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Eine öffentliche WG: Zur Eröffnung strömten die Besucher zunächst durch den Vorgarten,in dem Bewohner ihre Wäsche aufgehängt haben. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Museum, Heimat – bei Bürgermeister Dieter Dzewas wecken die Begriffe Erinnerungen an Ölschinken, die Verwandte zuhause an den Wänden hängen hatten. Diese Sache mit der Heimat. „Klingt alles irgendwie ein wenig verstaubt“, bekannte der Rathaus-Chef am Freitag. Wenig später wurde sein Heimatgefühl kräftig aufgefrischt. Bei der Eröffnung der Ausstellung „Home – there is no place like Lüdenscheid“ in den Städtischen Museen erkannte Dzewas: Hier ist nichts verstaubt. „Die Ausstellung ist ein Mix der Identität junger Menschen in dieser Stadt“, sagte er anerkennend.

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Frischer Blick auf Lüdenscheid

Verkehrte Welt im Badezimmer. Foto: Wolfgang Teipel

Der frische Blick auf Lüdenscheid und die heimische Jugendkultur zeigt unter anderem ein falsch aufgehängtes Urinal im Badezimmer Museums-WG. Verkehrte Welt. Ein Spiegel rückt das Pinkelbecken in die korrekte Position. Ein schöner Scherz. Er zeigt, dass man Heimat auch jenseits jeglicher Tümelei betrachten kann. Ein wenig ernster: Eine junge Asiatin hat aus Holzlatten ein Vogelnest zusammengenagelt. Holzkunst aus dem Fernen Osten zeigt, dass sie ihre Heimat nicht vergessen hat.

Lily, Alia, Hannah und Lil haben am Trickfilm-Projekt von Christina Appelt mitgewirkt. Der Streifen führt den Betrachter durch die Altstadt – ein Stück Heimat für Lüdenscheider. Und so lassen sich in vielen Exponaten Bezüge zur Heimat und zu Lüdenscheid entdecken. Mal lustig, mal hintersinnig oder auch sehr politisch. „Wenn meine Heimat ein Kriegsgebiet wäre, würde ich sie verlassen“, steht auf einem der vielen T-Shirt, die in einem der Räume zum Trocknen aufgehängt sind.



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Arbeit in 17 Workshops

Lily und Alia haben am Trickfilmprojekt von Christina Appelt mitgewirkt. Foto: Wolfgang Teipel

Die Arbeit in den 17 Workshops, geleitet von Lüdenscheider Künstlern und Kreativen hat sich gelohnt.

Der Geschichts- und Heimatverein Lüdenscheid (GUH) ist Kooperationspartner dieses Mammutprojekts. Vorsitzende Dr. Arnhild Scholten sieht die Ausstellung als Chance. Der Verein sei inzwischen 66 Jahre alt und wolle weg vom angestaubten Image. „Deshalb sind wir neuen Ideen gegenüber immer aufgeschlossen.“ Das Konzept habe sie begeistert.  „Das ist etwas von Jugendlichen für Jugendliche, begleitet von der Creme der Kreativen der Stadt. Das ist unmuseal und aus dem Leben gegriffen. Und das bringt Leben in die Bude“, sagte sie am Freitag.

Dank an zahlreiche Unterstützer

Tom Groll, Ulrike Tütemann, Dr. Arnhild Scholten und Dieter Dzewas hielten kurze Ansprachen. Collage: Wolfgang Teipel

Daran haben nicht nur die Workshop-Teilnehmer mitgewirkt. Tom Groll, Lichtkünstler und Kurator der Ausstellung, und Museumsmitarbeiterin Ulrike Tütemann dankten am Freitag zahlreichen Unterstützern. Volker Kirstein (Museumstechniker), Kuno Seltmann, die Agentur David & Goliath, Korrektur: Die Kino-Freikarten, die die Teilnehmer des UNO-Turniers gewinnen können, wurden von André Lubba (Filmpalast) gespendet, Robert Schütte (Geschäftsführung Parktheater), Linus Wortmann von KKW Architekten, Unternehmen, die Europaletten für die WG-Einrichtung zur Verfügung stellten, die Musikschule „Music Store“, Manuela Klüttermann und ihre Tänzerinnen und Tänzer, die Betreiber des ehemaligen Clubs „Johnny Mauser“ und nicht zuletzt das Land Nordrhein-Westfalen, das die Ausstellung mit 25.000 Euro gefördert hat. Mindcraft von KultStädte e. V. haben unter anderem das Rahmenprogramm geplant.

Die Ausstellung dauert bis zum 15. Juni und wird von einem Rahmenprogramm begleitet.

Das Rahmenprogramm

  • 22. Februar: ab 20 Uhr „Open Stage“ – eine Sonderausgabe der beliebten Session, unterstützt von der Musikschule Music Store.
  • 23. Februar: ab 20 Uhr „Die Stadt tanzt“ – Johnny Mauser WG-Party mit DJ Vincent Sonore.
  • 24. Februar: UNO-Meisterschaft, ab 16 Uhr „Wer ist der Held im UNO-Spielen?“
  • 2. März: ab 20 Uhr Otherside & Funktastic, Bands der Musikschule Music Store machen Musik.
  • 10. März, 14. April und 9. Juni: jeweils 18 bis 22 Uhr DJ-Workshops mit den DJs ChoLLo, Vinylsurfer und Vincent Sonore.
  • 15. Juni: ab 19 Uhr „Heimat – eine szenische Lesung“ mit dem Literaturkurs der Adolf-Reichwein-Gesamtschule unter der Mitwirkung von Poetry-Slammer Marian Heuser.

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