Symbolfoto: Gerd Altmann/pixabay.com

Lüdenscheid/Bielefeld. Die Disziplinarverfahren gegen zwei ehemalige Pfarrer aus dem Evangelischen Kirchenkreis LüdenscheidPlettenberg sind eingestellt worden. Sie waren beschuldigt worden, im Falle eines ehemaligen Jugendmitarbeiters, der über viele Jahre hinweg sexualisierte Gewalt an Jugendlichen verübt hatte, nicht eingeschritten zu sein und dessen Taten gegenüber Jugendlichen in der Kirchengemeinde nicht verhindert zu haben. Das teilt die Stabsstelle Kommunikation der Evangelischen Kirche von Westfalen mit.


Ob oder in welchem Umfang die beiden damaligen Pfarrer der betreffenden Gemeinde von den Vergehen des Jugendmitarbeiters gewusst haben, heißt es in der Erklärung weiter, habe sich in der Rückschau nicht eindeutig nachweisen lassen.

Zahlreiche Zeugen angehört

In dem Verfahren waren zahlreiche Zeugen angehört worden. Zusätzlich zur eingehenden Prüfung durch Juristen des Landeskirchenamts wurde die ausführliche Stellungnahme einer unabhängigen, externen juristischen Sachverständigen eingeholt.

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Letztlich habe die intensive Befassung ergeben, dass sich den beschuldigten Pfarrern keine Versäumnisse im Sinne einer formalen Verletzung ihrer Amtspflichten nachweisen ließen.

Suizid nach Start der Ermittlungen

Erschwerend für das Verfahren war die Tatsache, dass die Vorfälle teilweise Jahrzehnte zurücklagen und die Zeugen daher nur wenige konkrete Äußerungen aus Gesprächen mit den
Beschuldigten rekapitulieren konnten. Der ehemalige Jugendmitarbeiter, dem zahlreiche Taten sexualisierter Gewalt zur Last gelegt worden waren, hatte nach Einleitung strafrechtlicher Ermittlungen gegen ihn im Jahr 2020 Suizid begangen.

Fall wird wissenschaftlich aufgearbeitet

Auch wenn die Disziplinarverfahren jetzt eingestellt werden mussten, wird die Evangelische Kirche von Westfalen den Fall insgesamt im Rahmen einer unabhängigen wissenschaftlichen
Einzelfallstudie aufarbeiten lassen. Dabei werden auch die strukturellen Defizite und Zusammenhänge, die sexualisierte Gewalt ermöglicht hatten, sowie Rolle und Verantwortung
der beteiligten Pfarrpersonen in den Blick genommen.

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