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Das Dura-Werk in Plettenberg soll am 30. April 2019 geschlossen werden. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Zur für den 30. April 2019 angekündigten kompletten Schließung der Dura-Standorte Plettenberg und Selbecke nimmt Torsten Kasubke, Zweiter Bevollmächtiger der IG Metall im Märkischen Kreis, wie folgt Stellung:

“Das Vorgehen des Konzerns ist eine Sauerei. Im November 2015 kündigte der amerikanische Konzern den Umbau der heimischen Dura-Betriebe an, verbunden mit einem Personalabbau. Nicht einmal wurde über ein Zukunftskonzept, das versprochen wurde, gesprochen. Es wurde nie vorgelegt. Auch Frau Tiltons versprochener Besuch vor Ort hat nie stattgefunden. Zweieinhalb Jahre wurden die Beschäftigten aller Standorte im Ungewissen gelassen.

Vor nicht einmal zwei Wochen hätte der Konzern auf der Betriebsversammlung sprechen können. Der amerikanische Geschäftsführer Pettyes sagte kurzfristig seine Teilnahme ab. Die Betriebsleitung machte keinerlei Anzeichen, dass dieser Schritt nun erfolgen könnte. Während im Bereich Leisten und Blenden Gespräche, Gerichtsverhandlungen und andere Auseinandersetzungen stattgefunden haben, wurde der Bereich Body and Glass bislang von Maßnahmen verschont. Aber auch dort ist die Schließung offenbar beschlossene Sache.

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“Dura hat die Situation immer wieder eskalieren lassen”

In den letzten zweieinhalb Jahren haben die Beschäftigten einen großen Kampf gekämpft. Sie haben unzählige Gerichtsverfahren gewonnen und ihre Kündigung verhindert. Der Konzern hat sich zweieinhalb Jahre lang geweigert, über einen Sozialplan zu verhandeln und sogar Entscheidungen der Einigungsstelle nicht hingenommen. Dura hat – man nehme nur das Beispiel des Einsatzes portugiesischer Arbeitskräfte an Wochenenden als Beispiel – die Situation immer wieder eskalieren lassen.

Das Unternehmen behauptet, die Restrukturierungsmaßnahmen vor Ort seien nicht erfolgreich gewesen. Tatsächlich hat es nie Restrukturierungsmaßnahmen vor Ort gegeben.

Dieser Umgang darf kein Normalfall in Deutschland sein. Hier ist auch die Zivilgesellschaft gefragt. Beschäftigte haben es verdient, Recht und Würde zu behalten. Frau Tilton und der Dura-Konzern haben den Beschäftigten mit dieser Entscheidung erneut versucht, ihnen genau das zu nehmen. Wir werden das nicht hinnehmen und nun gemeinsam beraten, wie wir in den nächsten Monaten vorgehen werden.”

Torsten Kasubke führt auf der Arbeitnehmerseite die Verhandlungen mit der Dura-Geschäftsführung. Foto: Bernhard Schlütter

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