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Lüdenscheid. Zur Empfehlung des Geschichts- und Heimatvereins Lüdenscheid (GuH), die Pläne für eine Skatebahn im Kulturhausgarten nicht weiter zu verfolgen, erreichte uns folgende Zuschrift:

Die Pressemitteilung des Geschichts- und Heimatsvereins (GuH) macht mich sprachlos. Da soll für junge Menschen innenstadtnah ein Outdoorangebot geschaffen werden und es wird mit Vermutungen und Unwahrheiten gegen dieses Projekt Stimmung gemacht.

Vorwürfe schießen übers Ziel hinaus

Es ist nicht die Idee bzw. die Vision, die über das Ziel hinausschießt, sondern es sind die Vorwürfe seitens des Geschichts- und Heimatvereins. Es wäre wünschenswert, wenn der GuH sich auch mal für die Jugendkultur stark macht, ein Blick nach Hemer in den Sauerlandpark wäre hilfreich: Dort ist ein großer Skatepark in der Natur angelegt worden und das obwohl der Sauerlandpark natürlich auch zur Erholungszwecken dient.

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So begründet der Verein die Ablehnung der Skateanlage unter anderem aus Sorgen vor Graffiti und Müll. Dabei ist es genau umgekehrt, gerade an Stellen die kaum genutzt werden und wo es keine Belebung gibt, passieren Schmierereien und es wird wild Müll entsorgt. Aktuell überzeugt der Kulturhauspark wahrlich nicht mit einer gewissen Attraktivität für das Verweilen junger Menschen.

Fehlende Toiletten kein Argument

An einem Ort der Aufenthaltsqualität bietet, am besten noch in Kombination mit einer Außengastronomie, wären Schmierereien und Müll deutlich unwahrscheinlicher. Ohnehin ist die geäußerte Anschuldigung gegenüber den Jugendlichen und Skatern gänzlich unangebracht. Es ist ja sehr ehrenwert, dass sich der Geschichts- und Heimatverein nun um die sanitären Anlagen für Skater bemüht, da stellt sich nur die Frage: Wieso hat sich der GuH nicht an der Jahnhalle für Toilettenanlagen eingesetzt?

Der Halle fehlt seit Jahren eine geeignete Infrastruktur. Die Skater mussten Jahrzehnte ohne Sanitäranlagen auskommen. Da wird es wohl kaum notwendig sein in der Innenstadt für eine Toilettenanlage am Skatepark zu sorgen. Schließlich steht an dem Bolzplatz im oberen Teil des Kulturhausgartens auch keine Sanitäranlage. Dieses Argument ist wirklich nicht zu verstehen

Meinungen über Kunstwerke gehen auseinander

Die Kunstwerke zwischen Kulturhaus und Museum haben laut GuH einen hervorragenden Standort gefunden. Ich will es mal nett ausdrücken: An den “Blechkunstwerken” gehen die Meinungen der Lüdenscheider stark auseinander. In meiner Generation kenne ich niemanden, der diese Flächen inklusive der Kunstwerke als gelungen ansieht. Ich finde es aber löblich, dass der GuH sich für Grünflächen stark macht. Eine neue Skateanlage soll schließlich keine Betonwüste werden, sondern sich an den Park anpassen, sodass am Ende eine aufgewertete Grünfläche dabei herauskommt.

Lärm nicht zu vermeiden

Auch der Kritikpunkt bezüglich des Lärms ist verfehlt, so verringern neue Skateparks deutlich die Lärmwerte, es ist nicht mehr das Skaten wie in den 90er Jahren. Wenn der Kulturhauspark für alle ein lebenswertes Ziel sein soll ist Lärm nicht zu vermeiden. Die Verwaltung wird sicher darauf achtgeben, dass Vorstellungen im Kulturhaus nicht beeinträchtigt werden.

Besonders verärgert bin ich über den Vorwurf gegenüber der Stadt, es sei “Geld in den Sand gesetzt worden”, als die Jahnhalle vor zwei Jahren hergerichtet wurde. Erstens mussten diese Maßnahmen umgesetzt werden, damit der Betrieb aufrechterhalten werden konnte und zweitens steht die Jahnhalle nicht aufgrund fehlender Finanzierung vor dem aus, sondern lässt sich aufgrund mangelnder ehrenamtlicher Helfer nicht mehr weiterbetreiben.

Alternative Sportarten unterstützen

Jugendkultur zu erhalten ist niemals Geldverschwendung. Jugendkultur und alternative Sportarten gehören eben auch gefördert und unterstützt. Die unterschiedlichen Interessen sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern miteinander verknüpft werden. Davon könnte letztlich auch das Kulturhaus profitieren, indem neue Zielgruppen durch die räumliche Nähe gewonnen werden könnten. Ich hoffe das die Verwaltung die Pläne voran treibt und den Jugendlichen neue Möglichkeiten bietet. Innenstadtnahes Skating ist beliebt und ermöglicht das Skaten für alle. Andere Städte machen es vor und Lüdenscheid sollte mit einem durchdachten Konzept nachziehen.

Dominik Hass

Knapper Str. 63

58507 Lüdenscheid

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