Superintendent Dr. Christof Grote freut sich mit einem sehr kompetenten Team - mit Jutta Tripp, Andrea Bäcker, Monika Triffo und Kerstin Rentrop (v.r.n.l.) – das wichtige Kirchengesetz zum Schutz vor sexualisierter Gewalt im heimischen Kirchenkreis weiter umsetzen zu können Foto: EKKLP

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. Seit dem Inkrafttreten des ‚Kirchengesetzes zum Schutz vor sexualisierter Gewalt‘ am 1. März 2021 setzt der Ev. Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg die konkreten Maßnahmen Schritt für Schritt um. Als erstes wurde mit Jutta Tripp eine Präventionskraft des Kirchenkreis im Juli 2021 berufen. In dieser Funktion ist sie u.a. für die Beratung von Presbyterien und Einrichtungen im heimischen Kirchenkreis zuständig und hilft dabei das neue Kirchengesetz konkret umzusetzen.

Im November 2021 wurden auf der Kreissynode dazu klare Standards zum Schutz vor und im Umgang mit sexualisierter Gewalt geschaffen.

Zertifikate für Andrea Bäcker und Monika Triffo

Darüber hinaus haben zwei Mitarbeiterinnen der Suchtberatungsstelle des Diakonischen Werkes an der von der Ev. Landeskirche von Westfalen (EKvW) vorgeschriebenen Schulung teilgenommen und nun ihre Zertifikate für einen erfolgreichen Abschluss erhalten. Andrea Bäcker und Monika Triffo haben sich fortbilden lassen, um im Prozess der Umsetzung des Kirchengesetzes als Multiplikatorinnen zu fungieren. Inhalte ihrer Fortbildung waren neben Informationen zum Kirchengesetz u.a. rechtliche Grundlagen, Definitionen von sexualisierter Gewalt sowie Maßnahmen zur Prävention und Intervention, aber auch Informationen dazu, wie Täter und Täterinnen vorgehen und wie Schutzkonzepte entwickelt werden können. Schwerpunkte der umfangreichen Schulung waren auch didaktische Methoden und die unterschiedlichen Zielgruppen, an die sich künftige Fortbildungen richten werden.

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Alle Mitarbeitenden werden geschult

Nun werden Andrea Bäcker und Monika Triffo als Multiplikatorinnen im Kirchenkreis tätig sein und Mitarbeitende schulen. Ziel ist es, die Teilnehmenden für das Thema zu sensibilisieren, Faktenwissen zu vermitteln und gemeinsam zu erörtern, wie Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene vor sexuellen Übergriffen geschützt werden können.

„Insgesamt geht es darum, die Ausnutzung von Macht- und Abhängigkeitsverhältnissen zu erkennen, diese zu unterbinden und damit Übergriffen vorzubeugen.“, erklärt Andrea Bäcker, die seit 1993 in der Suchtberatungsstelle Lüdenscheid tätig ist. Neben den beiden Multiplikatorinnen und Jutta Tripp, wird auch Kerstin Rentrop diesen wichtigen Aufgabenbereich des heimischen Kirchenkreises unterstützen.

Hoher Personalaufwand ist notwendig

Der hohe Personalaufwand ist auch notwendig, um die anstehenden Aufgaben angemessen leisten zu können. Derzeit ist davon auszugehen, dass man in den kommenden Jahren ca. 1000 Haupt- und Ehrenamtliche im Kirchenkreis schulen wird. Der Schulungsumfang für die einzelnen Mitarbeitenden kann dabei unterschiedlich aussehen – je nach Funktion und Art der  Tätigkeit. So haben Mitarbeitende im pädagogischen Bereich oder Personen in leitender Verantwortung höheren Schulungsbedarf als beispielsweise Mitarbeitende in der Verwaltung. Der Umfang wird mindestens vier Stunden betragen, kann aber auch über 20 Stunden in Anspruch nehmen.

Große Herausforderungen

„Wir stehen vor großen Herausforderungen, denn zum einem handelt es sich um eine riesige Anzahl von Personen, die geschult werden müssen; und zum anderen müssen wir die Schulungsinhalte für die einzelnen Zielgruppen konzipieren“, erklärt Monika Triffo die anstehenden Aufgaben. Gerade über die Anzahl der ehrenamtlichen Mitarbeitenden müsse erst einmal ein Überblick geschaffen werden. Trotzdem konnten Bäcker und Triffo bereits in Zusammenarbeit mit Rendel Simon, Leiterin der Psychologischen Beratungsstelle Lüdenscheid, mit einem Presbyterium ein Grundlagenmodul durchführen.

Umsetzung besitzt höchste Priorität

Im Februar dieses Jahres folgen dann die Schulungen der Mitarbeitenden von neun Kitas des heimischen Kirchenkreises. Die vielen Herausforderungen zur Umsetzung des Kirchengesetzes zum Schutz vor sexualisierter Gewalt sind für den Ev. Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg deutlich spürbar. Superintendent Dr. Christof Grote ist aber von dem großen Aufwand und seinen Auswirkungen vollkommen überzeugt. Gerade mit Blick auf Ereignisse der Vergangenheit haben die Maßnahmen zur Intervention und Prävention von sexualisierter Gewalt höchste Priorität.

„Kirche sollte ein Raum sein, in dem Menschen geschützt sind.“

„Kirche sollte ein Raum sein, in dem Menschen geschützt sind. Wie wir auch aus eigenen Erfahrungen im Kirchenkreis wissen, ist dies in der Realität aber nicht immer der Fall. Menschen haben hier schreckliche Erfahrungen machen müssen. Unser Ziel ist es, dass sich das bei uns nie mehr wiederholen wird. Dafür werden wir in der Zukunft sehr viel aufwenden und investieren“, sagt Superintendent Dr. Christof Grote.

Die Maßnahmen des Kirchenkreises auf dieser Ebene sind derzeit unbefristet angelegt. Im Anschluss an die anstehenden Schulungen der ca. 1000 Mitarbeitenden, werden für den
Kirchenkreis und seine Einrichtungen sowie die Kirchengemeinden entsprechende Schutzkonzepte entwickeln. Auf Andrea Bäcker, Monika Triffo, Jutta Tripp und Kerstin Rentrop kommt in der Zukunft somit sehr viel Arbeit zu. Ein großer Aufwand, der auf Ebene des heimischen Kirchenkreises berechtigterweise einen hohen Stellenwert erhält. ©EKKLP

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