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Der Bau des Windparks auf dem Kohlberg in Neuenrade ruht zurzeit. Foto: tft

Die SL NaturEnergie Gruppe nimmt am 17. Juli 2017 zur aktuellen Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes Münster zum Windpark Neuenrade Stellung. Hier Mitteilung und Stellungnahme im Wortlaut:

Das OVG Münster hat die Berufung gegen das Urteil des VG Arnsberg bzgl. der Baugenehmigung der sechs Windkraftanlagen in Neuenrade (Kohlberg) auf Antrag des LNU zugelassen. Begründet wird dies damit, dass nicht eindeutig erkennbar sei, dass die der Genehmigung zugrunde gelegten artenschutzrechtlichen Gutachten die Entscheidung des Kreises, auf ein noch aufwendigeres Verfahren im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung zu verzichten, in jeder Hinsicht tragen. Dies sei nun im Hauptsacheverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht zu prüfen. In diesem Zusammenhang wurde die aufschiebende Wirkung der Klage wiederhergestellt.

Milan Nitzschke, Mitglied der Geschäftsführung der SL Naturenergie Unternehmensgruppe hierzu:

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„Nach Beschluss des Verwaltungsgericht Arnsberg im vergangenen Jahr haben wir mit dem Bau des Windparks Neuenrade begonnen. Diese sechs Windenergieanlagen stellen die zukünftige Energieversorgung für Neuenrade, Altena und die Umlandgemeinden dar. Die Anlagen werden mehr Strom erzeugen als alle Haushalte in den Ortschaften gemeinsam verbrauchen – und das CO2-frei. Als Inbetriebnahmezeitpunkt war Oktober geplant. Dies wird sich nun verzögern.

Die nun getroffene Entscheidung des OVG Münster bedauern wir daher sehr. Uns überrascht zudem, dass sie auf einem Argument fußt, das trotz jahrelanger Verfahren auf mehreren Gerichtsinstanzen und zahlreichen Prüfungen nicht vorher angemerkt worden ist, hier nun aber zum Anlass genommen wird, die Wirksamkeit der ausgestellten Baugenehmigung erneut aufzuschieben. SL NaturEnergie steht weiterhin zu den umfangreichen Gutachten und zu der vom Kreis getroffenen Entscheidung, den Windpark Neuenrade zu genehmigen. Artenschutz und Windenergie gehen auf den Forstflächen des Kohlberges zusammen. In den nächsten Tagen steht für uns nun die weitere Würdigung der juristischen Implikationen im Vordergrund und vor allem die Sicherung der Baustelle am Kohlberg.

Während es in der Vergangenheit in den Anliegergemeinden durchaus kontroverse Debatten um die Windenergienutzung gegeben hat, haben die letzten Wochen gezeigt, dass sich die Haltung gegenüber der Erzeugung CO2-freier Energie auf dem Kohlberg sehr zum Positiven entwickelt hat. In diesem Monat hat unter großer Teilnahme der Bevölkerung der Transport der Rotorblätter durch die Ortschaften Sundern und Neuenrade stattgefunden. Bei den 18 Fahrten säumten täglich bis zu 500 Menschen den Weg. Auf der letzten Fahrt am Mittwoch haben wir uns unter Applaus der Passanten nochmal für die große Unterstützung bedankt. Täglich fragen bereits Bürger an, ob und wie sie sich persönlich an den Anlagen beteiligen können. Der Start der Bürgerbeteiligung war für Ende August geplant. Leider wird sich auch dies nun verzögern.

Mit der Unterbrechung der Baumaßnahmen nun ein weiteres wichtiges Projekt für den Ausbau Erneuerbarer Energien verzögert. Dies entspricht einem allgemeinen Trend, dass Genehmigungsverfahren in Deutschland länger und länger werden und für Unternehmen und Gemeinden zunehmend Risiken beinhalten. Die SL Gruppe ist im Stande, diese Risiken zu tragen und steht entschlossen zu ihrem Ziel, die Stromversorgung in Region und Land klimaneutral zu machen. Aber für die Energiewende in Deutschland und die Erreichung der Klimaziele sind derartige Verzögerungen und Hemmnisse fatal.

Von der Planung bis zum Bau einer Windenergieanlage dauert es heute häufig 10 Jahre und mehr. Damit können wir uns als Gesellschaft nicht zufriedengeben, wenn wir eine saubere und sichere Energieversorgung für die Zukunft gestalten wollen. Und dazu kann sich auch die Landes- und Bundespolitik nicht tatenlos verhalten, wenn sie den Umbau der Energieversorgung ernst meint.

Uns bestärkt es allerdings darin, weiter für eine schnellstmögliche Fertigstellung und Inbetriebnahme der Neuenrader Anlagen einzutreten.“

Weitere Links zum Thema

Berichterstattung auf lokalstimme.de

Berichterstattung auf come-on.de

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