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Eine der Skulpturen von Marcel Friedrich Weber. Foto: Wolfgng Teipel

Lüdenscheid. Eine spannende Angelegenheit gleich in mehrfacher Hinsicht: Am Freitagabend (19. Oktober) steht fest, wer sich über das mit 12.000 Euro dotierte Stipendium der Märkischen Kulturkonferenz (MKK) freuen darf. Fünf Bewerber/innen sind in der engeren Auswahl. „Es sind interessante Positionen dabei“, sagt Dr. Susanne Conzen, Leiterin der Städtischen Galerie.

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Mit Spannung wird allerdings nicht nur das Urteil der Jury erwartet. Auch die Präsentation der Werke wird ein wenig vom Üblichen abweichen. Die Skulptur von Marina Bochert befindet sich im Außenbereich. Daniel Huss, Michael Mieskes, Keiyona C. Stumpf und Marcel Friedrich Weber haben verschiedene Räume im Obergeschoss beziehungsweise die Kinderspielecke in Beschlag genommen.

Die Skulptur von Marina Bochert befindet sich im Museumsgarten. Foto: Wolfgang Teipel

Lisa Götze und Ida Gerhardi

Lisa Götze, die aktuelle Stipendiatin, hat für ihre Präsentation den Raum mit Bildern der Malerin Ida Gerhardi ausgewählt. Das hat einen besonderen Grund: Ihre Zeichnungen unter dem Titel structures sind in der Auseinandersetzung mit den Werken und der Biographie der Künstlerin Ida Gerhardi (1862-1927) entstanden.  Lisa Götze platziert ihre Zeichnungen bewusst in ‚Idas’ Räumen. Zu sehen sind Darstellungen männlicher Körperteile, die so ineinander verwoben sind, dass deren genaue Zuordnung nicht nachvollzogen werden kann.



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Hyperrealistische Überzeichnung

Obwohl die stählernen Muskeln durch das Graphit des Bleistifts fast wie aus Stein gemeißelt wirken, lässt die hyperrealistische Überzeichnung die Gebilde fast tumorartig wachsen bis das Geflecht so organisch ist, dass ein Geschlecht kaum noch zuordbar ist. Gezeigt werden diese im Stipendienjahr entstandenen Körperzeichnungen auf frei im Raum angeordneten Stehpulten. Der dialogische Bezug zu den Malereien Ida Gerhardis ist somit bewusst gewählter künstlerischer Ansatz der Arbeit Lisa Götzes.

Konkurrenz oder Harmonie?

„So verteilt sich die Ausstellung durch das gesamte Haus“, sagt Susanne Conzen. Die Besucher werden sich am Freitag wohl ein wenig bewegen müssen, wenn sie alles sehen wollen. Durchaus kein Nachteil. So gelangen sie in Bereiche der Dauerausstellung, die eher seltener vom Publikum frequentiert werden.

Wie die Werke aus dem Bereich „Plastik im kleinen Format“ mit den verbliebenen Werken der Dauerausstellung harmonieren werden, ist ein weiterer spannender Aspekt. „Die Künstler müssen sich hier irgendwie in die Dauerausstellung integrieren“, sagt Susanne Conzen.

Die Ausstellung wird am 19. Oktober um 19 Uhr eröffnet. Die fünf Bewerber sowie MKK-Stipendiatin Lisa Götze sind anwesend. Die Ausstellung wird bis zum 2. Dezember zu sehen sein.

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