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In der Schlange ab ins Labyrinth: Der Irrgarten hielt für die Schülerinnen und Schüler einige Überraschungen bereit. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Wer erfolgreich durch das Labyrinth des Lebens gehen will, muss vor allem seine Stärken kennen. Rund 500 Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 7 und 8 der Lüdenscheider Schulen (außer Gymnasien) nutzen beim Projekt „Komm auf Tour“ vom 8. bis 10. Oktober ihre Chance und folgen der Aufforderung „Zeig‘ Deine Power, mach‘ Dich schlauer.“

„Kinder in diesem Alter haben keinerlei berufliche Vorstellungen und können auch ihre Stärken oft nicht einschätzen“, sagt Jörg Schuhmacher, Leiter der Berufs- und Studienberatung der Agentur für Arbeit. Genau an diesem Punkt setzt das Projekt „Komm auf Tour – meine Stärken, meine Zukunft“ an. Schülerinnen und Schüler lernen im Spiel jede Menge über sich selbst und erhalten so erste Impulse zu einer späteren Berufsorientierung und Lebensplanung.

Bürgermeister Dieter Dzewas begrüßte im Ratssaal die ersten Schülergruppen. Foto: Wolfgang Teipel

Schwächen oder Noten spielen bei diesem Projekt, das von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung  entwickelt worden ist, keine Rolle. „Wir schauen ausschließlich auf die Stärken“, bekräftigt Manuel Oswald vom Projektträger Sinus – Büro für Kommunikation GmbH.



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Andreas war Reisebegleiter zum Thema “Mein tierisch grüner Daumen”. Foto: Wolfgang Teipel

Zentrales Element ist der interaktive Parcours „Futuro“ auf zwei Etagen im Lüdenscheider Rathaus. Zusammen mit geschulten Reisebegleitern gehen die Teilnehmer/innen auf eine Tour durch insgesamt vier Spielstationen: einem Zeittunnel, der sturmfreien Bude, einer Bühne und einem Labyrinth. An den Spielstationen erwartendie Schüler unterschiedliche Aufgaben. So müssen in der “sturmfreien Bude” Aufgaben erledigt werden, die handwerkliches Geschick und Organisationskompetenz verlangen. Die “Bühne” lieferte hingegen einen Überblick über eigene Rede- und Gestaltungsfähigkeiten. Schülerinnen und Schülern improvisieren hier kurze Sketche zu spontan gewählten Themen. Je nach Wahl des Lösungswegs gibt es für die Schülerinnen und Schüler individuelles Feedback und sogenannte “Stärkepunkte”, um die eigenen Fähigkeiten besser einschätzen zu können. Neben der spielerischen Berufsorientierung mit Hilfe des Parcours‘ setzen sich die Jugendlichen im Zeittunnel mit ihren Lebensträumen („Wo stehe ich im Jahr 2030?“) und gesellschaftlichen Rollenbildern auseinander.

“Finde heraus, was zu Dir passt”

„Jeder Mensch hat unterschiedliche Stärken und eigene Lebensträume. Finde heraus, was zu Dir passt und geh deinen Weg.“, lautet die Botschaft, die die Jugendlichen für sich mitnehmen. Für den Fall, dass sie im Leben einmal nicht mehr weiter wissen, entdecken die Jugendlichen am „Hot Spot“, wo sie Hilfe und Unterstützung in ihrer Stadt bekommen.

Auch die Ansprechpersonen der Jugendlichen sind bei „komm auf Tour“ eingebunden: Die Eltern in einem Informationsabend, die Lehrkräfte in einer Fortbildung, Mitarbeitende von Beratungsstellen als Parcoursbegleitungen für die Jugendlichen und die regionalen Akteurinnen und Akteure in die Planung der nächsten Schritte zur Berufsorientierung und Lebensplanung.

Auf der Bühne ging’s um das Thema “Mein Reden”. Foto: Wolfgang Teipel

Sieben Dimensionen von Stärken und Kompetenzen

Je nach Wahl von Aufgabe und Lösungsweg erhalten die Teilnehmenden an jeder Station kleine, runde Aufkleber, welche die damit verbundenen Stärken zeigen. Diese sind wiederum mit Berufsfeldern verknüpft, so dass die Jugendlichen zum Abschluss ihrer Reise entdecken, welche beruflichen Möglichkeiten ihnen offenstehen könnten. Die Stärken werden in sieben Dimensionen erfasst und durch entsprechende Symbole abgebildet:

  • „Meine Zahlen“: Ich gehe gerne mit Zahlen bzw. mit Geld um.
  • „Meine Dienste“: Ich helfe gerne anderen Menschen.
  • „Meine Ordnung“: Ich organisiere gerne, mache gerne Ordnung.
  • „Meine Fantasie“: Ich habe Spaß am Gestalten und Kreativsein.
  • „Meine Hände“: Ich arbeite gern mit Kraft und handwerklichem Geschick.
  • „Mein tierisch grüner Daumen“: Ich habe gern mit Pflanzen und Tieren zu tun (Natur und Umwelt).
  • „Mein Reden: Ich rede gerne mit anderen, berate oder verkaufe.

Die Vergabe der Stärken in Form von selbstklebenden Buttons gilt dabei als symbolisches Schulterklopfen für den Einsatz.

“Komm auf Tour” hinterlässt Eindruck

Überraschung: Manuel Oswald öffnet den Schrank zum Thema “Meine Zahlen” und zeigt, welche Berufe damit verknüpft sind. Foto: Wolfgang Teipel

„Komm auf Tour“ macht Eindruck auf Kinder, Eltern und Lehrer. So hat Pia Müller von der städtischen Wirtschaftsförderung schon Projektteilnehmer aus vergangenen Jahren bei der Ausbildungsmesse ZAK mit Stärkepunkten entdeckt, die sie beim Besuch des Erlebnisparcours erhalten hatten. „Auch die Schulen sind immer gern dabei“, berichtete Pia Müller. Sie könnten immer wieder auf hervorragend aufbereitetes didaktisches Material zurückgreifen.

Bürgermeister Dieter Dzewas als Schirmherr ist stolz darauf, dass „Komm auf Tour“ wieder einmal Station in Lüdenscheid macht. Zusammen mit einigen Sponsoren stemmt die Stadt 50 Prozent der Kosten für das Projekt. Die andere Hälfte übernimmt die Agentur für Arbeit. Zu den Kooperationspartnern zählen das Berufsbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft, die Anonyme Drogenberatung, die Stadtwerke Lüdenscheid, die Aids-Beratung des Märkischen Kreises sowie verschiedene Fachdienste der Stadt Lüdenscheid.

Manuel Oswald (Sinus) David Macipe (Sparkasse Lüdenscheid), Pia Müller (Wirtschaftsförderung), Jessica Schmidt(Jugendamt) Bürgermeister Dieter Dzewas, Sabrina Steinhauser (Stadtwerke Lüdenscheid) und Jörg Schuhmacher (Agentur für Arbeit) standen im Pressegespräch Rede und Antwort. Foto: Wolfgang Teipel

Elternabend am 9. Oktober

„Selten hatten Jugendliche auf dem Ausbildungsmarkt so gute Chancen wie heute“, sagt Bürgermeister Dieter Dzewas. Sie müssten sie allerdings erkennen. „Vor diesen Hintergrund unterstützt die Stadt das Projekt trotz der schwierigen Haushaltslage.“ Das Angebot selbst begeistert den Rathaus-Chef. „Komm auf Tour” holt die jungen Leute in ihrer eigenen Lebenswelt ab.“

Am Mittwoch, 9. Oktober, lädt „Komm auf Tour“ zu einem Informationsabend für Eltern ein. Er findet von 19 bis 20.30 Uhr im Rathaus statt.

Weitere Infos auf www.komm-auf-tour.de

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