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Landwirt Björn Kirchhoff schilderte der FDP-Landtagsabgeordeneten Angela Freimuth die Situation kleinerer landwirtschaftlicher Betriebe in der Region. Foto: Bernhard Schlütter


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Plettenberg. Immer weiter ausufernde Bürokratie, immer mehr und teils kontraproduktive Auflagen machten den Landwirten das Leben schwer, meint Björn Kirchhoff. Der Landwirt aus Pasel steht mit dieser Meinung nicht alleine da. Zur Vorbereitung des Informationsbesuchs der Plettenberger FDP und der FDP-Landtagsabgeordneten und Landratskandidatin Angela Freimuth am Montag (27. Juli) hatte Björn Kirchhoff in seinem Netzwerk von Landwirten in ganz Deutschland nachgefragt und präsentierte den Liberalen eine Liste von Forderungen.

Neben den überzogenen Auflagen durch die Politik ständen Landwirte am Pranger, würden oft öffentlich angefeindet, wenn sie zum Beispiel ihre Felder mit Gülle düngen. „Unter den aktuellen Rahmenbedingungen werden in den nächsten paar Jahren sehr viele kleine landwirtschaftliche Betriebe aufgeben“, sagte Björn Kirchhoff voraus. Es blieben dann fast ausschließlich große Betriebe, die fabrikartig produzieren. Das könne doch nicht das Ziel der Politik sein, so der Paseler.

Biogasanlage speichert Strom

Björn Kirchhoff bewirtschaftet insgesamt 120 Hektar Land überwiegend im Lennetal. Davon sind 35 Hektar Ackerland, der Rest Grünland. Mit den Erzeugnissen betreibt er die eigene Biogasanlage und produziert damit Strom für etwa 2500 Leute. „Die Biogasanlage ist voll flexibel, speichert Strom und wird zentral von der Strombörse in Paris aus gesteuert“, erklärte er. „Die Anlage bringt die Leistung eines mittleren Atomkraftwerks.“ Darüber hinaus betreibt Björn Kirchhoff die Aufzucht und Mast von Fleischrindern.



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Die Plettenberger FDP, MdL Angela Freimuth und Bürgermeister Ulrich Schulte besuchten den Hof Kirchhoff in Pasel. Foto: Bernhard Schlütter

Gut gedacht, schlecht gemacht

Viele Maßnahmen der Politik auf europäischer und nationaler Ebene seien gut gedacht, aber gingen am Thema vorbei, stellt Kirchhoff fest. Als Beispiel nannte er eine Verordnung in Bayern, nach der Hecken und Blühstreifen an den Feldern in einem Kataster erfasst werden sollten. „Das hatte zur Folge, dass die Landwirte schnell ihre Blühstreifen plattgemacht haben, denn ihnen droht ein erheblicher Wertverlust dieser Flächen.“ Björn Kirchhoffs Forderung und die vieler seiner Berufskollegen lautet: „Die Landwirte müssen in solche Entscheidungen einbezogen werden. Wir bringen das notwendige Knowhow mit.“

Verbraucher auch in der Verantwortung

Angela Freimuth hörte aufmerksam zu und machte sich reichlich Notizen, um die Anregungen, Wünsche und Forderungen, die Björn Kirchhoff vortrug, in ihre Landtagsfraktion zu tragen. Die aktuelle Lage habe die Qualität von Fleisch, von Lebensmitteln allgemein verstärkt in den Blickpunkt gerückt, so Angela Freimuth. Daher habe die FDP in Nordrhein-Westfalen die Bildung einer Enquete-Kommission zur Förderung des Dialogs zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft initiiert. Sie nimmt aber auch die Verbraucher in die Verantwortung, die mit ihrem Kaufverhalten die Entwicklung der Lebensmittelproduktion beeinflussten.

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