TEILEN
Die SPD hatte zum Ortstermin an der Lohmühle eingeladen, um Möglichkeiten für den Fahrradverkehr zu erörtern. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Die SPD-Fraktion hat Verbesserungen für den Fahrradverkehr im Stadtgebiet auf ihre Agenda gesetzt. Bereits im Februar hatten die Sozialdemokraten im Planungs- und Umweltausschuss beantragt, die Anlage von Fahrstreifen für Radfahrer im Zuge des Neubaus bzw. der Fahrbahnerneuerung des Grafwegs und An der Lohmühle zu prüfen. An diesen beiden Straßen ist die Einrichtung von separaten Fahrradspuren nicht möglich, lautet die Antwort der Stadtverwaltung.

Beim Ortstermin am Montag (25. Mai) an der Lohmühle erläuterten Stefanie Schade (Sachgebiet Straßenverkehr und Umwelt) und Sebastian Jülich (Fachbereichsleiter Stadtplanung, Hoch-/Tiefbau) von der Stadtverwaltung, verkehrstechnische und -rechtliche Fakten, die zum Veto von Straßen.NRW geführt haben und die Einrichtung von Fahrradspuren nicht zulassen. Sowohl auf dem Grafweg als auch der Lohmühle sei zu wenig Platz, um einen Schutzstreifen für Radfahrer, geschweige denn einen gesonderten Radweg einzurichten, denn diese müssten mindestens 1,25 bzw. 1,60 Meter breit sein.

„An der Lohmühle und auch am Grafweg sprechen praktische Gründe gegen Fahrradspuren“, stellte Stefanie Schade fest. Grundsätzlich plane die Stadtverwaltung die Einrichtung von Fahrradwegen, wo sie möglich seien, und nutze dafür auch die angebotenen Fördergelder.

Anzeige

(Die komplette Stellungnahme der Stadtverwaltung zum SPD-Antrag als PDF zum Download: Stellungnahme_der_Stadtverwaltung_zum_SPD-Antrag_Radverkehr)

Gerechte Verteilung des Verkehrsraums

Die Einmündung des Steinkamps auf die Straße An der Lohmühle ist ein kritischer Punkt für Radfahrer. Foto: Bernhard Schlütter

Vertreter des Ortsverbands Plettenberg und der Kreisgruppe MK des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) beurteilen die Situation an der Lohmühle grundsätzlich anders. „Es geht um die gerechte Verteilung des Verkehrsraums zwischen allen Teilnehmern, also Kraftfahrzeugen, Fußgängern und Radfahrern“, betonte Thomas Rittner vom ADFC Plettenberg. Er sieht durchaus Möglichkeiten dafür. Auch die Notwendigkeit sei gegeben, vor allem für Fahrradfahrer, die aus dem Steinkamp kommend weiter in Richtung Innenstadt fahren. Während des SPD-Ortstermins am späten Montagnachmittag waren das tatsächlich etliche, darunter auch radelnde Eltern und Kinder.

SPD-Ratsfrau Martina Reinhold resümierte: Hier an der Lohmühle gehe es offenbar nicht, doch die SPD werde sich dafür einsetzen, dass die Bedingungen für Fahrradfahrer im gesamten Stadtgebiet verbessert werden.

Beidseitiger Radweg am Wall?

Ein Thema könnte in dieser Richtung demnächst die Straße Am Wall werden. Dort wäre ausreichend Platz für eine beidseitige Führung des Radwegs, erklärte Stefanie Schade. Dies würde allerdings den Verzicht auf etliche Parkplätze, die sich jetzt dort befinden, bedeuten. „Das ist eine politische Entscheidung. Die Stadtverwaltung würde das dann umsetzen“, so Stefanie Schade. “Und die Autofahrerlobby wird dagegen argumentieren”, sagte Sebastian Jülich voraus. Es gelte eben immer, die Interessen gegeneinander abzuwägen.

ADFC-Vertreter Thomas Rittner regte an, einen Arbeitskreis Fahrrad einzurichten, um im Gespräch zu bleiben.

NEBENBEI BEMERKT

Demokratie wagen unter Corona-Einschränkungen, lautet der Untertitel zum Ortstermin der SPD-Fraktion an der Lohmühle. Beim ersten öffentlichen politischen Termin seit vielen Wochen mussten sich alle Teilnehmer*innen offensichtlich noch an die veränderten Rahmenbedingungen gewöhnen. Abstand halten und Mund-Nase-Schutz erschweren eindeutig die Kommunikation.

Wir brauchen Dich, um die Zukunft von TACH! zu sichern. Bitte mach mit! Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here