Start Lennetal Plettenberg Katzen schreien vor Hunger – Rettung durch Ordnungsamt und Feuerwehr

Katzen schreien vor Hunger – Rettung durch Ordnungsamt und Feuerwehr

Besitzerin lässt Tiere in verlassener Wohnung zurück

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Plettenberg. Zwei Katzen wurden am Montag (6. April) von Ordnungsamt und Feuerwehr aus einer Wohnung auf der Burg gerettet. Dabei wurde ein Feuerwehrmann gebissen und leicht verletzt.

Die Katzen waren offenbar von ihrer Besitzerin bei deren Auszug aus der Wohnung dort zurückgelassen worden. Gestank und die Schreie der unversorgten Tiere hatten Nachbarn aufmerksam gemacht. Ordnungsamtsleiter Thorsten Spiegel schildert den Sachverhalt aus seiner Sicht:

Die Ordnungsamtsleitung wurde am späten Montagabend von einem Kollegen des ordnungsamtlichen Bereitschaftsdienstes darüber informiert, dass eine Tierschützerin und Polizeibeamte in einem Mehrfamilienhaus Auf der Burg vor Ort seien. Hinter einer Wohnungstür seien mutmaßlich unversorgte schreiende Katzen zurückgelassen worden. Die anschließende telefonische Befragung eines Polizeibeamten und jene zweier Zeugen erhärtete den Verdacht.

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Die Örtlichkeit wurde sodann aufgesucht. Die Situation stellte sich so dar wie von den Zeugen geschildert. Bereits vor dem Haus waren Katzenschreie zu hören. Bei Betreten des Hausflurs war starker stechender Ammoniakgeruch wahrnehmbar, wie er sich typischerweise nach einigen Tagen durch Zersetzungsprozesse der im Urin enthaltenen Harnsäure entwickelt. Der stechende Geruch verstärkte sich bei Annäherung an die Wohnungstür noch. Hinter der Tür schrien mehrere Katzen. Auf mehrfaches Klingeln und Klopfen an der Wohnungstür erfolgte keine Reaktion. Nach Durchschieben von etwas Katzennahrung unter der Tür stürzten sich die Katzen sofort darauf.

Nach weiterer Befragung der Zeugen sprach alles dafür, dass eine Mieterin in diesem Mehrfamilienhaus zum Monatsende ihre Wohnung ausgeräumt hatte und ausgezogen war. Ihre Katzen hatte sie augenscheinlich zurückgelassen.

Ordnungsbehördlich wurde angeordnet, dass die Wohnung zum Betreten zwecks Sicherstellung der Tiere zwangsgeöffnet wird. Bei dieser Entscheidung spielte neben dem Katzengeschrei auch eine Rolle, dass im Lichte der Zeugenaussagen, des Sperrmüllhaufens vor dem Haus und des stechenden Ammoniakgeruchs tatsächlich davon auszugehen war, dass die Tiere bereits über eine kritisch lange Zeit von einer Woche unversorgt sich selbst überlassen waren.

Das Ordnungsamt bedankt sich bei den aufmerksamen Zeugen, dem Tierschutz und den Kollegen von der Feuerwehr, die zwei Katzen nach Öffnung der Wohnungstür – unter Atemschutz – aus dem verkoteten und bestialisch stinkenden Wohnungsflur bargen. Der Tierschutz hat die Tiere unmittelbar in Verwahrung genommen.

Wünschenswert wäre aus Sicht des Ordnungsamtes gewesen, die Hausverwaltung hätte schon eher reagiert, sofern sie den starken Ammoniakgeruch im Treppenhaus bemerkt hat. Eine Zuspitzung der Situation hätte dann vielleicht vermieden werden können.

Für die Mieterin kann die Angelegenheit noch ein Nachspiel haben. Neben den einzufordernden Kosten für die Wohnungstüröffnung und das Bergen der Tiere unter Atemschutz (ca. 500 Euro) werden Polizei und Staatsanwaltschaft, denen ein entsprechender Bericht zugeht, möglicherweise ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren nach § 17 Tierschutzgesetzgesetz in Verbindung mit § 13 Strafgesetzbuch einleiten.

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