TEILEN
Die Labor-Kapazitäten zur Auswertung von Corona-Tests sollen ausgeweitet werden. Foto: Gerd Altmann/pixabay.com

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. (pmk/wolf) Die Zahl der Corona-Infizierten steigt. Unter Quarantäne stehen aktuell 38 labortechnisch-bestätigte Corona-Fälle. Zusammen mit den geheilten Personen kommt der Märkische Kreis jetzt auf 47 bekannte Fälle (11 auf 100.000 Einwohner) und 276 Kontaktpersonen.

Damit die Auswertung der Testergebnisse demnächst schneller läuft wurde mit dem beauftragten Labor vereinbart, dass dort die Kapazitäten ausgeweitet werden. Landrat Thomas Gemke bittet die Bürgerinnen und Bürger im Märkischen Kreis sich an die Maßnahmen der Bundes- und Landesregierung zu halten: “Halten sie im wahrsten Sinne des Wortes Abstand. Nur so können wir die Ausbreitung eindämmen.” Der Krisenstab des Kreises tagt weiterhin täglich.

Die Fälle verteilen sich wie folgt auf die Städte und Gemeinden:
• 9 Kontaktpersonen in Altena
• 3 Infizierte und 19 Kontaktpersonen in Balve
• 1 Infizierter und 2 Kontaktpersonen in Halver
• 2 Infizierte und 13 Kontaktpersonen in Hemer
• 5 Kontaktpersonen in Herscheid
• 5 Infizierte und 29 Kontaktpersonen in Iserlohn
• 1 Infizierter und 3 Kontaktpersonen in Kierspe
• 11 Infizierte und 69 Kontaktpersonen in Lüdenscheid
• 9 Kontaktpersonen in Meinerzhagen
• 10 Infizierte und 29 Kontaktpersonen in Menden
• 1 Kontaktperson in Nachrodt-Wiblingwerde
• 1 Infizierter und 1 Kontaktperson in Neuenrade
• 3 Infizierte und 82 Kontaktpersonen in Plettenberg
• 1 Infizierter und 2 Kontaktpersonen in Schalksmühle
• 3 Kontaktpersonen in Werdohl

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt Personen, sich beim Hausarzt zu melden, wenn diese in den vergangenen zwei Wochen Kontakt zu einem bestätigten Infizierten hatten oder in einem Risikogebiet waren und Symptome zeigen – beziehungsweise bei denen eine Vorerkrankung besteht. Ohne Anzeichen für eine Erkrankung sollte von einem Test abgesehen werden.

Klinikum: Fünf Fälle werden stationär behandelt

Wie das Klinikum Lüdenscheid mitteilt, werden zurzeit fünf Corona-Kranke stationär versorgt. In der Ambulanz wurden 15 Verdachtsfälle behandelt. Zwei davon wurden positiv getestet. Bei sechs fiel der Test negativ aus. Bei sieben liegt aktuell das Testergebnis noch nicht vor.

23 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums Lüdenscheid befinden sich zurzeit in häuslicher Quarantäne.

“Wir richten uns darauf ein, viele erkrankte Menschen zu versorgen, und arbeiten weiter mit Hochdruck daran, unser Personal aufzustocken”, heißt es in einer von ärztlicher und pflegerischer Direktion herausgegebenen Mitteilung. Die Maßnahmen seien um folgende Schritte erweitert worden.

Vorsorglich Passierscheine ausgegeben

  • Das Klinikum habe externe Praxen zur Unterstützung der Anästhesie und für den Einsatz als Notärzte kontaktiert, ebenso wie ehemalige Mitarbeiterinnen und Mit-arbeiter im pflegerischen und ärztlichen Dienst mit der Bitte das Klinikum zu unterstützen.
  • In Nordrhein-Westfalen wurde die Notbetreuung für Kinder von Mitarbeitern aus Bereichen der kritischen Infrastruktur, wozu auch die Märkischen Kliniken zählen, neu geregelt. Bisher mussten beide Elternteile in diesen Bereichen tätig sein – jetzt genügt hierfür ein Elternteil. Entsprechende Bescheinigungen, die die Unabkömmlichkeit eines Mitarbeiters belegen und zur Vorlage bei der Betreuungseinrichtung dienen, wurden durch die Personalabteilung bereits an die betreffenden Mitarbeiter verteilt.
  • Weiter werden mit hoher Priorität Hygiene-Schulungen für die Mitarbeiter intensiviert.
  • Für den Fall, dass es zu einer Ausgangssperre kommt, hat das Klinikum Ende der vergangenen Woche vorsorglich Passierescheine für alle Mitarbeiter ausgegeben. Auch wenn eine Ausgangssperre bislang nicht erlassen wurde, sollen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diese Passierscheine ab sofort auf dem Weg zum Arbeitsplatz mit sich führen.
  • Um die Besucherströme sicher durch die veränderten Zugänge zu leiten, wird der Wachdienst ab sofort auch im Eingangsbereich der Liegendkrankeneinfahrt der Zentralen Notaufnahme tätig sein.

Beobachten Humor und Mitmenschlichkeit

“Wir alle wünschen uns derzeit sehr das Ende der Coronavirus-Pandemie herbei”, schreibt Dr. Thorsten Kehe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Märkischen Kliniken. “Allerdings wird es bis dahin voraussichtlich noch eine Weile dauern. In außergewöhnlichen Zeiten wie diesen kann es zu einer Qualität an Belastungen und Emotionen kommen, welche die meisten Menschen von uns noch nicht erlebt haben. Wir alle brauchen Zeit, um uns an diese neuen Umstände und Herausforderungen zu gewöhnen.

Dass wir Menschen trotz radikaler Einschränkungen solidarisch und konstruktiv bleiben können, wird nach unserer festen Überzeugung den Ausschlag geben. So beobachten wir derzeit auch staunend, wieviel Humor und Mitmenschlichkeit gerade in diesen Tagen entsteht.”

Wir brauchen Dich, um die Zukunft von TACH! zu sichern. Bitte mach mit! Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here