch Frau Müsing, Regionalleiterin Kamen, und von Mitarbeitenden der Lebenshilfe e.V. hergestellt. So konnten soziales und ökologisches Engagement der Vonovia SE mit umweltpädagogischen Maßnahmen in Kindergärten und Schulen verknüpft werden.

Ein neues Projekt soll noch in diesem Jahr folgen: Die Anbringung von zahlreichen stabilen und wartungsarmen Fledermaus­-Behausungen. Hierdurch kann wie im Vorgängerprojekt nicht nur über das Leben und die Vorteile durch Fledermäuse am Gebäude aufgeklärt, sondern auch die Lebensbedingungen der verschiedenen Arten direkt verbessert werden. Mieterinnen und Mieter der Vonovia SE, Kinder in Schulen und Kinder­gärten, aber auch Bürgerinnen und Bürger können sich für eine Fledermaus-Unterkunft bewerben.

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Da Fledermäuse sowohl im Laufe des Tages als auch in der Nacht größere Strecken zu ihren Nahrungs­gründen (z.B. entlang der Lenne) und zu ihren Behausungen zurücklegen, sich aber auch bei ihren Balzflügen über Stadtgrenzen hinweg bewegen, soll die Kooperation in diesem Jahr interkommunal auch auf das Gebiet der Stadt Hagen ausgedehnt werden. Die hohe fachliche Kompetenz der Biostation Hagen und angegliederter Experten beim Thema Fledermäuse wird die Grundlage für ein erfolgreiches Projekt sein. Hinzu kommt, dass das Projekt auch wissenschaftlich begleitet werden soll, indem die Nutzung der neuen Fledermaus-Quartiere in einem Monitoring kontrolliert wird.

Fledermäuse lassen sich fast überall im städtischen Raum beobachten. Es gibt aber, aufgrund der Zunahme von energetischen Gebäudesanierungen, immer weniger Rückzugsmöglichkeiten für die Aufzucht ihrer Jungen oder die Überwinterung. Die weiblichen Tiere wechseln zudem häufig während der Zeit der Jungenaufzucht die Quartiere, damit keine Räuber in die Nähe gelockt werden. Deshalb ist das Anbringen von Behausungen für diese Tiergruppe so wichtig. Im Bereich Rahlenbeckallee/Klopstockstraße, also im näheren Umfeld des Seilersees, aber auch am Löbbeckenkopf kommen nachgewiesenermaßen Wasserfledermaus, Fransenfledermaus, Breitflügelfledermaus, Rauhhaut­fledermaus, Zwergfledermaus und Braunes Langohr vor. Weitere Arten können vermutlich durch das anschließende Monitoring erst entdeckt werden.

Die Vonovia SE fördert mit diesem Projekt erneut „tierisch gute“ Wohneinheiten, die zu mehr Nachhaltigkeit führen. Ein sehr lohnenswerter Ansatz!

Wer im eigenen Garten Nistkästen aufhängen und so der Wohnungsnot der Tierwelt abhelfen möchte, sollte folgende Tipps beachten:

  • Aufhängen des Kastens in ca. drei Metern Höhe, möglichst an für Katzen und Marder unzugänglichen Orten
  • Ausrichtung nicht auf die pralle Südseite und die direkte Nordseite
  • Der Kasten sollte leicht nach vorn geneigt oder unter einem Dachvorsprung angebracht sein: Regen darf nicht ins Innere gelangen!
  • Strahler oder Lampen sollten das Gehäuse und die direkte Umgebung nicht beleuchten.
  • Infos gibt es zusätzlich beim Naturschutzbund Deutschland (www.nabu.de) unter „das fledermausfreundliche Haus“
  • Nahrungsangebot für nachtaktive Insekten im Umfeld schaffen, um den Fledermäusen eine Nahrungsquelle zu bieten (viele Beispiele unter https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/fledermaeuse/aktiv-fuer-fledermaeuse/11241.html)