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Foto: Bernhard Schlütter


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Plettenberg. Junge Leute suchen Ausbildungsstellen, Unternehmen suchen Auszubildende – das Kompetenzzentrum Berufsorientierung Plettenberg, kurz KBOP, an der Zeppelinschule bringt beide Seiten zusammen. Die Verzahnung zwischen der Plettenberger Hauptschule und den heimischen Firmen wird immer enger – und trägt Früchte. „Im vorherigen Schuljahr haben zwei Firmen unseren profilgebundenen Unterricht begleitet, in diesem Schuljahr sind es zehn“, berichtet KBOP-Leiterin Karin Gabriel.

Profilgebundener Unterricht

An einem Tag pro Woche haben die Schüler/innen der Profilgruppe Industrie/Handwerk (Klassen 9 und 10) profilgebundenen Unterricht. Diese Schulstunden sind alles andere als gewöhnlich. Dabei kommen die jungen Leute ins Gespräch mit Auszubildenden und Chefs, im Klassenzimmer oder in den Betrieben.

Direkter Draht

Auszubildende von Plettenberger Unternehmen gestalten den profilgebundenen Unterricht im KBOP. Foto: Bernhard Schlütter

„Wenn Auszubildende, die vor ein oder zwei Jahren selbst noch hier auf der Schule waren, über ihre Ausbildung erzählen, hat das große Wirkung“, berichtet Karin Gabriel. Zu Gast ist heute Jan-Niclas Geerdes. Der 18-Jährige ist im zweiten Ausbildungsjahr zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik bei Weyand und Co. GmbH. Die Schüler/innen sind mit ihm auf Augenhöhe. Man kennt sich. Und gerade deswegen nehmen sie Jan-Niclas’ Schilderungen ernst.



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Werksbesichtigung bei Elaflex Hiby Tanktechnik Foto: Bernhard Schlütter

Auch die Besuche in Betrieben hinterlassen Eindruck bei den Schüler/innen. In der Gießerei von Elaflex Hiby Tanktechnik (EHT) sehen sie, wie die Zapfpistolen hergestellt werden, mit denen sie ihr Mofa, ihren Roller und später ihr Auto betanken. „Wir zeigen jungen Leuten gerne unser Werk“, betont EHT-Personalleiterin Susanne Lange. Gerade für den Beruf des Gießereimechaniker sei es schwer, Nachwuchs zu gewinnen. Aber EHT hat jetzt eine Sorge weniger: Einen Tag nach der Betriebsbesichtigung reichte ein Schüler seine Bewerbung ein.

Erfolgsmodell KBOP-Speeddate

Ausbildungs-Speeddate im KBOP Foto: Bernhard Schlütter

Ein Erfolgsmodell ist das jährlich stattfindende KBOP-Speeddate. Über 50 Firmen und Einrichtungen mit ihren Personalverantwortlichen und Beratern hatten im November ein Rendezvous mit Neunt- und Zehntklässlern der Hauptschule. Egal, ob es beim kurzen Flirt bleibt oder eine feste Beziehung daraus wird, die Erfahrungen, die die jungen Leute dabei machen, bleiben ihnen fürs weitere (Berufs-) Leben.

„Nach wie vor schrecken viele Eltern davor zurück, ihre Kinder an der Hauptschule anzumelden. Dabei sind wir in Sachen Berufsvorbereitung ganz weit vorne“, sagt Karin Gabriel. Mit vollem Einsatz arbeiten sie und ihre Kolleg/innen daran, das Image von Hauptschule und betrieblicher Ausbildung zu verbessern. Ganz im Sinne der heimischen Unternehmen, von denen sich etliche im KBOP-Beirat engagieren.

INFO

Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt

„Pro Bewerber gibt es in diesem Ausbildungsjahr 1,07 Berufsausbildungsstellen“, beschreibt die Chefin der Agentur für Arbeit Iserlohn, Sandra Pawlas, die aktuelle Situation auf dem Ausbildungsmarkt im Märkischen Kreis. Während in den Bereichen der Geschäftsstellen Iserlohn, Lüdenscheid, Menden und Plettenberg mehr Ausbildungsstellen gemeldet als Bewerber registriert worden seien, sehe das Verhältnis in Altena, Kierspe und Werdohl genau andersherum aus.

„Das Gros der unbesetzten Ausbildungsstellen findet sich auch in diesem Jahr wieder im Bereich der Metallverarbeitung, im Handel, im kaufmännischen Bereich sowie im Handwerk“, berichtet Pawlas. Sie rät Arbeitgebern, auch künftig immer wieder oder auch erstmals Bewerbern eine Chance zu geben, die auch nur annähernd zu passen scheinen. „Daneben können Arbeitgeber noch einmal mehr auf sich aufmerksam machen, indem sie über das Angebot von Praktika und Berufsfelderkundungen noch aktiver ihr Unternehmen und Ausbildungsmöglichkeiten vorstellen. Wichtig ist es, keine Chancen unversucht zu lassen, um an potenzielle Auszubildende zu gelangen“, so Pawlas.

Quelle: Komplett-Magazin Ausgabe Winter 2019/2020

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